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    Großes Fischsterben im Kostheimer Wasserkraftwerk

    Für viele Aale, Lachse und Forellen erweist sich das neue Wasserkraftwerk Kostheim am Main nach Angaben von Fischern als tödliche Falle. Die eingebauten Wanderhilfen funktionierten nicht richtig.

    Tote Fische am Wasserkraftwerk. 
Foto: dpa
    Tote Fische am Wasserkraftwerk.
    Foto: dpa

    Kostheim - Für viele Aale, Lachse und Forellen erweist sich das neue Wasserkraftwerk Kostheim am Main nach Angaben von Fischern als tödliche Falle.

    Die eingebauten Wanderhilfen funktionierten nicht richtig, jeder dritte Fisch komme beim Übergang zwischen Rhein und Main ums Leben, erklärte der Verband Hessischer Fischer in Wiesbaden und berief sich auf eine Studie. Dabei setze die Betriebsgenehmigung des Kraftwerks voraus, dass höchstens zehn Prozent der Fische zu Schaden kommen dürften. "Im Prinzip müsste es jetzt stillstehen", sagte Vizegeschäftsführer Günter Hoff-Schramm über das 2009 in Betrieb genommene Kraftwerk. Der Betreiber, die Stadtwerke Ulm/Neu-Ulm (SWU), kündigte Nachbesserungen an. Es seien aber alle wasserrechtlichen Auflagen erfüllt worden. Das 20 Millionen Euro teure Werk soll jährlich 18,5 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen - es deckt den Bedarf von etwa 5200 Haushalten. Wandernde Fische können das Hindernis auf drei Wegen überwinden. Stromaufwärts gibt es eine Umgehungsrinne. Deren Einstieg sei aber zu weit entfernt vom Wehr, die Strömung sei zu schwach, sagte Hoff-Schramm. Die Fische suchten stets nach der stärksten Strömung. "Wir müssen versuchen, eine bessere Lockströmung aufzubauen", heißt es in einer Mitteilung der SWU.

    Gefährlicher ist der Weg für stromabwärts wandernde Fische. Ein breiter Rechen mit 20 Millimeter Abstand zwischen den Zinken soll verhindern, dass sie in die Turbinen geraten. "Die kleinen Fische rutschen hindurch und kommen in den Turbinen um", sagte Hoff-Schramm. Das sind zum Beispiel junge Lachse von acht bis zehn Zentimeter Länge. Größere Fische verletzen sich am Rechen oder werden dort getötet, so etwa 50 Prozent der Aale.

    Eigentlich sollten die Fische durch zwei Rohre von 80 Zentimetern Durchmesser schwimmen, die vor den Rechen angebracht sind. Doch deren Einstieg sei weder für die am Boden wandernden Aale zu finden noch für Lachse und Meerforellen, die dicht unter der Wasseroberfläche schwimmen, kritisierten die Fischer.

    "Dieser Aalabstieg wird von den Aalen bis dato noch nicht ausreichend genutzt", gestand auch die SWU ein. Sie hatte die Expertise beim Büro für fischökologische Studien (bfs) in Frankfurt in Auftrag gegeben. Über Nachrüstungen am Wasserkraftwerk muss das Regierungspräsidium Darmstadt entscheiden.

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