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VG Loreley

Bewerbung als Loreley: Neues Gesicht für die Welterberegion gesucht

Lisa Heuper

VG Loreley “Die Loreley ist das Gesicht des Mittelrheintals nach außen“, so beschreibt es Uli Lenz, stellvertretender Vorsitzender der Loreley-Touristik. Er muss es wissen, denn als langjähriger Loreley-Begleiter hat er den goldenen Kamm schon durch einige Hände wandern sehen und weiß aus diesen „bewegten Zeiten“ so manche Anekdote zu berichten.

Gemeinsam mit den Repräsentantinnen aus der Region rechts und links des Rheins eröffnet Loreley Theresa das Weinfest zu Rhein in Flammen in St. Goarshausen. Foto: Andreas Jöckel
Gemeinsam mit den Repräsentantinnen aus der Region rechts und links des Rheins eröffnet Loreley Theresa das Weinfest zu Rhein in Flammen in St. Goarshausen.
Foto: Andreas Jöckel

Diesen Sommer steht wieder ein Wechsel ins Haus: Nach drei Jahren als Repräsentantin der Welterberegion gibt Loreley Theresa Lambrich aus Filsen im Juni ihr Amt ab. Das bedeutet Aufregung, denn bis dahin muss eine neue Repräsentantin gefunden und eingearbeitet werden, müssen Fotos geschossen, Autogrammkarten gedruckt und ein passendes Kleid geschneidert werden.

Unverzichtbar

Könnte man bei so viel Aufwand nicht auf die Figur der Loreley verzichten, ist sie überhaupt noch zeitgemäß? Werner Groß, Bürgermeister der VG Loreley, zeigt sich ob dieser Frage entsetzt: „Ich bin gerade ein bisschen schockiert. Das kann ich mir wirklich gar nicht vorstellen, das wäre eine Katastrophe!“ Seiner Ansicht nach wäre es ein riesiger Fehler, auf das symbolträchtige Amt zu verzichten. Lenz pflichtet ihm bei: „Die Wertigkeit hat sich enorm entwickelt, das wird auch von außen so wahrgenommen.“ Die Loreley stehe über die Landesgrenze hinaus für die Region Mittelrheintal und repräsentiere gleichzeitig auch das Land Rheinland-Pfalz.

Empfangen wie ein Popstar

Wie können sich die Bewerberinnen ihre neue Aufgabe als Repräsentantin denn vorstellen? Die zukünftige 17. Loreley darf sich auf eine spannende Zeit freuen. Viele große Events wie der Rheinland-Pfalz-Tag, Besuche von hochrangigen Politikern und Delegationen von Partnerstädten aus dem Ausland stehen ebenso im Terminkalender wie die Eröffnung der Weingasse und Rhein in Flammen in St. Goarshausen. „Das sind hochkarätige Veranstaltungen“, sagt Lenz. Gleichzeitig betont er jedoch, dass auch die Feste in der Region fixe Bestandteile sind – etwa die Wahl der Bienen- oder Rosenkönigin in Nastätten. Ein gutes Verhältnis zu den „Kolleginnen“ sei wichtig. Ein besonderes Highlight ist der Besuch der südkoreanischen Partnerstadt Jeju alle zwei Jahre. „Die Koreaner lieben die Loreley, sie wird dort empfangen wie ein Popstar“, erzählt Werner Groß. Insgesamt kann sich das zu rund 80 Auftritten im Jahr summieren. Trotzdem wird bei den Terminen immer darauf geachtet, auch persönliche Interessen und vor allem Verpflichtungen durch Uni oder Arbeit mit unter einen Hut zu kriegen.

