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    Prozessauftakt: Freund in Alzeyer Wohnung zu Tode geprügelt

    Ein Scheck der Arbeitsagentur sollte einem Mann aus Alzey zum Verhängnis werden. Denn die Aussicht auf etwas Bares weckte bei zwei Freunden Begehrlichkeiten.

    Mit einem gefälschen Führerschein tauchte ein Eifeler in der Kfz-Zulassungsstelle in Cochem auf. Foto: Torben Wengert
    Mit einem gefälschen Führerschein tauchte ein Eifeler in der Kfz-Zulassungsstelle in Cochem auf.
    Foto: Torben Wengert - Thorben Wengert/pixelio.d

    Mainz/Alzey - Ein Scheck der Arbeitsagentur sollte einem Mann aus Alzey zum Verhängnis werden. Denn die Aussicht auf etwas Bares weckte bei zwei Freunden Begehrlichkeiten.

    Die beiden besuchten den Mann in dessen Alzeyer Wohnung, gemeinsam wurde Wodka getrunken und dann eskalierte das Gelage: Schläge, Tritte, Messerstiche und schließlich ein Besenstiel, der dem inzwischen wehrlosen Opfer in den After eingeführt wurde. Am frühen Morgen des folgenden Tages, starb das Opfer an seinen vielfältigen Verletzungen.

    Seit Dienstag müssen sich nun die beiden Angeklagten, ein 30-jähriger und ein 23-jähriger Russlanddeutscher, vor dem Mainzer Landgericht für den "Raub mit Todesfolge" im Februar diesen Jahres verantworten.

    Keine neue Heimat gefunden

    Zur Sache wollten sich die beiden Angeklagten am ersten Verhandlungstag nicht äußern, dafür aber zu den persönlichen Lebensumständen. Dabei entstand der Eindruck, dass sich zumindest der ältere Angeklagte, der bereits mit zwölf Jahren nach Deutschland kam und jetzt in Untersuchungshaft sitzt, nicht richtig in die neue Heimat eingewöhnt hat.

    "Sie fühlten sich nie angekommen?", wollte etwa einer von zwei Verteidigern des 30-Jährigen wissen. Eine richtige Antwort erhielt er zwar nicht, aber der bisherige Lebenslauf spricht Bände: Diebstahl, Nötigung und Bedrohung finden sich bei den Vorstrafen. Unter anderem hatte er bei einem Ehestreit seiner damaligen Frau ein Messer an den Hals gehalten und gedroht, sie zu töten.

    Haupt- und Berufsschule hat der Angeklagte vorzeitig abgebrochen, danach hielt er sich mit kurzfristigen Jobs als Bau- und Lagerarbeiter über Wasser. Während der Tatzeit lebte er von Hartz IV. Stabilität konnte wohl auch das Elternhaus nicht vermitteln. Seinen leiblichen Vater habe er nie kennengelernt, erzählte der Angeklagte. Und sein Stiefvater habe die Familie mittlerweile wieder verlassen.

    Angeklagte haben Alkoholprobleme

    Darüber hinaus scheint der Angeklagte ein massives Alkoholproblem zu haben. "Bei Russen muss man nicht fragen, die trinken Wodka", stellte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz fest. Damit lag er zumindest in diesem Fall nicht falsch. "Ich trinke schon eine Flasche am Tag", gab der Angeklagte Lorenz unumwunden recht.

    Ein Alkoholproblem hat auch der jüngere Angeklagte, der zur Zeit eine Therapie macht. Einen Schulabschluss konnte er zwar ebenfalls nicht erlangen, aber er hat zumindest recht kontinuierlich in verschiedenen Unternehmen gearbeitet. Derzeit ist er als Pferdepfleger tätig.

    Ein unbeschriebenes Blatt ist er für Justitia allerdings ebenfalls nicht: Bei ihm listen die Akten ein vielfaches Fahren ohne Führerschein auf sowie Betrug und Diebstahl.

    Da sich die beiden Angeklagten derzeit noch nicht zur Anklage äußern wollen, muss sich Staatsanwalt Wigbert Woog zuerst einmal auf Aussagen von Zeugen, Polizisten und Gutachtern stützen. Die sollen bis Donnerstag vernommen werden, dann liegt der Ball wieder bei den Angeklagten. Heiko Beckert

    Mainzer Rhein-Zeitung
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