40.000
  • Startseite
  • » Region
  • » Aus den Lokalredaktionen
  • » RZ Altenkirchen/Betzdorf
  • » Vom AK-Land ins "Herz der Basilika": Messe im Petersdom weckt Emotionen
  • Aus unserem Archiv
    Rom/Altenkirchen

    Vom AK-Land ins "Herz der Basilika": Messe im Petersdom weckt Emotionen

    Demut – das empfindet Sven Hellinghausen (42) vor dem Kathedra-Altar in der Haupt-Apsis des Petersdoms in Rom: „Wenn du hier und vor dem Baldachin über dem Petrusgrab stehst, dann merkst du erst, wie klein du bist“, sagt er. Dabei braucht der gebürtige Altenkirchener gar nicht so bescheiden zu sein. Denn die von ihm komponierte Franziskusmesse hat ihren Weg in die Ewige Stadt gefunden.

    Projektorchester und Projektchor des Landes Rheinland-Pfalz führten die im AK-Land von Sven Hellinghausen komponierte Franziskusmesse im Petersdom in Rom auf.  Fotos: Claudia Geimer
    Projektorchester und Projektchor des Landes Rheinland-Pfalz führten die im AK-Land von Sven Hellinghausen komponierte Franziskusmesse im Petersdom in Rom auf. Fotos: Claudia Geimer
    Foto: clg

    Ein hundert Frauen und Männer starker Projektchor des Chorverbandes und 65 Musiker eines Projektorchesters des Landesmusikverbandes Rheinland-Pfalz, singen sein Werk. Auch Sänger und Musiker aus dem AK-Land wirken an diesem einmaligen Unterfangen mit.

    Die Aufführung erfolgt nicht versteckt in einer Seitenkapelle, sondern zentral „im Herzen der Basilika“, wie es Hans-Peter Fischer zu Beginn der Messe formuliert. Der Freiburger Theologe und Kirchenhistoriker ist Rektor des Campo Santo Teutonico, der ältesten deutschen Nationalstiftung in Rom, zu der unter anderem der bekannte gleichnamige Friedhof unweit der Kathedrale gehört. Dass er die Messe mit der internationalen Uraufführung des Werks eines Komponisten aus dem AK-Land zelebriert, zeigt ebenfalls die Wertschätzung, die der Vatikan dem Geschenk Hellinghausens an den Papst entgegenbringt.

    Die Aufführung an einem so prominenten Ort im Dom – „ist eine große Ehre und überwältigend“, sagt Hellinghausen später. Was alles in diesen Tagen in Rom so passiert ist: die Begegnung mit Papst Franziskus am Ende einer Generalaudienz auf dem Petersplatz, die Aufführung der Franziskusmesse und der Rummel drum herum – „das werde ich erst im Nachhinein begreifen“, fügt er hinzu. Die Aufführung selbst, sagt Hellinghausen, habe er nicht wirklich genießen können. „Man ist am Dirigentenpult allein, und ich war schon etwas verkrampft“, gesteht er.

    Komponist Sven Hellinghausen dirigiert seine Messe, während Rektor Hans-Peter Fischer den Gottesdienst im Petersdom zelebriert.
    Komponist Sven Hellinghausen dirigiert seine Messe, während Rektor Hans-Peter Fischer den Gottesdienst im Petersdom zelebriert.
    Foto: clg

    Das ist kein Wunder. Denn die Kulisse der größten Kirche der Welt mit den prachtvoll barocken Monumenten wirkt überwältigend auf alle Beteiligten: Dirigent, Chor, Orchester und die ausgewählte Besucherschar aus der Heimat. Das Zusammenspiel von Kathedrale, Gottesdienst, Musik und Gesang der Franziskusmesse rufen starke Emotionen hervor – auch beim „Maestro“ selber, wenn auch mit zeitlicher Verzögerung.

    „Ich wollte die Menschen bewegen, ich selbst war erst später bewegt.“

    Auf dem Heimweg nach dem Auftritt, auf Höhe der Engelsburg – „habe ich noch einmal zum Petersdom zurück geblickt und wie ein Schlosshund geheult“.

    Nicht nur der Komponist und Dirigent ist gerührt. Wer in die Runde blickt, sieht reihum Sänger, Musiker und Besucher, die nah am Wasser gebaut haben und ebenso von der Atmosphäre sichtlich und spürbar ergriffen sind. Sie alle schämen sich ihrer Tränen nicht, und sie brauchen es auch nicht.

