Archivierter Artikel vom 11.05.2021, 11:45 Uhr
Kördorf

Umzug nach Schwaben: Müllermeister Nathanael Doll verlässt die Justusmühle

Gute und schlechte Nachrichten für die Kunden von Müllermeister Nathanael Doll: Der Kördorfer hat die Justusmühle im Rupbachtal verlassen und ist ins Schwabenland umgezogen. Doch seine Kunden im Rhein-Lahn-Gebiet werden weiter versorgt.

Nathanael Doll ist nun in Weißenhorn.
Nathanael Doll ist nun in Weißenhorn.
Foto: privat

Doll, geboren im Jahr 1990, verheiratet, zwei Kinder, im Mai kommt das dritte, wohnte mit seiner Familie in Kördorf und ist umgezogen nach Weißenhorn bei Neu-Ulm. Früh entdeckte er seine Liebe zu Mühlen und dem Mahlen von Mehl. Er absolvierte eine Ausbildung zum Müllergesellen, schloss seine Ausbildung als Geselle im Jahr 2011 ab und besuchte dann die Meisterschule in Stuttgart. Die Meisterprüfung bestand er schon 2012.

400 Kilometer liegen nun zwischen seinem bisherigen Wohnort Kördorf und seiner neuen Arbeitsstätte, der Justusmühle im Rupbachtal. Nicht ohne Wehmut verlässt er die Heimat, die schöne historische Mühle und Familie Fetter. Jedoch, er musste seine Kapazitäten erweitern und Familie Fetter ist ebenfalls dabei, den Bäckereibetrieb in der Rupbach umzustrukturieren. Er konnte dort bis jetzt in 24 Stunden eine Tonne Mehl mahlen. Nun schafft er in seinem neuen Wirkungskreis acht Tonnen Mehl pro Tag.

„Das ist noch nicht viel, nur mal in der Relation betrachtet: Große Mühlen schaffen zwischen 150 und 200 Tonnen, sogar bis zu 500 Tonnen“, so der junge Müllermeister. Er arbeitet als stellvertretender Betriebsleiter in der Engelhardmühle in Weißenhorn. Alexander Engelhard und er managen mit ansonsten wenig Personal diese Mühle. Sie ist – wie die Mühle im Rupbachtal – noch mit einer Turbine ausgestattet, die mit Wasserkraft angetrieben wird.

Wichtig ist ihm zu wissen, dass seine Kunden ihm treu bleiben können. Um die 500.000 Tüten Mehl pro Jahr schaffen die Männer in Weißenhorn. Davon gehen circa 70.000 an seine bisherigen Kunden im Rhein-Lahn-Kreis. Er beliefert hier rund 50 Märkte im Umkreis von rund 80 Kilometern.

In Holzappel gibt es eine Lagerstätte. Von da aus wird das Mehl an die Geschäfte verteilt. Und sowieso werde weiterhin das Getreide von den Biolandwirten aus dem Rhein-Lahn-Kreis erworben. Vom Anbau bis in den Verkauf ist alles von Bioland zertifiziert. Somit erhielten Verbraucher weiterhin Biomehl, umweltverträglich, nachhaltig und frisch.

Die Produktpalette hat sich erweitert und verändert, so sind Flocken, Linsen, Leinsaat, Emmer, Einkorn und Hartweizen dazugekommen, die aber nur bei ihm direkt oder im Onlineshop erhältlich sind. Alle Produkte stammen aus dem Anbau vom Biolandhof Renè Bonn aus Kasdorf.