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    Ehefrau von Detlef S. schweigt

    Koblenz/Fluterschen – Sie ist seit 23 Jahren mit Detlef S. verheiratet. Sie lebte mit ihm im Haus in Fluterschen. Sie führte mit ihm eine Großfamilie. Sie frühstückte mit ihm, sah mit ihm fern, feierte mit ihm Weihnachten. Sie könnte erzählen, wie er zum Sexualverbrecher wurde, was sie mitbekommen hat, warum sie nie zur Polizei ging. Aber: Die Ehefrau von Detlef S. schweigt.

    Koblenz/Fluterschen – Sie ist seit 23 Jahren mit Detlef S. verheiratet. Sie lebte mit ihm im Haus in Fluterschen. Sie führte mit ihm eine Großfamilie. Sie frühstückte mit ihm, sah mit ihm fern, feierte mit ihm Weihnachten. Sie könnte erzählen, wie er zum Sexualverbrecher wurde, was sie mitbekommen hat, warum sie nie zur Polizei ging. Aber: Die Ehefrau von Detlef S. schweigt.

    Landgericht Koblenz, Mittwoch, 9.15 Uhr: Die 52-Jährige betritt Saal 108. Sie ist sehr schlank. Sie trägt eine schwarze Hose und einen grauen Kapuzenmantel. Detlef S. – wie immer im roten Sakko – sitzt an seinem Tisch. Ihre Blicke kreuzen sich kurz. Dann setzt sich die Frau auf den Stuhl in der Saalmitte. Dutzende Journalisten und Zuhörer warten. Alle Plätze sind besetzt.

    Der Vorsitzende Richter Winfried Hetger fragt die Frau, ob sie aussagen will. Sie sagt: "Ich nehme mein Recht in Anspruch und sage nichts." Das war's. Sie steht auf, ein Wachtmeister führt sie nach draußen.

    Die Kinder der Frau hatten ausgesagt, dass Detlef S. sie einmal bewusstlos geschlagen hat. Sie selbst sagte der Polizei, dass er sie zur Prostitution mit einem fremden Mann gezwungen hat. Es soll sogar ein Bild geben, das dies belegt. Angeblich will sie sich scheiden lassen.

    Warum schwieg die Frau? Prozessbeteiligte vermuten, dass dann aufgeflogen wäre, dass sie vielleicht auch Straftaten begangen hat. Dann würde auch ihr ein Prozess drohen. Bisher gibt es solche Vorwürfe nicht. Ihr Sohn hatte eine andere Erklärung: "Sie hat Angst vor Detlef S. Wenn er im Saal ist, sagt sie nichts." Es wäre möglich gewesen, Detlef S. rauszuschicken. Aber das hat niemand beantragt. haw

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