Gutenacker

Nachfolger gefunden: Traditionsbäckerei Fetter macht weiter

Nach einer langen Phase der Ungewissheit wird die im Rupbachtal gelegene 325 Jahre alte Mühlenbäckerei Fetter seit Anfang April unter neuer Leitung weitergeführt, berichtet Wolfgang Vogt aus Steinsberg. Dabei stand eine Weiterführung des Betriebs zwischenzeitlich auf der Kippe.

Hiltrud und Martin Fetter zusammen mit Friedhelm Illgen (von links) vor der Mühlenbäckerei Fetter im Rupbachtal.
Hiltrud und Martin Fetter zusammen mit Friedhelm Illgen (von links) vor der Mühlenbäckerei Fetter im Rupbachtal.
Foto: privat

Bei dem Betrieb, der auch unter dem Namen Justus-Mühle bekannt ist, handelt es sich um eine noch voll funktionierende Wassermühle mit angegliederter Bäckerei – so wie das in dieser Form nur noch selten zu finden ist. Nach alten Überlieferungen wurde die Justus-Mühle im Jahr 1676 zuerst als Ölmühle errichtet. Der Umbau zu einer Mahlmühle erfolgte 1705. Seit 1851 war sie im Besitz der Familie Fetter. Seit 1977 hatte sie in fünfter Generation Martin Fetter als Bäckermeister und Müller gemeinsam mit seiner Frau Hiltrud betrieben.

In der Mühle wurde bis letztes Jahr von einem jungen Müller Biogetreide zu verschiedenen Mehlen gemahlen. Damit ist momentan Schluss – die Bäckerei hingegen ist noch voll im Betrieb. Wegen fehlender Nachfolger und dem Erreichen des Rentenalters des Bäckerehepaares stand der Weiterbetrieb der Mühlenbäckerei lange Zeit unter einem großen Fragezeichen. Inzwischen hat sich mit Friedhelm Illgen aber ein Käufer gefunden.

Illgen wohnt fast in unmittelbarer Nachbarschaft und will mit der vorhandenen Belegschaft zumindest den Backbetrieb in der bisherigen Form weiterführen. Relativ zeitnah plant der neue Inhaber, im Erdgeschoss des ehemaligen Wohnbereichs der Familie Fetter einen neuen und kundenfreundlichen Verkaufsraum einzurichten. Dass dies jetzt alles relativ kurzfristig so gekommen ist, dürfte im gesamten Umland auf ein positives Echo stoßen, hoffen die Beteiligten. „Zumal hier noch die gute alte Kunst des Bäckerhandwerks gelebt wird.“

Wie der neue Besitzer Friedhelm Illgen erklärte, war gerade auch diese gelebte Tradition für ihn ein wichtiges Argument beim Kauf des gesamten Anwesens. Ihm läge es sehr am Herzen, künftig mit Veranstaltungen die Mühlenbäckerei für die Bevölkerung zugänglich zu machen. Gelegenheit dazu gebe es zum Beispiel beim bundesweiten Mühlentag an Pfingsten oder bei einem Advents- oder Weihnachtsmarkt.

Vor Kurzem wurde nun das Ehepaar Fetter in den Ruhestand verabschiedet. An die Adresse der zahlreichen Kunden gewandt, stellt Friedhelm Illgen noch fest, dass es wegen Umstrukturierungen im Betriebsablauf zu Änderungen der Öffnungszeiten kommen wird. Diese werden aber frühzeitig bekannt gegeben.