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Bodo Wieseler will den weiß-gelben Gürtel

Bad Ems – Mehr als 30 Sportler knien in ihren Judoanzügen auf der grauen Weichbodenmatte in der Sporthalle der Freiherr-vom-Stein-Grundschule: ganz links außen eine junge Frau mit schwarzem Gürtel, ganz rechts in der Reihe Markus "Bodo" Wieseler. Der Bad Emser Gastwirt trägt einen weißen Gürtel um die Hüfte.

Bodo Wieseler (rechts) trainiert mit Marius Böttcher für den weiß-gelben Gürtel.
Bodo Wieseler (rechts) trainiert mit Marius Böttcher für den weiß-gelben Gürtel.
Foto: Cordula Sailer

Von unserer Reporterin Cordula Sailer

"Der weiße Gürtel ist eigentlich nur dazu da, dass der Judoanzug nicht aufgeht", scherzt Trainer Claus Eschenauer. Für ihr Begrüßungsritual stellen sich die Judoka nach ihrem Gürtelgrad auf. Seit Mitte Mai trainiert Wieseler im Judo Club Bad Ems für den weiß-gelben Gürtel, den Anfängergrad sozusagen.

Anlass für sein neues Hobby ist eine Wette, an der sich inzwischen rund zehn Unternehmen aus Bad Ems und Umgebung beteiligt haben.

"Sie ist abends in der Bierlaune entstanden, als ich mit Fußballern und Judokas zusammensaß", erzählt Wieseler. Er wollte wissen, wie anstrengend der Judosport wirklich ist.

Schafft der Gastronom in einem halben Jahr seinen weiß-gelben Gürtel, müssen die beteiligten Firmen jeweils 150 Euro an den Förderverein des Judoclubs zahlen. Beteiligt sind unter anderem eine Versicherung, ein Taxiunternehmen, ein Hotel sowie der Betreiber einer Tennishalle.

Bei einer Niederlage müssen Taxis gewaschen werden

"Wenn ich es nicht schaffe, muss ich bei den Unternehmen Taxis waschen oder die Tennishalle aussaugen", erläutert Wieseler den Wetteinsatz. Inzwischen trainiert er einmal in der Woche für jeweils zwei Stunden. Ein dumpfer Schlag, und der hochgewachsene Wieseler liegt auf der grauen Judomatte.

Mit einem gekonnten Wurf hat ihn sein Trainingspartner Marius Böttcher über die Schulter auf die Matte abgerollt. "Eigentlich liegt man die Hälfte der Zeit auf dem Boden", gesteht Wieseler.

Soll der Gegner zu Fall gebracht werden, muss alles stimmen: "Man braucht die richtige Fußstellung, muss in die Knie gehen, die Hüfte eindrehen und den Rücken gerade halten", erläutert Vereinsvorsitzender Böttcher. Die Bewegungen müssen in Fleisch und Blut übergehen.

Judotraining ist für den 32-Jährigen ungewohnt und anstrengend

Daher heißt es: üben, üben, üben. "Es ist noch sehr ungewohnt und anstrengend", sagt Wieseler. Zwar ist der 32-Jährige auch sonst sportlich aktiv und spielt Fußball, dort seien aber weitaus weniger Muskelgruppen beansprucht. "Nach dem ersten Training haben mir Muskeln wehgetan, von denen ich gar nicht wusste, dass ich sie habe", verrät der Gastwirt.

Aber auch das Zubodenfallen will gelernt sein. "Was er heute schon supergut gemacht hat, war das richtige Fallen, ohne sich mit den Händen abzustützen", lobt Böttcher. Denn stützt der Judokämpfer sich ab, kann er sich leicht am Handgelenk verletzen. Im November legt Wieseler die Prüfung für den weiß-gelben Gürtel ab.

Bis dahin muss er zwei verschiedene Techniken gelernt haben, um seinen Gegner umzuwerfen und am Boden festzuhalten. Außerdem muss er sich im Übungskampf, dem sogenannten Randori, beweisen. Die rund 1500 Euro aus Bodos Wettaktion könnte der Emser Judoclub gut gebrauchen.

Denn da einige Vereinsmitglieder in der zweiten Bundesliga aktiv sind, soll eine neue Halle her: "Für den Bundesligakampf ist die Halle um einen Meter zu schmal", nennt Böttcher den Grund.

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