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Kell am See

Zidder, Motten-Stampes und beschwipste Juffern

Michael Krämer hat den Herd und das Bild seiner Urgroßmutter im Gastraum gut sichtbar in Positur gestellt. Wie er heute kochte auch sie schon im traditionsreichen Hotel „Zur Post“ in Kell am See. In diesen Tagen dreht sich bei den Gastronomen am Saar-Hunsrück-Steig alles um „Omas Küche“. Auch das Rezeptbuch seiner Urgroßtante von 1941 hat er wieder aufgeschlagen und sich mit der Hauswirtschaftsmeisterin Anneliese Lorscheider aus Grimburg zusammengesetzt, die sich mit den traditionellen Hunsrücker Rezepten bestens auskennt.

Emily Niehren und Patrizia Duhr vor Herd und Bild der Urgroßmutter des „Zur Post“-Wirtes in Kell am See.
Emily Niehren und Patrizia Duhr vor Herd und Bild der Urgroßmutter des „Zur Post“-Wirtes in Kell am See.
Foto: Michael Krämer

„Gut und deftig“ beschreibt die Speisekarte die Menüfolge der kulinarischen Tage aus „Omas Küche“. Eines der Gerichte ist Motten-Stampes mit Blutwurst, die Leibspeise von Anneliese. Kartoffeln und Möhren, die Motten, werden in einem Topf gekocht, und dazu gibt es gebratene Blutwurst von der Metzgerei Schmitt. Auch die Zidder vom Hunsrückschwein aus der Metzgerei Kneppel steht auf Empfehlung von Anneliese auf der Karte. Die Zidder ist eine Sülze und heißt im Hunsrück so, weil sie vor dem Aufschneiden so schön zittert. Dazu gibt es Bratkartoffeln. Und weil die Hunsrücker weltoffen sind, schauen sie auch über den Tellerrand und nahmen auch die gepökelte Ochsenzunge von der „schwäbischen Oma“, das Ragout fin von der „französischen Oma“, den Schnitzeltoast von der Oma aus Amerika und die Frikadelle im Rohr aus dem Saarland mit auf die Karte, wo die Oma gern „brutschelt“.

Auch an die Nachspeisen wurde gedacht, die mit den beschwipsten Juffern (Arme Ritter mit Weinschaum und Vanilleeis) und dem Kultkuchen Kalter Hund aus den 70er-Jahren (gestapelte Kekse in Schoko-Kokos-Creme) so manche süße Kindheitserinnerung wecken. „Die Gerichte, die meinen Gästen am besten geschmeckt haben, bleiben auch über die kulinarischen Tage zu Omas Küche hinaus auf unserer Speisekarte. Sülze zum Beispiel ist bei den Radfahrern, die bei uns einkehren, sehr beliebt“, sagt Michael Krämer. Der Ruwer-Hochwald-Radweg führt auf einer stillgelegten Bahntrasse direkt am Hotel „Zur Post“ vorbei, das auch die Hochwälder Radstation beherbergt. Dazu gehört auch die Tomahawk-Indoor-Cycling-Abteilung, wo auch in den Wintermonaten Sportbegeisterte mit Trainer und zu flotter Musik in die Pedale treten können. Außerdem gibt es Werkzeug für kleinere Reparaturen, Kartenmaterial und Tourentipps.

Beim Anblick von Omas Kaltem Hund läuft einem das Wasser im Mund zusammen.
Beim Anblick von Omas Kaltem Hund läuft einem das Wasser im Mund zusammen.
Foto: Michael Krämer

Die Hunsrücker Wirte haben sich in den vergangenen Jahren mit den Hochwälder Kartoffeltagen, mit der Hochwälder Wildwoche und mit den Bettsäächertagen im Naturpark Saar-Hunsrück schon viele Freunde gemacht. Wanderer auf dem Saar-Hunsrück-Steig und seinen 111 Traumschleifen sowie Radwanderer auf den Hunsrück-Radwegen nehmen diese besonderen Angebote bei einer Rast gern an. So lernen sie nicht nur die landschaftlichen Schönheiten der Region kennen, sondern können sie auch „schmecken“. Viele Hunsrücker Gastronomen sind deshalb Mitglieder in den Regionalinitiativen „Ebbes von hei“ (Etwas von hier) und SooNahe und verarbeiten Produkte von Produzenten aus der Region in Gerichten und Getränken. In diesem Jahr beteiligen sich 37 Gastronomen, so viele wie noch nie, an insgesamt sechs kulinarischen Aktionen entlang des Saar-Hunsrück-Steiges.

Nach „Omas Küche“, die man noch bis zum 4. Februar genießen kann, folgen vom 3. bis 11. März das Fischfestival, vom 15. März bis 15. April die Bettsäächertage, vom 19. Mai bis 3. Juni die Kräuterküche, vom 6. bis 21. Oktober die Kartoffeltage und vom 10. bis 18. November die Wildwoche. Alle kulinarischen Veranstaltungen im Hunsrück fasst eine Broschüre zusammen, die neben Informationen zu den beteiligten Restaurants, typische Rezepte und begleitende Workshops und geführte Wanderungen enthält. Alle Angebote sind auch auf der neuen kulinarischen Internetseite der Wanderregion www.saar-hunsrueck-steig.de/ kulinarik aufgelistet. An den kulinarischen Tagen „Omas Küche“ beteiligen sich insgesamt 16 Restaurants. Bei Michael Krämer finden sie am Sonntag, 4. Februar, 12 Uhr, ihren Abschluss mit einem Mittagsbüfett im Restaurant „Zur Post“ in Kell am See. Information und Reservierung unter Telefon 06589/917 10. Heidrun Braun

Information: Hunsrück-Touristik GmbH, Gebäude 663, Hahn-Flughafen, Telefon 06543/507 700, Internet www.hunsruecktouristik.de.

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