40.000
Aus unserem Archiv
Holzhausen

Nach Brand im Otto-Museum: Mehr als bloßer Sachschaden

Norbert Schmiedel

Die Gemeinde Holzhausen wird noch längere Zeit am Brandschaden im Rathaus mit der Bücherei und dem Nicolaus-August-Otto-Museum zu knabbern haben. Vor etwa sechs Wochen hatte es in dem Gebäude gebrannt. Die Ursache dürfte ein technischer Defekt gewesen sein, wie die Staatsanwaltschaft Koblenz auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. Doch ein zur abschließenden Klärung der Brandursache in Auftrag gegebenes Gutachten des Bundeskriminalamts stehe noch aus.

Ein Blick in den großen Raum der Bücherei Holzhausen zeigt das Ausmaß des Brandschadens. Mobiliar und Bücher sind verbrannt oder zumindest derzeit nicht nutzbar. Im selben Gebäude ist auch das Rathaus untergebracht. Daher ist auch in der Verwaltung nur ein Notbetrieb möglich.  Foto: Norbert Schmiedel
Ein Blick in den großen Raum der Bücherei Holzhausen zeigt das Ausmaß des Brandschadens. Mobiliar und Bücher sind verbrannt oder zumindest derzeit nicht nutzbar. Im selben Gebäude ist auch das Rathaus untergebracht. Daher ist auch in der Verwaltung nur ein Notbetrieb möglich.
Foto: Norbert Schmiedel

Das Gebäude ist nun an der Südseite mit dem Glasanbau von einem Gitterzaun umschlossen, um ein Nähertreten ans Haus zu verhindern. Das durchgebrannte Dach ist mit einer Folie abgedeckt, um Regen abzuhalten. An der Rückseite sind noch Schutt und Glaswollisolierung aus dem Dachstuhl gelagert und warten auf den Abtransport.

Brandgeruch ist beim Betreten des Hauses zwar noch wahrzunehmen, ist aber längst nicht mehr so beißend – trotz bereits vorgenommener Reinigungsarbeiten. Eine Spezialfirma hat einen Großteil der Ausräumarbeiten schon erledigt, die Räume im Obergeschoss stehen komplett leer, Böden und Wände sind vom Ruß befreit, der Dachstuhl ist bis zum Firstbalken einsehbar. Daher ist auch der Ratssaal nicht, die beiden kleineren Büroräume nur bedingt nutzbar. „Wir halten einen Notbetrieb aufrecht“, erklärte Ortsbürgermeister Hardy Eilenz, „aber Sprechstunden kann ich keine anbieten. Wer mich erreichen will, der weiß wie ich zu erreichen bin.“ Da der Verwaltungsbetrieb aber weiter gehen muss, werden Ratssitzungen im evangelischen Gemeindehaus abgehalten. Jetzt ist der Statiker gefragt.

Quelle: YouTube (erweiteter Datenschutzmodus)

Welches Gebälk muss ausgetauscht werden, welche Wände komplett abgetragen und neu aufgebaut, und wie weit muss der Estrich am Fußboden erneuert werden? Die Außenwände sind in den Büchereiräumen als Fachwerkkonstruktionen erkennbar, was die Sanierung erschwert. Wenn Wände und Dach wiederhergestellt sind, sind Elektroinstallation, Heizung- und Sanitäranlagen und Fußböden an der Reihe. Von Mobiliar und neuen Büchern will Hardy Eilenz gar nicht erst reden. Alles ist verbrannt oder zumindest im Moment noch nicht wieder benutzbar. Was nicht verbrannt ist, ist verrußt und müsste gründlich gereinigt werden. Ob sich eine Reinigung der Bücher lohnt, wurde noch nicht ausgerechnet. Eilenz sieht Neuanschaffungen als eher wahrscheinlich an. Immerhin standen etwa 4500 Bücher und einige hundert Medien wie Hörbücher in den Regalen. Der Gesamtschaden ist noch nicht exakt ermittelt. Die bisherigen Lesesommer in den Ferien müssen leider auch ausfallen. Da wurden Bücher an Kinder ausgegeben, die sie lesen und dann über den Inhalt berichten sollten. Am Ende stand eine Preisverleihung für die eifrigsten Leser.

Gerade erst im vergangenen Jahr wurde das Büchereicafé eingerichtet, mit Kaffee und Kuchen an jedem ersten Sonntag im Monat. Das wurde gut angenommen, entfällt jetzt auch auf unbestimmte Zeit. Ersatzräume stehen in der Gemeinde nicht zur Verfügung. Dem Feuer sind auch Autorenlesungen und die Veranstaltungen der Lesepaten zum Opfer gefallen. Es ist fraglich, wann das alles wieder wie bisher durchgeführt werden kann.

Hardy Eilenz ist sehr zuversichtlich, dass es nicht utopisch lange dauern wird. „Die Verbandsgemeindeverwaltung ist auch an einer schnellen Schadensbehebung interessiert und unternimmt alles, um die Arbeiten zu beschleunigen. Unser Gemeinderat und ich selbst sind dadurch stark entlastet. Ich bin der Verwaltung sehr dankbar.“ Wer vor dem Gebäude steht und das durchgebrannte Dach sieht, kann sich kaum vorstellen, welcher Schaden außer dem bloßen Sachschaden hier entstanden ist.

Von unserem Mitarbeiter Norbert Schmiedel

Bad Ems Lahnstein
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Anzeige
Online regional
Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
Online regional
Tel. 02602/160474
E-Mail
Anzeige
Regionalwetter
Dienstag

10°C - 26°C
Mittwoch

11°C - 24°C
Donnerstag

10°C - 22°C
Freitag

9°C - 20°C
News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
epaper-startseite