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Daaden/Ludwigshafen

Schilder-Idee aus Daadener Land preisgekrönt: Arbeitskreis Heimatgeschichte bei Wettbewerb erfolgreich

Daniel Weber

Riesenfreude beim Arbeitskreis Heimatgeschichte Daadener Land: Die Hobbyhistoriker haben erfolgreich an dem mit 1000 Euro dotierten, landesweiten Ideenwettbewerb „Ehrenamt 4.0“ teilgenommen. Ihre Idee, den geschichtlichen Hintergrund von Straßennamen im Daadener Land auf Zusatzschildern mit sogenannten QR-Codes zu erläutern, wurde von einer Jury zu den zehn besten Projekten auserkoren.

Marc Rosenkranz, Ulrich Meyer, Ilona Rosenkranz (3. bis 5. von links) sowie Volker Rosenkranz (3. von rechts) vom Arbeitskreis Heimatgeschichte Daadener Land bei der Preisverleihung in Ludwigshafen mit Staatssekretärin Heike Raab (4. von rechts), Moderatorin Sarah Stein und den Jurymitgliedern.  Foto: Staatskanzlei RLP/ Sell
Marc Rosenkranz, Ulrich Meyer, Ilona Rosenkranz (3. bis 5. von links) sowie Volker Rosenkranz (3. von rechts) vom Arbeitskreis Heimatgeschichte Daadener Land bei der Preisverleihung in Ludwigshafen mit Staatssekretärin Heike Raab (4. von rechts), Moderatorin Sarah Stein und den Jurymitgliedern.
Foto: Staatskanzlei RLP/ Sell

Die Auszeichnung erfolgte am Mittwoch im Rahmen des ersten Digitalforums Rheinland-Pfalz in Ludwigshafen. Bei dem Kongress stellten Ministerpräsidentin Malu Dreyer sowie Wirtschaftsminister Volker Wissing und Umweltministerin Ulrike Höfken die Digitalstrategie des Landes vor und diskutierten mit rund 350 Bürgern über digitale Ziele und Maßnahmen in den Bereichen Arbeit, Energie, Wirtschaft und Infrastruktur.

Den Wettbewerb „Ehrenamt 4.0“, der nun zum zweiten Mal ausgeschrieben worden war, stellte die Ministerpräsidentin ausdrücklich in den Kontext der digitalen Zukunft im Land: „Um den gesellschaftlichen Zusammenhalt weiter zu stärken, unterstützen wir das Ehrenamt, damit es von digitalen Chancen profitiert“, sagte Dreyer. Auch Staatssekretärin Heike Raab betonte bei der Preisverleihung: „Selbstverständlich lebt das Ehrenamt vom direkten Kontakt und Austausch. Das soll auch so bleiben. Dennoch können sich Ehrenamt und Digitalisierung perfekt ergänzen.“

Zu den ausgezeichneten ehrenamtlichen Projekten, die digital oder mit digitaler Unterstützung umgesetzt werden, zählt auch die Idee des Arbeitskreises Heimatgeschichte in Daaden. Dieser ist, wie in der RZ ausführlich berichtet, seit einiger Zeit damit beschäftigt, die Herkunft besonderer Straßennamen im Daadener Land zu erforschen – mit dem Ziel, Gästen wie Einheimischen deren Ursprung und Bedeutung auf Infotafeln näherzubringen. Bei der Feier zum zehnjährigen Bestehen des Druiden­steigs Mitte Juni wurde das erste Zusatzschild im Daadener Schützenhof präsentiert. Mittlerweile hat man etwa 30 solcher Schilder in Daaden, Biersdorf, Emmerzhausen, Friedewald und Mauden angebracht – und weitere sollen folgen.

Infotafeln mit QR-Codes – wie diese hier im Daadener Schützenhof – erklären die Herkunft besonderer Straßennamen. Foto: Daniel Weber
Infotafeln mit QR-Codes – wie diese hier im Daadener Schützenhof – erklären die Herkunft besonderer Straßennamen.
Foto: Daniel Weber

Das Besondere: Jedes dieser Schilder ist nicht nur mit einem erklärenden Text und einem zumeist historischen Foto zur jeweiligen Straße versehen – sondern auch mit einem sogenannten QR-Code. Dieser kann etwa mit einem Smartphone gescannt werden und leitet den Nutzer dann weiter auf eine vom Arbeitskreis gepflegte Datenbank, auf der es zusätzliche Informationen zu Personen, geschichtlichen Hintergründen oder alten Gemarkungsnamen zu lesen gibt.

