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Kreis Bad Kreuznach

Direktor: Vlexx an Verspätungen oft nicht schuld

Kurt Knaudt

Kreis Bad Kreuznach. Mit seinen Ausfällen und Verspätungen liegt der private Bahnbetreiber Vlexx nach Meinung von Michael Heilmann, Direktor des Zweckverbandes für den Schienenpersonennahverkehr im südlichen Rheinland-Pfalz, „im normalen Rahmen“. Nach der desolaten Schieflage bei der Übernahme der Nahestrecke im Dezember 2014 habe konsequentes Krisenmanagement die Wende zum Besseren bewirkt. Seitdem bewege sich Vlexx konstant „auf einem guten Niveau“, wie Heilmann betont.

Es dürfte noch einige Jahre dauern, bis der Bahnhof von Bad Münster am Stein behindertengerecht ausgebaut ist. Noch ist der Planungsprozess nicht angelaufen.  Foto: Josef Nürnberg
Es dürfte noch einige Jahre dauern, bis der Bahnhof von Bad Münster am Stein behindertengerecht ausgebaut ist. Noch ist der Planungsprozess nicht angelaufen.
Foto: Josef Nürnberg

In dieser Einschätzung sieht er sich durch regelmäßige Kundenbefragungen bestätigt, bei denen das Unternehmen ebenfalls gut abschneide. „Wir sind damit zufrieden, wie es läuft“, bilanziert der Direktor. Er verweist darauf, dass Vlexx für viele Verspätungen selbst gar nichts könne. Diese würden allzu oft durch den Hochbetrieb auf der völlig überlasteten Rheinstrecke zwischen Mainz und Gau-Algesheim ausgelöst, die auch noch Güter- und Fernverkehr verkraften muss. Der sich dort ergebende Zeitverlust wirke sich dann zwangsläufig auch auf der Nahestrecke aus.

Weitere Bahnhöfe werden barrierefrei

Ebenfalls mit Verspätung treibt der Zweckverband jetzt die Planungen für weitere barrierefreie Bahnhöfe im Kreis Bad Kreuznach voran. Durch die Bestrebungen des Bundes und der Bahn AG, flächendeckend eine einheitliche Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern durchzusetzen, „haben wir rund eineinhalb Jahre verloren“, berichtet Heilmann. Erleichtert ist nicht nur er darüber, dass jetzt Klarheit herrscht: In Rheinland-Pfalz bleibt es bei der Einstiegshöhe von 55 Zentimetern, auf die auch die Vlexx-Züge ausgerichtet sind. Die 76-Zentimeter-Regel hätte an der Nahe horrende Folgekosten verursacht. Sie soll erst Ende 2038 umgesetzt werden, wenn die heute an der Nahe eingesetzten Fahrzeuge ausrangiert sind – also erst in mehr als 20 Jahren. „Bis dahin kann noch viel passieren“, sagt Heilmann vielsagend. Bisher sind folgende Stationen an der Nahe auf 55 Zentimeter ausgebaut: Ockenheim, Gensingen-Horrweiler, Bad Kreuznach, Staudernheim und Bad Sobernheim, Martinstein (ein Bahnsteig), Kirnsulzbach (ein Bahnsteig), Kirn, Nohen und Neubrücke.

In den nächsten Jahren sollen weitere dazu kommen. Noch in diesem Jahr soll der Bahnhof in Altenbamberg barrierefrei werden. Dort werden in Richtung Rockenhausen ein Außenbahnsteig gebaut und der bestehende Bahnsteig am Bahnhofsgebäude erneuert. Wegen des hohen Aufwands muss die Alsenz-Bahnstrecke während der Sommerferien komplett gesperrt werden. Zudem muss in dieser Zeit der von Vlexx im Mai auf die Schiene gesetzte „Weinstraßen-Express“ zwischen Koblenz und Neustadt an der Weinstraße pausieren.

In Norheim soll ein Bahnsteig barrierefrei werden. Der Verbandsdirektor geht davon aus, dass die Entwurfsplanung noch in diesem Jahr fertig wird und dem Eisenbahnbundesamt vorgelegt werden kann. Bis es die Ampeln auf grün stellt, dauert es laut Heilmann dann noch rund eineinhalb Jahre. Dieser Zeitplan gilt auch für den behindertengerechten Ausbau des Bahnhofes in Hochstetten.

Noch längst nicht so weit ist man in Bad Münster am Stein. Der nächste Schritt ist dort eine Vereinbarung zwischen Stadt Bad Kreuznach und Bahn, damit der Planungsprozess überhaupt beginnen kann. Bad Münster habe als Knotenbahnhof eine besondere Bedeutung, betont Heilmann. Dort sind auch – ebenso wie in Kirn, wo die Planungen bereits laufen – zwei Aufzüge geplant. Langfristiges Ziel sei es, dass alle Bahnhöfe entlang der Nahestrecke barrierefrei sind.

Von Kurt Knaudt

Bad Kreuznach
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