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Kreis Altenkirchen

Vergleich der Regionen: AK-Land verliert immer mehr den Anschluss

Markus Kratzer

Aschermittwoch ist zwar erst morgen. Aber der aktuelle bundesweite Vergleich aller Landkreise ist jetzt schon dazu angetan, im AK-Land Katerstimmung zu verbreiten. Denn in der vom Nachrichtenmagazin „Focus“ herausgegebenen Liste für das Jahr 2018, die das Leistungsvermögen der Regionen vergleicht, ist der Kreis Altenkirchen auf Rang 346 aller 401 Kreise und kreisfreien Städte in Deutschland abgerutscht. Vor drei Jahren ordnete sich die Region noch auf Platz 263 ein.

Ist der Internetausbau im Kreis Altenkirchen einmal abgeschlossen, könnte sich diese Tatsache positiv auf die Platzierung des AK-Landes auswirken. Foto: Beate Christ
Ist der Internetausbau im Kreis Altenkirchen einmal abgeschlossen, könnte sich diese Tatsache positiv auf die Platzierung des AK-Landes auswirken.
Foto: Beate Christ

Doch wie aussagekräftig ist eine solche Liste? Dieses jetzt vorgestellte Ranking deckt ein weites Spektrum von Faktoren ab, mit denen sich punkten lässt. Wo siedeln sich Firmen an und schaffen Arbeitsplätze? Wo stimmt die Infrastruktur, wo kann man sicher leben? Wo harmonieren Umwelt und Landwirtschaft? Für die Untersuchung hat der Kölner Forscher Wolfgang Steinle im Auftrag des „Focus“ 21 Einzelindikatoren in fünf Kategorien gebündelt. Und in der Summe landet das AK-Land auf Rang 346 – weit weg vom Landkreis München als Sieger der Auswertung, bedrohlich nahe am Schlusslicht, dem Salzlandkreis rund um Bernburg an der Saale (Sachsen-Anhalt).

Schaut man nur auf die 24 Kreise und 12 kreisfreien Städte in Rheinland-Pfalz, so landet der Kreis Altenkirchen in diesem Feld auf Platz 33 und lässt damit nur den Kreis Kusel und die Stadt Pirmasens hinter sich. Die „Medaillen“ im Land holten der Kreis Mainz-Bingen (bundesweit Platz 7), der Kreis Germersheim (Platz 62) und die Stadt Trier (Platz 113). Unsere Nachbarkreise Westerwald (Platz 131) und Neuwied (Platz 196) finden sich in der oberen Hälfte des Gesamtrankings wieder. Auch die Regionen aus Nordrhein-Westfalen, die ans AK-Land grenzen, schneiden allesamt besser ab: der Rhein-Sieg-Kreis auf Rang 173, der Kreis Siegen-Wittgenstein auf 178, der Kreis Olpe auf 182 sowie der Oberbergische Kreis auf Platz 229.

Aber wie schnitt der Landkreis Altenkirchen in den fünf einzelnen Kategorien ab? Hier ein Blick in die detaillierte Analyse:

Wachstum und Jobs: Hier landete man an Sieg und Wied auf Platz 307. Eine prosperierende Wirtschaft sowie ein gutes Arbeitsplatzangebot sind hier die zentralen Kennzahlen. Gemessen wurden hier die Wirtschaftsleistung (Bruttoinlandsprodukt je Einwohner) und die Arbeitslosenquote. Berücksichtigt sind sowohl ein aktueller Wert als auch die Entwicklung beider Indikatoren über mehrere Jahre, um Verläufe zu zeigen. Auffallend hier: Der benachbarte Westerwaldkreis fährt hier mit Platz 5 ein bundesweites Spitzenergebnis ein.

Firmengründungen: Hier muss das AK-Land mit Rang 338 sein schlechtestes Einzelergebnis „hinnehmen“. Diese Kategorie ist ein Maßstab für die wirtschaftliche Aufbruchstimmung einer Region. Gemessen wurden die Gewerbeanmeldungen und der Saldo der Ab- und Anmeldungen.

Hinzu kommen neu als zunehmend wichtige Voraussetzung die Verfügbarkeit und Verbreitung von schnellerem Internet (mit mindestens. 50 Mbit/s). Die aktuelle kreisweite Initiative, der Region flächendeckend schnelles Internet anzubieten, fand bis zum Ende der Auswertung noch keine Berücksichtigung.

Lebensqualität: Mit Rang 292 belegt das AK-Land in dieser umfangreichen Erhebung einen Platz im unteren Mittelfeld. Denn diese Kategorie umfasst eine Vielzahl von Teilbereichen: die Sicherheit (gemessen an Straßenkriminalität und Wohnungseinbruchsdiebstahl), den Bereich Nachwuchs (Arbeitskräftepotenzial der 10- bis unter 25-Jährigen) sowie den Faktor Gleichbehandlung von Frauen und Männern bei den Löhnen.

Hinzu kommen das Risiko der Altersarmut (Quote der Empfänger von Grundsicherung ab 65), die Gesundheit (gemeldete Krankheitstage) sowie der Bereich Infrastruktur. Die Höhe der kommunalen Steuereinnahmen sowie die nachhaltige Trinkwasserqualität (Nitratgehalt im Sickerwasser) fließen ebenfalls in das Ergebnis in dieser fünften Kategorie ein.

Produktivität und Standortkosten: In diesen Bereich fällt das beste Einzelergebnis des Kreises – auch wenn man sich auf Platz 273 der zweiten Tabellenhälfte wiederfindet. Diese Kategorie beantwortet die Frage, welche Wertschöpfung Angestellte mit ihrer Arbeit erzielen (Bruttoinlandsprodukt je Erwerbstätigenstunde) und wie hoch die Steuerbelastung für Betriebe ist (Gewerbesteuerhebesatz).

Einkommen und Attraktivität: Hier landet man an Sieg und Wied auf Rang 283. Die Höhe der Arbeitsentgelte sowie der Haushaltseinkommen decken den Aspekt der wirtschaftlichen Teilhabe aller am Erfolg einer Region ab. Hinzu kommt der Indikator des Wanderungssaldos aus Zu- und Wegzügen.

Von unserem Redaktionsleiter Markus Kratzer
Altenkirchen Betzdorf
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