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Bad Ems

Bauarbeiter finden halbes Skelett

Die Baugrube, in der Teile des römischen Kastellbades entdeckt wurden, ist eine wahre Schatzkiste.

Das Skelett in der Bad Emser Baugrube stammt wohl aus römischer Zeit.
Das Skelett in der Bad Emser Baugrube stammt wohl aus römischer Zeit.

Bad Ems – Die Baugrube, in der Teile des römischen Kastellbades entdeckt wurden, ist eine wahre Schatzkiste.

Fast im Stundentakt findet der Geschichtsfreund Jürgen Eigenbrod kleine und große Schätze aus römischer Zeit. Erst am Montagabend waren die Bauarbeiter in der Bad Emser Koblenzer Straße auf ein fränkisches Grab gestoßen. Die Reste eines Skeletts, unter anderem der rechte Arm, das rechte Bein und mehrere Rippen, wurden sofort geborgen. Der Schädel fehlte allerdings, was für Archäologen bedauerlich ist. Am Dienstagmorgen entdeckte die Mannschaft beim Abtragen des Estrichs ein Stück eines wunderschönen Terracottabodens mit 16 sehr gut erhaltenen Fliesen. Drei davon sind gestempelt und verweisen auf die bereits bekannte vierte Kohorte der Vindeliker. „Der Fußboden stammt vermutlich aus dem Eingangsbereich des Kastellbades“, sagt Eigenbrod, wie immer bestens gelaunt, wenn er ein Stück Geschichte ausgegraben hat.
Weil die neuen Leitungen unter den jetzt gefundenen Fliesen entlanggelegt werden, müssen die Kacheln raus. Zusammen mit Vermessungstechnikern der Generaldirektion Kulturelles Erbe Rheinland-Pfalz, Direktion Landesarchäologie, – dieses Mal ist Rudolf Eggers angereist – sichert Jürgen Eigenbrod die Funde. „Ich werde jedes einzelne Stück sauber waschen und ins Museum tragen“, verkündet er.
Wie schon bei vorangegangenen Funden weisen auch die 
Terracottakeramiken Abdrücke auf, die vermutlich Ende des zweiten Jahrhunderts von einem stattlichen Hund auf das noch weiche Material eingetreten wurden. Die originellen „Autogramme“ der römischen Tierwelt sollen bei der Neugestaltung der römischen Abteilung des Kur- und Stadtmuseums ein besonderes Glanzlicht werden – vor allem für kleine Besucher.
Während sich Jürgen Eigenbrod und die Experten der Generaldirektion Kulturelles Erbe also noch ein wenig länger in der römischen Unterwelt umschauen, ziehen sich die Bauarbeiten weiter hin. Auf der „Unteren Wipsch“, an den neu gepflasterten alten Bahndamm anschließend, soll noch in dieser Woche ein Teil der alten Asphaltdecke entfernt und anschließend eine neue Tragschicht aufgebracht werden. Die abschließende Deckschicht soll später in einem Rutsch mit der Tragschicht im vierten und fünften Bauabschnitt asphaltiert werden. (cet)

Bad Ems Lahnstein
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