„Durch den Einsatz dieser Technologie wird es möglich, dass Nutzerinnen und Nutzer mobiler Endgeräte vor Ort sehr schnell und unkompliziert Einblick in historische Details nehmen können“, würdigt die Jury die Fleißarbeit der Daadener Heimatforscher, „Geschichte wird auf diese Weise lebendig.“

Den Arbeitskreis auf den Wettbewerb aufmerksam gemacht hatte Dirk Klein von der Daadener Verwaltung. Marc Rosenkranz aus Emmerzhausen war es dann, der vor zwei Wochen den Anruf aus der Staatskanzlei mit der tollen Nachricht erhielt. Beim Arbeitskreis Heimatgeschichte freut man sich natürlich riesig: „Dass wir zu den Preisträgern gehören, kam für uns überraschend, da wir keine Ahnung hatten, welche Projekte da überhaupt eine Gewinnchance haben und wie viele Bewerber es landesweit gibt“, sagt Vorsitzender Ulrich Meyer. Bei der Preisverleihung habe man mit Interesse auch die anderen prämierten Projekte kennengelernt und dabei die eine oder andere Anregung für die eigene Arbeit mitnehmen können. „Die 1000 Euro können wir zur Finanzierung unserer Aktion gut gebrauchen, die circa 4000 bis 5000 Euro kostet“, sagt Meyer. Zwar hätten die Kommunen weitestgehend zugesagt, die Kosten „ihrer“ Schilder zu übernehmen, „dennoch bleiben noch einige allgemeine Kosten übrig, die wir aus unserer Kasse bestreiten“.

Zumal das Projekt für die Heimatforscher längst nicht abgeschlossen ist: Für einige Schilder müssen noch die digitalen Informationen hinterlegt werden, sagt Meyer. Und bis Jahresende sollen die Infotafeln für Derschen, Nisterberg, Oberdreisbach, Weitefeld, Niederdreisbach, Schutzbach und den Rest von Friedewald im Entwurf fertig sein, sodass sie spätestens Anfang 2019 montiert werden können. Zum Ursprung mancher Straßennamen wird übrigens noch geforscht – die Mithilfe der Bevölkerung ist ausdrücklich erwünscht.

Von unserem Redakteur Daniel Weber

Heimatforscher bitten bei ihren Recherchen um Mithilfe

Folgende Straßen im Daadener Land wurden bereits mit einem Zusatzschild versehen:

Daaden: Am Hahnenkopf, Am Silberberg, Dr.-Karl-Heinz-Muhr-Straße, Gerberstraße, Hüttenweg, Im Schützenhof, Jungental, Kronenburgerweg, Lamprechtstraße, Mühlhofsweg, Saynische Straße, Schaftrift, Sonnenborn, Ströthe.

Biersdorf: Am Füsseberg, Am Glaskopf, Mühlhof.

Emmerzhausen: Auf dem Hof, Borngasse, In der Erzhard, In der Ley, Struthweg.

Friedewald: Alexanderring, Graf-Gottfried-Straße, Kaiser-Ludwig-Straße, Prinz-Otto-Straße.

Mauden: In der Holl, In der Spichwiese, Kälberbitze.

Der Arbeitskreis Heimatgeschichte plant, weitere Straßen mit einem Zusatzschild zu versehen. Hierbei setzt er in einigen schwierigen Fällen auch auf Mithilfe aus der Bevölkerung. Wer Hinweise zu den nachfolgend genannten Straßennamen geben oder dem Arbeitskreis ein Foto zur Verfügung stellen kann, kann sich gerne bei Ulrich Meyer (Tel. 02743/ 4326) oder bei Marc Rosenkranz (Tel. 02743/6478) melden:

Derschen: In der Trift, Kirchweg, Mühlweg, Schmiedengasse, Zur Burg.

Friedewald: Am Heckelchen, Am Untertor, Auf dem Driesch, Im Flecken, In der Borngasse, In der Kalkbitze, Vor dem Heldshahn, Vor der Struth.

Niederdreisbach: Alter Weg, Bremenfeld, Kupferkaule, Neue Hoffnung, Robert-Schutte-Weg.

Schutzbach: Alter Weg, Auf dem Ebenhahn, Im Stangerwald, Struthweg.

Weitefeld: Alte Stroth, Am Rain, An der Steinart, Hollerweg, Im Samensgarten, Im Schlosssteinchen, In der Theiswiese, Pudelwiese, Triftweg, Zum Baumert, Zum Erlenborn, Zum Steimel. daw

Altenkirchen Betzdorf
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