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Bad Ems

Treffen der Kurstädte-Bürgermeister: Welterbe-Antrag wird im Januar 2019 eingereicht

Michaela Cetto

Der Weg zum Weltkulturerbe ist lang und holprig. Seit 2013 gehört auch Bad Ems zu der Gruppe jener außergewöhnlichen Badeorte Europas, die als Great Spas of Europe die Unesco überzeugen und Welterbe werden wollen. Nachdem die Vertreter dieser Städte in den vergangenen Monaten und Jahren die Mitbewerber-Städte besucht hatten, fand nun das nächste große Treffen der Bürgermeister in Bad Ems statt.

Die Gäste aus zehn europäischen Kurstädten und aus sieben Nationen kamen im Bad Emser Marmorsaal aus dem Staunen nicht mehr raus. Denn der Saal gleicht noch heute eins zu eins einer historischen Ansicht aus dem 19. Jahrhundert. Auch das Programm sorgte für Begeisterung.
Die Gäste aus zehn europäischen Kurstädten und aus sieben Nationen kamen im Bad Emser Marmorsaal aus dem Staunen nicht mehr raus. Denn der Saal gleicht noch heute eins zu eins einer historischen Ansicht aus dem 19. Jahrhundert. Auch das Programm sorgte für Begeisterung.
Foto: Michaela Cetto

In diesem Rahmen erhielt die Steuerungsgruppe hinsichtlich des „Completeness-Checks“, also der Vollständigkeitsüberprüfung des Antrags von der Unesco ein positives Signal. Laut Stadtbürgermeister Berny Abt hat die Unesco von einem sehr guten und umfassenden Antrag gesprochen. Um ihn noch besser zu machen und die Chancen auf eine positive Bewertung zu erhöhen, wurde entschieden, den offiziellen Antrag nicht, wie einst sehr ambitioniert ins Auge gefasst, schon im Januar des kommenden Jahres, sondern erst 2019 bei der Unesco einzureichen.

Gleichzeitig bestärkten die Stadtoberhäupter von Spa (Belgien), Vichy (Frankreich), Bath (United Kingdom), Montecatini Terme (Italien), Baden (Österreich), Franzensbad, Marienbad und Karlsbad (Tschechien) sowie die deutschen Teilnehmer Bad Kissingen, Baden-Baden und Bad Ems ihre feste Absicht, das Ziel Weltkultererbe zu erreichen. Petr Kulhanek, Oberbürgermeister von Karlsbad, betonte als Vorsitzender der Konferenz, dass man mit der positiven Vollständigkeitsprüfung dem Ziel wieder ein Stück näher gerückt sei. „Wir haben enorm viel Arbeit investiert und haben Vertrauen in unsere Arbeit und in die Präsentation dieser Gruppe. In unserem Antrag zeigen wir den außergewöhnlichen universellen Wert unserer Badeorte. Der Erfolg des Projekts wird unseren Bürgern und Städten viele Vorteile bringen.“

Eine Herausforderung ist dabei nicht nur das Projekt für jede einzelne teilnehmende Stadt selbst, die einen großen Katalog an Aufgaben zu bewältigen hatte und hat. Auch die Bewerbung im Paket birgt viele Stolpersteine, denn nie zuvor gab es bei der Unesco einen vergleichbaren Antrag. Logistisch aufwendig ist, alle Teilnehmer regelmäßig an einen Tisch zu bringen. Dazu muss nicht nur eine gemeinsame Sprache, sondern auch ein gemeinsamer Ton und Konsens gefunden werden. Richtig knifflig sind dabei aber vor allem die unterschiedlichen Verwaltungssysteme oder auch Rechtssysteme der sieben beteiligten Nationen. Doch wo es am Anfang der Bemühungen hier und da holperte, ist heute eine homogene Gruppe zusammengewachsen, in der jeder Beteiligte an einem Strang zieht. „Wir sind schon ein bisschen wie eine Familie“, schmunzelt Bad Kissingens Bürgermeister Kay Blankenburg.

In Bad Ems jedenfalls waren sich die Bürgermeister einig: Hier wird 300 Jahre alte Geschichte aktiv gelebt. Zeigten sich die Gäste bereits am Tag begeistert von der Ursprünglichkeit, der Lage in der seit dem 19. Jahrhundert quasi unangetasteten Umgebung, der prachtvollen Bäderarchitektur, so lernten sie Bad Ems am Abend bei einem unterhaltsamen Programm im Marmorsaal von einer sehr liebenswürdigen Seite kennen. Informative Kurzvorträge und Grußworte wurden umrahmt von Beiträgen der Jazz-Combo des Goethe-Gymnasiums, einem Schattentheater der Klasse 8 c der Realschule plus Bad Ems/Nassau und der Kostümgruppe, die wahrhaftige, einst in Bad Ems weilende Gäste aus Russland, Österreich oder Sachsen sehr amüsant und in passender Landessprache und -slang darstellte. Vor allem der Sketch des Museumsteams (Andrea Schneider und Karl-Heinz Burke) unterhielt den gut gefüllten Marmorsaal aufs Beste. Auch hier glänzten die Akteure mit Sprachkenntnissen. Neben den Beiträgen von Stadtbürgermeister Berny Abt und Innenminister Roger Lewentz, der ein drittes Welterbe im Kreis und ein fünftes in Rheinland-Pfalz natürlich sehr begrüßen würde, lauschten die Zuhörer besonders aufmerksam den Referaten der Bad Ems-Kenner Dr. Anke Ziegler-Mehl und Dr. Hans-Jürgen Sarholz.

Beeindruckend fanden die Bürgermeister und ihre Expertenteams dabei, wie viel Herz und persönliches Engagement in der Arbeit in Bad Ems stecken. „Ich bin sehr begeistert von der Präsentation von Bad Ems“, gestand Margret Mergen, Oberbürgermeisterin von Baden-Baden und sprach für die gesamte Konferenz. „Wie es hier gelungen ist, mit einer ganz breiten Beteiligung der Bevölkerung und einer großen Internationalität die Stadt vorzustellen, ist beispiellos.“

Von unserer Redakteurin Michaela Cetto

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