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    Wenn Wohltaten fürs öffentliche Beet nicht so einfach sind

    Wegen leerer Kassen setzt die Gründezernentin auf bürgerschaftliches Engagement bei der Pflege öffentlichen Grüns in Mainz. Und die positiven Beispiele werden immer häufiger, dass Mainzer nicht nur meckern sondern machen.

    Vereinsringchef Joachim Mayer (links) und Gartenbauunternehmer Michael Stinner haben den neuen Rasen in der Pfarrer-Grimm-Anlage möglich gemacht. Gründezernentin Katrin Eder freut sich übers Grün. 
Foto: Bernd Eßling
    Vereinsringchef Joachim Mayer (links) und Gartenbauunternehmer Michael Stinner haben den neuen Rasen in der Pfarrer-Grimm-Anlage möglich gemacht. Gründezernentin Katrin Eder freut sich übers Grün.
    Foto: Bernd Eßling

    Mainz - Bürgerschaftliches Engagement in Zeiten leerer Kassen: Darüber freut sich Gründezernentin Katrin Eder (Grüne) ganz besonders und streichelt liebevoll den satten, grünen Rasen, der neu in der Gonsenheimer Pfarrer-Grimm-Anlage ersprießt. Aus Überschüssen des Adventsmarkts spendete der Vereinsring um seinen Präsidenten Joachim Mayer rund 600 Euro, die die Gartenbaufirma von Michael Stinner professionell in eine Neu-Aussaat des Rasens steckte, der übers Jahr von Erdbeerfest, Adventsmarkt, Fest des Vereinsrings oder Parkfest der örtlichen Kleppergarde in der zentralen Anlage arg beansprucht wird.

    Während sich jedoch professionelle Gartenbaufirmen im Auftrag der Sponsoren um die Pflege beispielsweise des Europa- oder des Mombacher-Kreisels kümmern, ist es für den reinen Privatmenschen nicht so einfach, etwa eine Baumscheibe vor seiner Haustür im öffentlichen Raum zu pflegen, wie es etwa längst in der Neustadt passiert. "Es sei denn, er macht es einfach", wie Grünamtsleiter Karl-Wilhelm Noltemeier hinter gar nicht vorgehaltener Hand sagt. Denn: Streng genommen müssten die privaten Wohltäter für öffentliches Grün eine Einweisung über korrekte Arbeitskleidung und Sicherheitsvorschriften, über den richtigen Umgang mit Hacke, Gartenschere, spaten und Schippe bekommen. Und sie müssten berufsgenossenschaftlich angemeldet werden, damit sie versichert sind. Eder: "Wir sind in Gesprächen mit dem Rechtsamt, wie man das entbürokratisieren kann. Es soll ja niemand abgeschreckt werden". Will heißen. Die Verwaltung duldet das private Engagement bislang bei der Grünpflege wohlwollend, hat aber rein rechtlich Bauchweh damit. Es darf also keinem Ehrenamtsgärtner im Dienste der Allgemeinheit beim Unkrautzupfen, Pflanzen oder Stutzen etwas zustoßen. Sonst wäre die Stadt in der Haftung. Eder: "Am besten wäre es, wenn sich ein Verein gründet". Dann wären die Gärtner wenigstens abgesichert

    Beispiele für bürgerschaftliches Engagement gibt es mittlerweile im ganzen Stadtgebiet. Das "Umwelt-Team" in Laubenheim, eine engagierte Rentnertruppe die auf dem Lerchenberg Grün pflegt, Bänke und Papierkörbe repariert, den CVJM, der den Zagreb-Platz in Hechtsheim pflegt. Oder die Vereine "Schöneres Gonsenheim" oder "Schöneres Finthen", die seit Jahren Pflege und Verschönerungsarbeiten leisten, die die Verwaltung nicht mehr stemmen kann. Auf immer mehr solche positiven Beispiele hofft die Dezernentin, denn die Verwaltung null Gestaltungsspielraum, wie bei den Brunnen, so bei den Grünflächen. Jochen Dietz

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