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    Aus für Kanus auf dem Glan: Wassersportverbot bis Ende des Jahres verhängt

    Jetzt ist es offiziell: Kanu- und sonstiger Wassersport auf dem Glan zwischen Lauterecken und Odenbach werden in dieser Saison 2017 nicht gestattet sein. Die Pressestelle der SDG Süd bestätigte nun die entsprechende Information, die unserer Zeitung zugetragen wurde.

    Kanuverleiher Hans-Jürgen Seybold ist sauer: „Ich musste all die Jahre Warnhinweise zu Baum- und Astbruch verteilen.“ Er zeigt das entsprechende Blatt, das von der SGD Süd erstellt wurde.  Foto: Martin Köhler
    Kanuverleiher Hans-Jürgen Seybold ist sauer: „Ich musste all die Jahre Warnhinweise zu Baum- und Astbruch verteilen.“ Er zeigt das entsprechende Blatt, das von der SGD Süd erstellt wurde.
    Foto: Martin Köhler

    Als Begründung gibt die Behörde an, dass sie zuerst ihrer Verkehrssicherungsplicht im fraglichen Abschnitt nachkommen müsse, bevor wieder Boote paddeln dürfen. Mit anderen Worten: Die Gefahr durch Ast- und Baumschlag sei zu groß, als dass die SGD Süd eine Gewähr übernehmen wollte. Eine offizielle Pressemitteilung wurde erst für den heutigen Donnerstag angekündigt.

    Ausbaden müssen diese Entscheidung alle Kanubegeisterten, die Gastronomen entlang der Strecke sowie der größte Kanuverleiher, Hans-Jürgen Seybold (Fun-con-Action). Er zeigte sich gestern zunächst sprachlos, als wir ihn mit der neusten Entwicklung konfrontierten. „Ich weiß ja nicht, ob das rechtens ist. In den Vorjahren waren die Gefahren genauso vorhanden.“ Er will genau überlegen, welche Schritte er als Nächstes geht.

    Bootstourismus auf dem Glan.
    Bootstourismus auf dem Glan.
    Foto: Roswitha Kexel

    „Schadensbegrenzung ist jetzt angesagt“, meinte er. Rund 150 Kunden, die in diesem Frühling und Sommer schon gebucht hatten, müsse er nun anrufen und informieren. Er hofft natürlich, dass sich die Mehrzahl seiner Kunden mit einer halbierten Strecke abfinden könne. Seybold will allen eine Preisminderung anbieten. Neben den finanziellen Einbußen ist die Glansperrung zwischen Lauterecken und Odenbach vor allem eine logistische Herausforderung. Denn das Kanulager befindet sich in Lauterecken. Da es in Odenbach keinen Einstieg gibt, fällt das Teilstück Odenbach-Meisenheim für Seybolds Kunden aus.

    Im Tal in Meisenheim, in Nachbarschaft zum Anglerheim, befindet sich der nächste Einstieg. Hierher müssen die Kanus nun per Anhänger transportiert werden. Acht Kanus passen auf einen Hänger; zwei Autos stehen dem Baumholderer Geschäftsmann zur Verfügung. 60 Kanus besitzt er insgesamt. Wären bei voller Auslastung also vier Transporte zwischen Lauterecken und Meisenheim: Mehrkosten bei gleichzeitigen Mindereinnahmen.

    Weniger direkt, aber immerhin noch am Rande wird die Kanusaisonabsage auch die Meisenheimer, Rehborner und Odernheimer Gas-tronomie treffen. Hans-Jürgen Seybold überschlug, dass im Jahr 2016 rund 3000 Menschen in seinen Booten den Glan hinabpaddelten. „Wenn nur die Hälfte davon hinterher essen geht …“, sinnierte er.

    Da sei die VG Lauterecken-Wolfstein ohnehin nicht mit einer Menge an touristischen Attraktionen gesegnet, und dann fällt auch noch die Kanusportsaison aus: Erster VG-Beigeordneter Andreas Müller zeigte sich zerknirscht, als er vom „Oeffentlichen“ die Nachricht erhielt. Allerdings sei es nicht angemessen, aus der Ferne andere Behörden zu kritisieren, gab er sich zurückhaltend. „Wo Menschen sind, passieren Fehler“, meinte Müller stattdessen und fügte erneut an: „Es ist denkbar unglücklich, wie das alles gelaufen ist.“ Er zeigte Verständnis, dass Kanuverleiher Seybold „und alle anderen, die Arbeit und Herzblut in den Glan investieren“, jetzt enttäuscht seien.

    Von unserem Reporter Martin Köhler

    Sperre hat auch flussabwärts Folgen

    Telefonisch hatte Meisenheims VG-Bürgermeister Dietmar Kron die Nachricht bereits erhalten – am Donnerstag hat die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd eine Presseerklärung dazu auf ihrer Internetseite veröffentlicht: Die vorläufige Sperrung des Glans für das Befahren mit Booten zwischen Lauterecken und Odenbach bleibt bis 31. Dezember 2017 bestehen.

    Viele Kanus liegen still, wenn die SGD dies will.  Foto: Roswitha Kexel
    Viele Kanus liegen still, wenn die SGD dies will.
    Foto: Roswitha Kexel

    Laut einem Baumgutachten gefährden auf diesem Flussabschnitt mit rund 1900 Bäumen 76 teils umgestürzte und in das Gewässer ragende Uferbäume die Sicherheit von Boot- und Kanufahrern auf dem Glan.

    Die von der SGD Süd daraufhin in Auftrag gegebenen Fäll- und Schnittarbeiten, die vom 1. April bis Ende Mai dauern sollten und an der Kreisgrenze Meisenheim flussaufwärts begannen, wurden nach dem Protest von Naturschützern und des BUND-Landesverbands, die eine derartige Aktion während der Brutzeit kritisierten, vom Verwaltungsgericht Neustadt untersagt.

    Da die Arbeiten nur bis Odenbach ausgeführt werden konnten, bleibt der Glan auf dem weiteren Streckenabschnitt bis Lauterecken für die komplette Saison gesperrt, was drastische Einschnitte für die Tourismusbranche nach sich ziehen wird, denn es liegen bereits Buchungen für die Saison 2017 vor. Ab 24. Mai soll lediglich der Bereich zwischen Odenbach und Odernheim für das Befahren mit Booten und Kanus freigegeben werden.

    „Es ist schwer abzuschätzen, was die Sperrung des Glans zwischen Lauterecken und Odenbach über die komplette Saison für den Tourismus bedeutet. Tatsache ist, dass viele Kanuten entweder die komplette Strecke oder den Abschnitt von Lauterecken bis Meisenheim auf dem Glan buchen wollen. Es liegt nun an uns, sie zu überzeugen, dass das Befahren des Glans von Odenbach bis Odernheim ebenfalls reizvoll ist. Das ist allerdings mit viel Aufwand verbunden und kostet Zeit. Vielleicht gelingt uns dies das eine oder andere Mal, aber es wird insgesamt schwieriger, die Kunden zufriedenzustellen“, sagt Katja Hilt, die Leiterin der Tourist-Information in der Meisenheimer Untergasse.

    Silvia Florschütz vom Kanuverleih „Zum Radler“ in Rehborn ist mächtig sauer: „Wir müssen komplett umdisponieren und haben finanzielle Einbußen ohne Ende. Hinzu kommt der Ärger der Kunden, wenn sie mit einer kürzeren Strecke Vorlieb nehmen sollen. Und wir müssen nun Geld, das bereits überwiesen wurde, zurückzahlen. Hoffentlich können wir wenigstens einige Kunden für die kürzere Strecke gewinnen.“ Nach ihrer Meinung ist diese Entwicklung von Anfang an so beabsichtigt gewesen, um das Befahren des Glans zu verhindern. Denn es sei im Herbst und Winter mehr als ausreichend Zeit gewesen, die Schnitt- und Fällarbeiten durchzuführen. VG-Bürgermeister Dietmar Kron bedauert die Sperrung durch die SGD Süd insbesondere für die Kanuverleiher und Besucher, die eine Kanufahrt auf dem idyllischen Flusslauf geplant hatten. Er hofft, dass die Arbeiten nun im Herbst und Winter durchgeführt werden können, sodass der Glan für die nächste Saison wieder startklar ist. „Dafür haben wir mehr als zehn Jahre geschafft“, gibt Kron zu bedenken, wie viel Aufwand für das Ziel touristische Nutzung des Glans unter naturschutz- und wasserrechtlichen Bedingungen sowie für die Gewässerpartnerschaft Glan und die Kooperation zwischen den Verbandsgemeinden Lauterecken-Wolfstein, Meisenheim und Bad Sobernheim erforderlich war.

    Von unserer Reporterin Roswitha Kexel

    Sicherheit am Glan wird teuerWeide kracht in Kanueinstiegsstelle - Glan derzeit von Amts wegen für Wassersportler gesperrtUmstritten: Macht Baumfällaktion den Glan für Kanuten sicherer?Kanustrecke am Glan: Naturschützer blockieren Bäumefällen - Massiver Eingriff zur BrutzeitGlan für Boote bis Ende Mai gesperrtweitere Links
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