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    Gutenberg TV sucht händeringend nach Retter

    Der Mainzer Privatsender Gutenberg TV steckt in Zahlungsschwierigkeiten und sucht nach Möglichkeiten, um den Engpass zu überbrücken

    Foto: sigrid rossmann / pixelio

    Mainz - Die Macher des in Zahlungsschwierigkeiten geratenen Privatsenders Gutenberg TV arbeiten mit Hochdruck an einer Lösung ihrer Probleme.

    Nachdem der Hauptfinanzier und stille Gesellschafter, die Rowe Mineralöl GmbH, keine Gelder mehr überweist und den über zehn Jahre laufenden Vertrag einseitig gekündigt hat, strebt der Geschäftsführer der Gutenberg TV GmbH, Guido Steffen, eine Zwischenfinanzierung an - mit Banken oder aber privaten Investoren. "Wir müssen spätestens bis Anfang April eine Alternative kreieren", sagt Steffen.

    Denn Kabel Deutschland, der den Kultur- und Wissenschaftssender am 7. März abgeschaltet hat, will das Programm erst nach Begleichung der noch ausstehenden Forderungen wieder ausstrahlen. Doch derzeit ist Gutenberg TV zahlungsunfähig. Bisher haben die Mitarbeiter ihre Gehälter Steffen zufolge erhalten. Doch jetzt werde es eng.

    Wegen Mietrückständen hat auch die Vermieterin der von Gutenberg TV genutzten Räume in einem Draiser Medienhaus schriftlich mit der Kündigung gedroht, wie Steffen und Aufsichtsratsmitglied Engelbert Sauter bestätigen. Man wolle sich aber noch einmal in Ruhe zusammensetzen.

    Schließlich ist die Familie der Vermieterin Sigrid Huff-Wagner als Gesellschafterin der Gutenberg TV Studio GmbH, gegründet im Oktober 2011, mit dem Sender verbandelt. Und: "Wir wollen auf jeden Fall weitermachen, weil wir von dem Projekt und den Inhalten überzeugt sind", betont Sauter. Auch die Sendelizenz sei nicht in Gefahr.

    Im Streit mit Finanzier Rowe führen jetzt die Anwälte beider Seiten das Wort. Laut Steffen hat Geschäftsführer Michael Zehe sich im Bewerbungsverfahren für die Lizenz verpflichtet, den Sender finanziell abzusichern. Mit einer Nachschusspflicht für alle anfallenden Verluste. "Ansonsten hätten wir die Lizenz gar nicht bekommen", erläutert Steffen.

    Im ersten Jahr seien auch 700 000 Euro für Produktionen geflossen. Vereinbart worden seien Vorauszahlungen in monatlichen Raten. Bis Ende Oktober 2011 habe sich Rowe auch daran gehalten, dann aber den Geldhahn ohne Angabe von Gründen abgedreht. Und fordert Steffen zufolge noch 100 000 Euro an Vorauszahlungen zurück.

    "Herr Zehe hat gewusst, worauf er sich einlässt, und das beim Anhörungsverfahren vor der Landesmedienanstalt auch bestätigt", versichert Steffen. Im Businessplan sei ausdrücklich ein Zeitraum von drei Jahren festgeschrieben, bis der Sender kostendeckend arbeitet. Und den Vertrag jetzt so einfach aufzukündigen, sei rechtlich gar nicht möglich.

    Das sieht Zehe anders. "Wir haben den Vertrag aus wichtigen Gründen gekündigt. Diese stehen in Zusammenhang mit der Gründung der neuen Produktionsgesellschaft." Im Mai werde nun vor Gericht geklärt, ob diese Gründe ausreichend sind.

    Eine bittere Pille für Gutenberg TV, das die Fixkosten binnen Jahresfrist fast halbiert hat, wie Engelbert Sauter vorrechnet. Erstmals ist auch ein Sponsor im Boot. "Allein mit diesem Auftrag könnte ein Fünftel des Gesamtetats gedeckt werden." Doch Sauter weiß: "Wir können die Hängepartie nicht endlos herausziehen. Eine Übergangslösung muss her." Sabine Jakob

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