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Kreis Altenkirchen

Drogen: 82 Führerscheine entzogen

Beate Christ

Sie fahren zu schnell, sind betrunken am Steuer oder stehen unter Drogen: Autofahrern wird aus unterschiedlichsten Gründen der Führerschein entzogen. Wenn die Kreisverwaltung Altenkirchen 2017 aktiv wurde, waren meist Drogen der Grund. Bei gerichtlichen Entzügen (bei Vergehen also, die von der Staatsanwaltschaft angeklagt werden) war zu rund 80 Prozent Alkohol am Steuer die Ursache.

Drogen am Steuer: Im Kreis Altenkirchen hat dieses Delikt 82 Autofahrer im vergangenen Jahr den Führerschein „gekostet“. Die Behörden verfolgen eine „Null-Toleranz-Politik“.  Foto: dpa
Drogen am Steuer: Im Kreis Altenkirchen hat dieses Delikt 82 Autofahrer im vergangenen Jahr den Führerschein „gekostet“. Die Behörden verfolgen eine „Null-Toleranz-Politik“.
Foto: dpa

„In den letzten 20 Jahren hat die Drogenproblematik erheblich zugenommen“, stellt Rainer Claus, zuständiger Mitarbeiter in der Kreisverwaltung Altenkirchen, fest. Im Jahr 2017 entzog die Verwaltung in 82 Fällen aufgrund von Fahren unter dem Einfluss von Drogen die Fahrerlaubnis. Daneben gab es 43 gerichtliche Entzüge. Bei harten Drogen spiele es keine Rolle, wie viel Rückstände im Blut nachgewiesen werden können. Hier verfolge die Kreisverwaltung Altenkirchen eine „Null-Toleranz-Politik“. Eine eher untergeordnete Rolle spielen laut Claus Führerscheinentzüge in der Probezeit oder weil die Fahrer zu viele Punkte in Flensburg gesammelt haben.

Was allerdings in den letzten Jahren zugenommen habe, sei die Altersproblematik. „Immer häufiger müssen wir die gesundheitliche Eignung älterer Verkehrsteilnehmer überprüfen“, hält Claus fest. Und: „Es gibt viele Ursachen, warum Autofahrern der Führerschein entzogen wird. Die Zahlen variieren von Jahr zu Jahr.“

Doch zurück zu den Autofahrern, die mit Drogen am Steuer erwischt werden. Für die meisten ist der Entzug des Führerscheins bitter und der Wunsch groß, ihn schnell wieder zurückzubekommen. „Wir lassen hier niemanden alleine“, gibt Rainer Claus zu verstehen. Er und seine Kollegen informieren die Autofahrer über sämtliche mögliche Maßnahmen, die getroffen werden müssen, um die Wiedererteilung des Führerscheins zu erlangen.

„Wir beraten und weisen darauf hin, was zu tun ist, um eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) zu bestehen“. Auf diese Prüfung am Ende eines recht langen Weges sei es wichtig, sich gut vorzubereiten, um die Drogenabstinenz nachzuweisen und zu glaubhaft belegen, dass man geeignet sei, wieder ein Fahrzeug zu führen.

Hier sei es laut Rainer Claus ratsam, sich Hilfe bei Verkehrspsychologen oder entsprechenden Gruppen wie etwa bei der Diakonie zu holen. Neben diesen Gesprächen fallen Drogenscreenings an. Danach folgt die eigentliche MPU. „Erst wenn diese bestanden ist, können wir dem Antrag auf Wiedererteilung der Fahrerlaubnis stattgeben“, erklärt Claus. Das Ganze koste nicht nur jede Menge Nerven, sondern sei auch eine recht teure Angelegenheit. Die Medizinisch-Psychologische Untersuchung allein schlage mit 600 bis 800 Euro zu Buche. Sie besteht aus drei Teilen: einem Reaktionstest einer psychologischen, sowie einer medizinischen Untersuchung.

Hinzu kommen noch die Kosten für die Vorbereitung bei Verkehrspsychologen oder Beratungsgruppen und für Drogenscreenings. „Je nachdem, wo man sich vorbereitet, können die Gesamtkosten variieren“, sagt Claus. Auf jeden Fall würden sich die Summe in einem größeren vierstelligen Bereich bewegen.

Von Beate Christ und Robin Brand

Altenkirchen Betzdorf
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