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Lahnstein

Kämmerer geht: Wer rechnet künftig im Lahnsteiner Rathaus?

Karin Kring

Wo liegt eigentlich Kreuzau? Das mag Reinhard Theisen sich anfangs auch gefragt haben. Dann aber stellte er fest: In Nordrhein-Westfalen, nahe bei Düren und gar nicht allzu weit weg von Lahnstein. Und er schickte seine Bewerbung auf den Weg. Am Montag dieser Woche hat der Rat der Gemeinde Kreuzau den Lahnsteiner Kämmerer einstimmig zum Beigeordneten gewählt. Als zukünftiger allgemeiner Vertreter von Bürgermeister Ingo Eßer wird der 50-jährige Ochtendunger dort die verantwortliche Leitung des Dezernates II mit den Abteilungen Bauleitplanung und Wirtschaftsförderung, kommunale Dienste sowie Öffentliche Sicherheit und Ordnung übernehmen. Die Stadt Lahnstein hingegen verliert den Mann, der seit Jahren für die Finanzen zuständig ist und die hoch komplizierten Haushaltspläne erstellt.

Ein Personalwechsel steht an im Rathaus: Da Reinhard Theisen sich beruflich verändert, braucht die Stadt in Kürze einen neuen Kämmerer. Er hatte dieses Amt zehn Jahre inne.  Foto: Karin Kring
Ein Personalwechsel steht an im Rathaus: Da Reinhard Theisen sich beruflich verändert, braucht die Stadt in Kürze einen neuen Kämmerer. Er hatte dieses Amt zehn Jahre inne.
Foto: Karin Kring

„Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge“, sagt Theisen, der sich auf die neue Aufgabe und die Herausforderung freut, gegenüber unserer Zeitung. „Ich habe mich in Lahnstein immer sehr wohl gefühlt.“ In den mehr als 30 Jahren seines beruflichen Wirkens hat er bei den Verbandsgemeindeverwaltungen Maifeld und Kaisersesch sowie bei der Stadtverwaltung Lahnstein viele der Aufgaben, die auch zu seinem künftigen Zuständigkeitsbereich zählen, kennengelernt. Ehrenamtlich hat Theisen sich in seiner Heimatgemeinde Ochtendung engagiert und war dort von 1999 bis 2009 Ortsbürgermeister. Seit 2002 war der Verwaltungsfachmann beruflich im Rathaus der Stadt Lahnstein tätig. Dennoch habe es ihn gereizt, sich noch einmal beruflich zu verändern, als die Stelle in Kreuzau ausgeschrieben war und ein für ihn interessantes Anforderungsprofil bot. In Lahnstein war er Fachbereichsleiter, in Kreuzau könnte er hauptamtlich die Zukunft des Ortes mitgestalten. Das reizte ihn, und er bewarb sich.

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Am Montag war er selbst dort im Gemeinderat zu Gast, stellte sich vor und wurde mit einstimmigem Votum gewählt. „Die Entfernung nach hier ist auch nicht allzu groß“, ist er zufrieden, sodass er nach dem Umzug mit der ganzen Familie trotzdem Kontakt zu Freunden und Verwandten hier halten kann.

Außerdem ist Kreuzau auch von der Größe her mit Lahnstein vergleichbar: Die Gemeinde hat 17.500 Einwohner, zwar ein anderes Verwaltungssystem und elf Ortsteile, aber auch ähnliche Probleme wie Lahnstein. Er wird sich dort schwerpunktmäßig mit Wirtschaftsförderung, Bauleitplanung und öffentlicher Sicherheit befassen. „Die Stärkung des Gemeinwesens ist das erklärte Ziel aller Verantwortlichen vor Ort, hierzu möchte ich in den nächsten Jahren meinen Beitrag leisten“, sagte der frisch gewählte neue Beigeordnete in einer Presseerklärung aus dem Kreuzauer Rathaus.

Und wird er Lahnstein nicht vermissen? „Natürlich werde ich all die Kollegen aus Lahnstein vermissen, mit denen ich gut zusammengearbeitet habe“, sagt er. Und die Stadt Lahnstein, die in den vergangenen Jahren eine Entwicklung durchgemacht habe, zu der er ein wenig beitragen konnte. „Ich bin überzeugt, dass Lahnstein eine gute Zukunft hat, bei all den großen Themen, die jetzt anstehen“, urteilt Theisen.

Stadtchef Peter Labonte bedauert auf der einen Seite die Entscheidung seines Kämmerers. Theisen habe hier seit 2002 einen guten Job gemacht. Auch habe er sich sehr im Aktionsbündnis für die Würde unserer Städte engagiert. „Sein Weggang ist schon ein Verlust für uns. Andererseits freut es mich für ihn, dass er eine neue Herausforderung annimmt.“ Dass Leute aus der Lahnsteiner Verwaltung auch in anderen Städten gefragt sind, sei außerdem ein gutes Zeichen. „Und bisher ist aus allen unseren Kämmerern etwas geworden“, lacht er und denkt an Theisens Vorgänger Jens Güllering, den Bürgermeister der VG Nastätten. Ob Theisen zum 1. September oder zum 1. Oktober geht, ist zwar noch offen. Auf jeden Fall aber muss die Verwaltung darüber nachdenken, wer sich künftig im Rathaus um die Finanzen der Stadt kümmert. „Da ist noch nichts entschieden“, sagt Labonte. „Wir haben sicher gute, geeignete Kräfte im Haus, die diese Aufgabe übernehmen könnten. Die Stelle wird aber sicher nicht von heute auf morgen besetzt werden können.“

Von unserer Redakteurin Karin Kring

Bad Ems Lahnstein
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