    „Schön, dass du die Menschen durch dein Werk im Sinne von Papst Franziskus zusammengebracht hast“, habe eine von unzähligen Reaktionen auf die Messe gelautet, so erzählt Hellinghausen. Ehefrau Nicole (41) und Töchterchen Leni (5) sind in Rom an seiner Seite, sitzen in der ersten Reihe. Die Familie fühlt und fiebert natürlich mit. „Aufregend, spannend und ein bisschen anstrengend“, meint Nicole. Auch ihr kommt das, was sie am Tiber erleben, unwirklich vor:

    „Es ist wie in einem ganz anderen Leben, in einer anderen Welt.“

    Er habe vorher keine Erwartungen gehabt, sagt der Ehemann. „Die Messe ist zu mir gekommen, ich bin ein Teil dieses Prozesses gewesen. Heute geht mit der Aufführung das Projekt zu Ende, aber die Messe beginnt.“ Eine CD ist geplant, und für die Franziskusmesse gebe es bereits Bestellungen aus Italien und der Schweiz.

    Sven Hellinghausen trifft Papst Franziskus und überreicht ihm als Geschenk die Partitur der Franziskusmesse. Töchterchen Leni erlebt diesen stolzen Moment, ebenso wie die Verbandsfunktionäre Hermann-Josef Esser und Karl Wolff. Foto: Servizio Fotografico-L'Osservatore Romano
    Sven Hellinghausen trifft Papst Franziskus und überreicht ihm als Geschenk die Partitur der Franziskusmesse. Töchterchen Leni erlebt diesen stolzen Moment, ebenso wie die Verbandsfunktionäre Hermann-Josef Esser und Karl Wolff.
    Foto: Servizio Fotografico-L'Osservatore Romano

    Der Erste, der eine CD, wenn es sie geben wird, zugeschickt bekommt, ist natürlich Papst Franziskus. Die Partitur hat der Heilige Vater schon in seinen Händen. Denn es hat tatsächlich geklappt: Hellinghausen konnte nach einer der wöchentlichen Generalaudienzen auf dem Petersplatz dem Papst persönlich nachträglich sein Geschenk zum 80. Geburtstag überreichen und sogar ein paar Worte mit ihm wechseln.

    „Er spricht Deutsch, und er war sehr angetan“, erzählt er von diesem Highlight. Töchterchen Leni war, dank wohlwollender Sicherheitsbeamter, mit in den Bereich „geschmuggelt“ worden. Die Kleine hatte für den Papst ein Bild gemalt. „Franziskus hat auf Lenis Geschenk viel länger geschaut als auf die Noten. Aber ich will nicht neidisch sein“, so der Papa stolz.

    Franziskus sei zunächst sehr fröhlich gewesen, berichtet Hellinghause weiter. Aber, als der Heilige Vater weitergehen wollte, habe er auf einmal nachdenklich gewirkt und gesagt: „Betet für mich, ich kann es gebrauchen.“ Diese Bitte des Papstes, sagt der Altenkirchener, „will ich weitergeben“.

    Von unserer Mitarbeiterin Claudia Geimer

    Konzert in den "heiligen Hallen" etwas Besonderes

    Einen Abend nach der Aufführung der Franziskusmesse im Petersdom wurde das Werk aus der Feder von Sven Hellinghausen ein zweites Mal in Rom gegeben. Ort des Konzerts war die Basilika des Heiligen St. Ignatius von Loyola im Herzen der Altstadt.
    Projektchor und Projektorchester führten neben der Messe weitere Werke auf. Am Rande äußerte sich Karl Wolff (Birnbach), Präsident des Landeschorverbandes Rheinland-Pfalz, zu den Tagen in Rom. „Die Audienz beim Papst war sehr bewegend und prägend für die Zukunft. Bei der Messe haben Chor und Orchester zu einem harmonischen Klang zusammengefunden.“ Verbandschorleiter Michael Rinscheid (Singkreis Wehbach) sagte: „Ein unglaubliches Erlebnis für alle Beteiligten, im Petersdom zu singen und zu musizieren. Auch für mich ist es immer wieder schön, in diesen heiligen Hallen konzertant tätig zu sein.“ cl

    Franziskusmesse im Petersdom: Sänger und Musiker fühlen sich dem Himmel nahe

    Rom/Kreis Altenkirchen. Auch am Abend des Rückfluges von Rom nach Köln sind die Mitwirkenden an der Franziskusmesse im Petersdom und ihre Begleiter noch voll im Bann des Geschehens. Sänger und Musiker aus dem AK-Land haben an diesem einmaligen Projekt mitgewirkt.

    „Wie soll ich das in Worte fassen? Überwältigend“, meint Carmen Radermacher aus Birken-Honigsessen – und spricht damit wohl der Mehrzahl ihrer Kollegen aus der Seele. Die 41-Jährige hat im Projektorchester Klarinette gespielt und zudem im Vorfeld auch organisatorische Dinge erledigt, unter anderem Flüge und Hotelzimmer gebucht und Transporte geregelt. Das alles, sagt sie, habe gut geklappt.

