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Obernhof

Vermisster in der Lahn: Spürhunde und Spezialgeräte helfen bei der Suche (Mit Video)

Der am Montag bei Obernhof in die Lahn gestürzte 22-Jährige bleibt weiter vermisst. Auch am fünften Tag nach dem Unglück blieb die Suche erfolglos.

Von Carlo Rosenkranz (Text) und Jennifer de Luca (Video)

Dabei waren die Bemühungen am Freitag noch einmal verstärkt worden. Neben der Wasserschutz und der Bereitschaftspolizei beteiligten sich auch Einsatzkräfte der DLRG Nahe-Hunsrück daran. Sie setzten speziell ausgebildete Ortungshunde und ein Seitensicht-Sonargerät ein.
Gegen 16 Uhr wurde die Aktion ergebnislos beendet. „Ob und wie die Suche fortgesetzt wird, muss die ermittelnde Kriminalpolizei entscheiden“, sagte Henner Mattheus, Bezirksleiter der DLRG Westerwald-Taunus und Einsatzleiter der ortskundigen Retter, am Nachmittag.

Fast vier Kilometer Flussstrecke liegen zwischen der Unglücksstelle oberhalb der Obernhofer Lahnbrücke und dem Wehr Hollerich. Zum eigentlichen Fluss kommen der kleine Hafen sowie die Fahrrinne zur Schleuse. Irgendwo in diesem Bereich wird die Leiche des vermissten Forstarbeiters vermutet, der am Montag beim Aussteigen aus einem Kanu ins kalte Wasser stürzte und sich offenbar nicht mehr an Land retten konnte.

Das Gebiet ist am Freitag der Arbeitsplatz von Bella, Jack und Carlo. Die drei Ortungshunde sind darauf trainiert, Leichen aufzuspüren. Damit sie überhaupt Witterung aufnehmen können, stellt Hundeführer Hans-Joachim Brückmann die Windrichtung fest. Es bläst lahnabwärts. Weil dem Hund Gerüche zugetragen werden müssen, arbeitet man sich also entgegengesetzt vor. Deshalb besteigt der Neufundländer Bella das Schlauchboot am Hollerich, wie DLRG-Mann Günter Heinz, im Hauptberuf Polizist in Baumholder, erklärt.

Höchstens eine Stunde am Stück ist ein Ortungshund im Einsatz. „Er liegt zwar nur im Boot, aber für seine Nase ist das sehr anstrengend“, sagt Hundeführer Brückmann. Ein spezielles Kommando brauchen die Tiere nicht. „Sie wissen, dass es ernst wird, wenn wir ins Boot steigen“, sagt Brückmann. Für getane Arbeit erhalten die Vierbeiner natürlich eine Belohnung. „Die Leckerlis sind das Wichtigste“, meint der Hundeführer mit acht Jahren Einsatzerfahrung. Er hofft, dass der Vermisste dank des Hochwassers und des stark bewachsenen Uferbereichs bald geortet werden kann. „Nicht damit wir einen Sucherfolg verbuchen, sondern damit die Angehörigen Abschied nehmen können“, sagt er.

Der aus Baumholder mit angereiste Günter Heinz weiß jedoch, dass der Ausgang der Suche völlig offen ist. Die Verwesung des Leichnams, die die Hunde letztlich wittern, könne bei etwa fünf Grad kaltem Wasser in weniger als einer Woche nicht weit fortgeschritten sein. „Das ist keine leichte Arbeit“, meint er. Der Sonar wiederum zeichnet ein Bild vom Grund des Flusses. Sollte er menschenähnliche Umrisse wiedergeben, müssten Taucher der DLRG oder der Polizei genauer nachsehen.

Trotz der erneuten Suche gibt es am Freitagnachmittag keine neuen Erkenntnisse über den Verbleib des Vermissten. Alle drei Hunde kommen dabei zum Einsatz, wie DLRG-Mann Henner Mattheus berichtet. „Die Suche hat keine relevanten Ergebnisse erbracht“, sagt er. Daran konnte auch der Einsatz der hoch spezialisierten Tiere nichts ändern. Einer ist sogar Weltrekordinhaber. Der Neufundländer Jack hat es mit der schnellsten Wasserrettung schon ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft. „Für uns ist vorerst Schluss“, sagt Mat-
theus für die DLRG-Kräfte. Über das weitere Vorgehen werde die zuständige Kriminalpolizei in Montabaur entscheiden.

Der vermisste 22-Jährige arbeitete für eine hessische Firma, die im Auftrag der Bahn Grünschnittarbeiten zwischen Bahndamm und Lahn vornehmen sollte. Dem Vernehmen nach nutzte der Mann ein Kanu, das er am Ufer gefunden hatte, um auf kürzestem Weg die andere Flussseite zu erreichen. Dabei verunglückte er. Da er mit hoher Wahrscheinlichkeit keine Schwimmweste trug und ein Kollege ihn nicht mehr zu packen bekam, ertrank der junge Mann vermutlich. Trotz der sofortigen Alarmierung der Feuerwehren und der Polizei sowie dem Einsatz eines Hubschraubers ist der Mann bis heute unauffindbar.

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