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Mainz ächzt unter den Rekord-Spritpreisen

Mainz- Wer auf das Auto angewiesen ist, muss derzeit so tief in die Tasche greifen wie nie zuvor: Die Benzinpreise sind auf Rekordwerte gestiegen, auch beim Diesel droht ein Höchststand. Insbesondere Pendler und viele Unternehmen leiden unter den Mehrkosten. ADAC und Wirtschaft fordern daher ein Ende der Ökosteuer und höhere Pendlerpauschale.

Das darf doch nicht wahr sein: Für einen Liter Superbenzin, das das frühere "Normal" abgelöst hat, müssen Autofahrer im Schnitt 1,67 Euro hinblättern. Speditionen, Taxiunternehmen und Pendler trifft der Preisanstieg hart. 
Foto: dpa
Das darf doch nicht wahr sein: Für einen Liter Superbenzin, das das frühere "Normal" abgelöst hat, müssen Autofahrer im Schnitt 1,67 Euro hinblättern. Speditionen, Taxiunternehmen und Pendler trifft der Preisanstieg hart.
Foto: dpa

Mainz – Wer auf das Auto angewiesen ist, muss derzeit so tief in die Tasche greifen wie nie zuvor: Die Benzinpreise sind auf Rekordwerte gestiegen, auch beim Diesel droht ein Höchststand. Insbesondere Pendler und viele Unternehmen leiden unter den Mehrkosten.

Nasser Atri ist seit zwölf Jahren Taxiunternehmer in Mainz. Die aktuellen Rekordpreise bedeuten für ihn "jede Menge Einbußen". "Es ist unerträglich", sagt er. Wenn sein Tank leer ist und die Preise hoch sind, fährt er manchmal einfach heim und hofft, dass die Preise wieder sinken. Eine Dauerlösung ist das natürlich nicht. Trotzdem gibt er die Mehrkosten bisher nicht an seine Kunden weiter. "Wir haben seit 2008 den gleichen Tarif", versichert er.

Eurokrise und Spekulanten

Iran, die Eurokrise, Spekulanten und die hohe Nachfrage aus Schwellenländern: So argumentiert die Mineralölwirtschaft und führt immer neue Begründungen für die hohen Preise an.

"Diese fadenscheinigen Ausreden interessieren die Kunden nicht", sagt Reinhard Moll, Sprecher des Allgemeinen Deutschen Automobil Clubs (ADAC) in Rheinland-Pfalz. Er sieht die Politik in Zugzwang. "Über 90 Cent des Spritpreises sind Steuern. In einer Situation, in der es für die Leute um die Existenz geht, stellt sich die Frage, ob diese Besteuerung noch zeitgemäß ist", sagt Moll. "Eine Möglichkeit, die Menschen zu entlasten, besteht darin, die Ökosteuer abzuschaffen", schlägt Moll vor. Das sind 15 Cent pro Liter.

Speditionen trifft es hart

Speditionen trifft der Preisanstieg besonders hart. Stefan Schuler, Fuhrparkleiter von "Kühne und Nagel" in Mainz, hat mit "extremen Mehrkosten" zu kämpfen. Er bleibt vorerst darauf sitzen: "So schnell, wie die Preise steigen, kann man gar nicht reagieren."

Auch der Landesverband Mittelständische Wirtschaft in Rheinland Pfalz hat in Gesprächen mit lokalen Unternehmen erfahren, dass die hohen Spritpreise zu einem "existenziellen Problem" werden könnten. "Die Kosten für Firmenwagen schnellen in die Höhe. Nicht nur Speditionen, sondern auch andere Unternehmen, die viel unterwegs sind, um Serviceleistungen zu erbringen, sind betroffen", sagt Sprecher Horst Schneider.

Vom Auto abhängig sind auch die Fahrschulen in Mainz. "Wir überlegen als Fahrschulen in Mainz gerade, ob wir die Preise für Fahrstunden erhöhen", sagt Claudia Baroli von der Fahrschule Baroli in Weisenau. "Wenn man mit jedem Fahrschulauto einmal in der Woche tanken muss, machen sich die Preise natürlich bemerkbar."

Pendlerpauschale soll steigen

Was Pendler angeht, sind sich ADAC und Schneider einig: Die Politik muss handeln und die Pendlerpauschale von 30 auf 40 Cent erhöhen. Gerade in einem Flächenland wie Rheinland Pfalz belaste die Anfahrt zur Arbeit viele Arbeitnehmer, sagt Moll.

Einflussmöglichkeiten für die Verbraucher sieht Moll kaum. "Ich kann nur raten, Preise zu vergleichen und immer an der günstigsten Tankstelle zu tanken statt an der Stammtankstelle". Er meint: Die Tankstellen beobachteten einander und senken dann die Preise.

"Aktuell trifft uns der Preisanstieg nicht, denn unser 30 000-Liter-Tanklager ist noch gut gefüllt'", sagt Stadt-Pressesprecher Ralf Peterhanwahr zum Spritpreisanstieg. Die Stadt betreibt in ihrem Fuhrpark unter anderem Kehrmaschinen und 40 Müllautos.

Katharina Gelhaus

Mainz
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