    Judith Steiger schwärmt von der Atmosphäre im Petersdom. Die 44-Jährige gehört ebenso wie Carmen Radermacher der Bergkapelle Birken-Honigsessen 1903 an. Ihr Saxofon konnte sie allerdings zu Hause lassen. Denn Judith war gewissermaßen Teil des Fanclubs der Ensembles: Sowohl Projektchor als auch Projektorchester hatten Ehepartner, Freunde, Bekannte und Vereinskollegen mit in die ewige Stadt gebracht. „Du wirst auch als Zuhörer mitgerissen“, schildert sie ihr Eindrücke.

    „Die Messe war der Höhepunkt der ganzen Vorbereitungen“, fügt Ehemann Horst Steiger hinzu. Er hat als Posaunist im Orchester mitgespielt. Allerdings brauchte er sein Instrument nicht in den Flieger zu schleppen. „Es fährt im Bus mit“, sagt der 46-jährige Musiker der Bergkapelle und lacht. Die Erwartungen im Vorfeld seien bei Weitem übertroffen worden: „Die Stadt, der Petersdom, die Ignatiuskirche, das ist alles noch nicht zu greifen.“

    Die Hauptorgel im Petersdom zu spielen, das war für Organist Tobias Kötting aus Birken-Honigsessen eine ganz besondere Ehre.
    Die Hauptorgel im Petersdom zu spielen, das war für Organist Tobias Kötting aus Birken-Honigsessen eine ganz besondere Ehre.
    Foto: clg

    Auch für Organist Tobias Kötting, ebenfalls aus Birken-Honigs-essen, erfüllte sich ein Lebenstraum. Die Hauptorgel im Petersdom spielen zu dürfen, „das ist für einen Amateur wie mich eine außerordentliche Ehre und ein bleibender Eindruck“, schildert er seine Empfindungen kurz vor dem Beginn der Franziskusmesse im Petersdom. Die Stimmung in der Truppe umschreibt der Musiker als „wunderbar“ und „freudig erregt“.

    So fühlt sich auch Alexandra Kohl aus Elben kurz vor dem Auftritt. „Gänsehaut, Adrenalin pur“, schildert die Sängerin des Singkreises Wehbach ihre Stimmungslage. Sie sei dankbar, dabei gewesen zu sein: „So etwas erlebt man im Leben nicht öfters.“

    Deswegen fällt es manchem Gläubigen auch schwer, der Predigt von Hans-Peter Fischer, Rektor des Campo Santo Teutonico, gänzlich zu folgen. Denn immer wieder schweifen die Blicke zur Seite und nach oben zur prachtvollen Kulisse des Petersdoms. Die Atmosphäre ist so, wie es Sängerin Alice Hanslik aus Straßenhaus zum Ausdruck bringt: „Ich fühle mich dem Himmel so nahe.“

    Von unserer Mitarbeiterin Claudia Geimer

    Altenkirchen Betzdorf
    Meistgelesene Artikel
    Anzeige
    Anzeige
     
    Ihre Ansprechpartner in der Redaktion
    Markus Kratzer (kra)
    Redaktionsleiter
    Tel 02681/9543-21
    E-Mail
    Volker Held (vh)
    stv. Redaktionsleiter
    VG Altenkirchen
    Tel 02681/9543-33
    E-Mail
    Elmar Hering (elm)
    Redakteur
    VG Wissen & Hamm
    Tel 02681/9543-13
    E-Mail
    Andreas Neuser (an)
    Redakteur
    VG Betzdorf, Gebhardshain
    Tel 02741/9200-68
    E-Mail
    Daniel Weber (daw)
    Redakteur  
    VG Daaden, Gebhardshain, Stadt Herdorf
    Tel 02741/9200-67
    E-Mail
    Peter Seel (sel)
    Redakteur VG Kirchen
    Tel 02741/9200-65
    E-Mail
    Sonja Roos (sr)
    Redakteurin VG Hamm
    Tel 02681/9543-19
    E-Mail
    Beate Christ (bc)
    Reporterin VG Flammersfeld
    Tel 0170/2110166
    E-Mail
    Online regional
    Markus Eschenauer Markus Eschenauer (me)
    Online regional
    Tel. 02602/160474
    E-Mail
    epaper-startseite
    Regionalwetter Westerwald
    Montag

    4°C - 6°C
    Dienstag

    6°C - 7°C
    Mittwoch

    7°C - 12°C
    Donnerstag

    4°C - 10°C
    News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach