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    Betzdorf/Horhausen

    Die eigene Freundin vergewaltigt

    Richterin Tanja Becher urteilte in aller Deutlichkeit in Richtung des Angeklagten: „Sie haben dem Opfer einige Monate das Leben zur Hölle gemacht.“ Das Opfer war eine junge Frau, die von ihrem Freund geschlagen, mehrfach sexuell genötigt und in einem Fall sogar vergewaltigt worden war. Der Freund wandert für diese Taten hinter Gitter. Das Jugendschöffengericht in Betzdorf verurteilte den zur Tatzeit 20 Jahre alten Mann zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

    Betzdorf/Horhausen. Richterin Tanja Becher urteilte in aller Deutlichkeit in Richtung des Angeklagten: „Sie haben dem Opfer einige Monate das Leben zur Hölle gemacht.“ Das Opfer war eine junge Frau, die von ihrem Freund geschlagen, mehrfach sexuell genötigt und in einem Fall sogar vergewaltigt worden war. Der Freund wandert für diese Taten hinter Gitter. Das Jugendschöffengericht in Betzdorf verurteilte den zur Tatzeit 20 Jahre alten Mann zu einer Haftstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten.

    Tatort war die gemeinsame Wohnung in Horhausen. Die Taten selbst wurden zwischen September und Dezember 2008 begangen. Damals waren Svenja W. und Markus K. (Namen von der Redaktion geändert) zusammengezogen. Doch die Beziehung der jungen Leute, sie 18, er 20 Jahre alt, stand unter keinem guten Stern. Markus K. war extrem eifersüchtig, kontrollierte seine Freundin auf Schritt und Tritt. Immer wieder kam es zum Streit. Es ging um Geld und den Haushalt. Während Markus K. arbeiten ging, sollte sich seine Freundin um die Wohnung kümmern. Doch die 18-Jährige war bald genervt von der Eifersucht und dem Kontrollwahn ihres Freundes. Sie fühlte sich zunehmend, so ihre Aussage vor Gericht, unter Druck gesetzt.

    Ein Streit eskalierte: „Er gab mir eine Backpfeife und schlug mich mit der Faust gegen die Schulter“, erzählte die heute 20-Jährige vor Gericht. Doch dabei blieb es nicht. Markus K. zwang seine Freundin zum Geschlechtsverkehr. „Er hielt mich fest. Ich hatte keine Kraft, mich zu wehren“, berichtete die junge Frau. Aus Angst vor weiterer Gewalt, habe sie in der Folgezeit mehrmals den Geschlechtsverkehr über sich ergehen lassen: „Ich habe mich gefügt.“ Für Außenstehende schwer nachvollziehbar, hatte sich die damals 18-Jährige sogar mit dem Angeklagten verlobt und Hochzeitspläne geschmiedet. „Ich habe ihn trotzdem geliebt“, erklärte die junge Frau. Doch schließlich flüchtete sie am Nikolaustag 2008 aus der gemeinsamen Wohnung zu einer Freundin. Nach Drohungen per Telefon und SMS, zeigten die beiden Frauen Markus K. bei der Polizei an.

    Der heute 23-Jährige bestritt vor Gericht die ihm zu Last gelegten Taten: „Ich habe sie nicht vergewaltigt oder sexuell genötigt und auch nicht geschlagen.“ Von Unrechtsbewusstsein und Reue keine Spur. Doch weder Staatsanwaltschaft noch Gericht glaubten diesen Beteuerungen. Staatsanwalt Sebastian Trobisch (Koblenz) forderte in seinem Plädoyer drei Jahre Haft. Die Ex-Freundin sei glaubwürdig, sie habe keinerlei Belastungstendenz gezeigt. Gegen den Angeklagten spreche zudem sein erhebliches Vorstrafenregister.
    Verteidiger Frank-Hinrich Mayer (Neuwied) sprach sich für eine Bewährungsstrafe aus. Den Tatbestand der Vergewaltigung sah er nicht als erwiesen an: „Die beiden waren allein. Hier steht Aussage gegen Aussage.“ Zugunsten des Angeklagten, so der Verteidiger, sprachen schwierige Lebensumstände in der Kindheit. Der junge Mann war bei Pflegeeltern groß geworden, seine Mutter war bei seiner Geburt erst 15 Jahre alt. Verhaltensauffälligkeiten in der Schule führten dazu, dass Markus K. von einer jugendpsychiatrischen Einrichtung zur nächsten wanderte. Die Schule brach er ab, wechselte mehrmals den Arbeitsplatz. Hinzu kamen Schulden durch seine Spielleidenschaft. Doch inzwischen, so der Anwalt, habe der Angeklagte sein Leben im Griff. Er habe in Hamburg eine gute Stelle gefunden und eine Lebensgefährtin, die ein Kind erwarte.
    Doch das Gericht ließ keine Milde walten. „Es gibt wenig, was zu ihren Gunsten spricht“, sagte Richterin Becher an die Adresse des Angeklagten gerichtet. Nachteilig beim Strafmaß wirkten sich die Vorstrafen aus. Markus K. sei zur Tatzeit, laut eines Gutachtens, auch nicht vermindert schuldfähig gewesen. Das Opfer sei glaubwürdig, betonte die Richterin. „Wir haben keine Zweifel, der Zeugin zu glauben.“

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