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Rhein-Lahn

Droht ein Investitionsstau auf der Lahn?

Noch ist der Wasserfluss auf der Lahn bestens geregelt. Doch einige Stauwehre sind in die Jahre gekommen und müssten erneuert werden.

Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Koblenz, Günther Werner, hat den Bundestagsabgeordneten Michael Fuchs und Detlev Pilger (von links) bei einer Bootsfahrt von Nassau bis Bad Ems notwendige Investitionen auf der Lahn erläutert.
Der Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Koblenz, Günther Werner, hat den Bundestagsabgeordneten Michael Fuchs und Detlev Pilger (von links) bei einer Bootsfahrt von Nassau bis Bad Ems notwendige Investitionen auf der Lahn erläutert.
Foto: Andreas Jöckel

Von unserem Redakteur Andreas Jöckel

Die Investitionen dafür werden auf mehr als 60 Millionen Euro geschätzt. Laut dem Leiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Koblenz, Günther Werner, steht eine Grundsatzentscheidung in Berlin aus, wie es auf der Wasserstraße zwischen Diez und Lahnstein weitergehen soll. Auf einer Bootstour zwischen Nassau und Bad Ems haben sich die Bundestagsabgeordneten Detlev Pilger (SPD) und Michael Fuchs (CDU) bei den Fachleuten des WSA über die Lage informiert.

Sechs Wehre aus den 1920er-Jahren sehen nach fast 100 Jahren im Einsatz laut WSA-Chef Werner demnächst dem Ende ihrer Lebenszeit entgegen – unter anderem das Bauwerk in Seelbach/Hollerich. Bei einem Neubau müsse mit rund 10 bis 12 Millionen Euro an Investitionen pro Bauwerk gerechnet werden. Bevor jedoch die entsprechenden Planungen beginnen und Finanzierungsfragen geklärt werden können, sei eine Grundsatzentscheidung seitens des Verkehrsministeriums fällig. Denn bislang, so erläutert Werner, werden an der Lahn bewegliche Wehre eingesetzt, die je nach Wasserstand bedarfsgerecht reguliert werden können. Dazu ist entsprechend geschultes Personal erforderlich. In Berlin werde jetzt auch über die Variante nachgedacht, feste Wehre zu installieren, um eventuell mittel- oder langfristig Kosten einzusparen. An eine solche Ersparnis glaubt Günther Werner allerdings nicht. Denn feste Wehre führten dazu, dass der gesamte Lahnverlauf für den Hochwasserschutz und die Schifffahrt neu überplant werden müsste, wobei auch Uferhöhen anzupassen wären. Dazu wäre ein komplettes Raumordnungsverfahren erforderlich. Außerdem könnten mit festen Wehren Nachteile unter anderem für den Tourismus oder die Energieerzeugung von Wasserkraftwerken entstehen.

Selbstverständlich ist für das WSA und die beiden Bundestagsabgeordneten, dass der Ausbau der Mosel beim Bundesverkehrsministerium derzeit Priorität hat. Denn im Gegensatz zur Lahn ist die Mosel für den Güterverkehr europaweit von Bedeutung. Die Investitionen von rund 600 Millionen Euro in den dortigen Ausbau der Doppelschleusen sei deshalb dringend erforderlich.

Dennoch versprechen Pilger und Fuchs, sich dafür einzusetzen, dass die Interessen des Tourismus und des Hochwasserschutzes an der Lahn bei der Großen Koalition in Berlin nicht in Vergessenheit geraten. In direktem Zusammenhang damit sehen die Abgeordneten auch als Notwendigkeit an, dass die Kompetenz für die regionalen Schifffahrtswege an Rhein, Mosel und Lahn erhalten bleibt. Fuchs: "Es ist für mich eine zentrale Aufgabe, dass die Lahn als Bundeswasserstraße und der WSA-Standort in Koblenz erhalten bleiben."

Die Bundestagsabgeordneten sind überzeugt, dass die nötigen Investitionen an der Lahn nur zu stemmen sind, wenn der Fluss Bundeswasserstraße bleibt und Bundesmittel bereitgestellt werden. Die Lahn sei nun einmal ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für die Region, sagt Pilger. Ausflugsschiffe, Privatjachten und Kanufahrer seien auf dem Fluss unterwegs und belebten Gastronomie und Wirtschaft. Eine Herabstufung der Lahn zur Landeswasserstraße käme letztlich auch einer Kürzung der Mittel gleich. Für Pilger und Fuchs steht fest, dass auf Bundesebene möglichst bald Planungssicherheit geschaffen werden muss – nicht nur für das WSA, sondern auch für die Kommunen und die Tourismusbranche: Alle Beteiligten sollten sich darauf einstellen können, wie viel künftig noch in den Erhalt der Lahn investiert wird.

  • Bauarbeiten an Diezer Schleuse könnten länger dauern: Die Schleuse in Diez wird derzeit bereits fit für die nächsten 100 Jahre gemacht. Für die fast drei Millionen Euro teure Sanierung ist das Bauwerk aus den Jahren 1927/28 bereits seit dem Frühjahr geschlossen. Die Arbeiten sind aufwendig. Unter der Sohle des Schleusenbeckens liegt eine mehrere Meter dicke Schicht aus Schutt und Aushub, die durch längere Ankerstäbe überwunden werden muss. Die Schleuse sollte dafür bis Ende April 2015 gesperrt bleiben. Laut WSA-Chef Günter Werner könnten die Arbeiten etwas länger dauern. Dies hänge vor allem vom Wetter im kommenden Winter ab.
Bad Ems Lahnstein
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