Ideal zum Netzwerken

Aber wieso sollte eine junge Frau, eine Aufgabe übernehmen, die so viel Zeit in Anspruch nimmt, vielleicht sogar für mehrere Jahre? Geld bekommt die Loreley nämlich nicht für ihre Arbeit, schließlich ist es ein Ehrenamt. Doch dieses Ehrenamt ist ein Türöffner. Innerhalb eines Jahres könne man sich ein Netzwerk aufbauen, wofür andere sonst zehn Jahre bräuchten, ist sich Groß sicher. Ein weiteres Pro-Argument: „Diese Zeit ist persönlichkeitsbildend, die jungen Frauen gehen aus dem Amt anders raus, als sie reingegangen sind.“

Könnte man die Loreley nicht zumindest entlasten, indem man die Termine auf mehrere Vertreterinnen verteilt? Uli Lenz fällt zu diesem Thema eine Schifffahrtsgesellschaft ein, die für ihre Touren eine „falsche“ Loreley engagiert und diese Idee rasch wieder aufgegeben hätte: die Leute würden die „echte“ Loreley erwarten, keine Kopie. Der Kommentar dazu vom Bürgermeister: „Das ist wie beim Highlander, es kann nur eine geben!“

Die Heimat im Herzen

Was muss diese Eine denn für eine erfolgreiche Bewerbung mitbringen? Lenz und Groß sind sich einig: „Sie muss ihre Heimat lieben und entsprechend repräsentieren können.“ Aus diesem Grund sei es auch wichtig, dass die Loreley aus der Region des Mittelrheins stamme und nicht von außerhalb kommt. Als weitere Punkte nennen sie Selbstständigkeit, Flexibilität und Mobilität, sprich: Führerschein – daher auch das Mindestalter von 18 Jahren. Naturblonde Haare sind übrigens kein ausschlaggebendes Kriterium. „Die Loreley ist nicht nur schmückendes Beiwerk“, unterstreicht Groß. Eine gewisse Eloquenz könne nicht schaden, man müsse jedoch keine langen Reden halten. Viel mehr komme es darauf an, spontan auf die jeweilige Situation zu reagieren und Herzlichkeit auszustrahlen.

Wenn man diese Kriterien erfüllt und die Jury bestehend aus Werner Groß, Uli Lenz, Geschäftsführerin Mareike Buchmann und der noch amtierenden Loreley Theresa im Gespräch überzeugen konnte, muss man sich dann für einen bestimmten Zeitraum verpflichten? Lenz erklärt, das Ziel seien mindestens zwei Jahre im Amt, denn „das hat sich bewährt, nach einem Jahr ist man richtig fit und kann die Zeit genießen.“ Allerdings sei das nicht festgeschrieben und könne der Lage entsprechend angepasst werden.

Erstauftritt im Juni

Und wenn alle Hürden gemeistert wurden, wie läuft die Inthronisierung auf dem Loreley-Plateau ab? Dafür kann sich die zukünftige Loreley schon mal etwas überlegen, denn die Erstauftritte der vergangenen Jahre können sich sehen lassen. Unter anderem kam eine Vorgängerin im riesigen Truck angerollt, eine fuhr in der Kutsche vor und eine weitere wurde herbeigezaubert. „Einmal hätten wir sogar fast eine Fallschirmspringerin gehabt!“, erinnert sich Lenz.

Bisher sind erst wenige Bewerbungen eingegangen, doch die Frist läuft bis zum 23. März. Das Loreley-Team ist zuversichtlich, dass sie auch diesmal wieder ein neues Gesicht finden werden: Das einer jungen Frau im grünen Kleid, die die Region rund um den Loreleyfelsen mit Charme, Herz und Kamm vertreten kann.

Von unserer Mitarebeiterin Lisa Heuper

  • Wer Interesse am Amt der Loreley hat, kann seine Bewerbung mit Lebenslauf und Farbfoto bis Freitag, 23. März, einreichen bei der Loreley-Touristik, Bahnhofstraße 8, 56346 St. Goarshausen, E-Mail: info@loreley-touristik.de. Weitere Informationen gibt es bei Mareike Buchmann, Telefon 06771/9100.

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