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    Gonsenheim: Aufruhr im Sanierungsobjekt

    Baulärm, Dreck, Staub, tagsüber kein fließendes Wasser, zum Duschen und aufs Klo in nicht funktionierende Sanitärcontainer zwischen gelagertem Baumaterial und Sperrmüll vor dem Haus: In dem siebenstöckigen Hochhaus Finther Landstraße 85 herrscht Aufruhr.

    Kernsanierung: Die Mieter des Hauses Finther Landstraße 85 müssen derzeit einiges über sich ergehen lassen. Foto: Bernd Eßling
    Kernsanierung: Die Mieter des Hauses Finther Landstraße 85 müssen derzeit einiges über sich ergehen lassen.
    Foto: Bernd Eßling

    Von Jochen Dietz

    Besonders Bewohner Werner Fleig schnaubt vor Wut, blökt am Mittwochvormittag vor der Haustür im Kreise anderer Mieter herum, wird laut, geht Harald Gerster, Leiter der Geschäftsstelle Mainz der Gemeinnütziges Siedlungswerk GmbH (GSW), fast an die Gurgel. Er habe die ganze Nacht kein klares Wasser gehabt, bloß braune Brühe, die Abgase der Betonsägen waberten durch seine Wohnung, raubten ihm den Atem, der Lärm sei unerträglich. "Hier wird man doch verarscht!" Und weit weniger Zitierfähiges fällt.

    Hintergrund: Seit etwa sechs Wochen wird das Gebäude, Baujahr 1973, im Auftrag der GSW kernsaniert. Isolierglasfenster, Wärmedämmung außen, neue Ver- und Entsorgungsleitungen, Sanitärinstallationen. Das Gebäude mit 35 Wohneinheiten ist komplett eingerüstet. Im Keller wird der zentrale Wasserversorgungsstrang erneuert, bevor es strangweise in die oberen Stockwerke geht. Ende Dezember/Anfang Januar soll laut Gerster alles fertig sein.

    Massive Mieterhöhungen befürchtet

    Doch nicht nur die Behinderungen, auch die Befürchtung massiver Mieterhöhungen treibt die Bewohner um. Eine Mieterin, die ungenannt bleiben will: "Ich bin Rentnerin, ich kann mir die Wohnung dann nicht mehr leisten." In ihrer Wohnung sind die Handwerker zugange. Gerade werden bei ihr die Fenster ausgetauscht. An einem Tag, wie Bauleiter Konrad Wallmeyer nicht ohne Stolz betont.

    Laut Gerster nimmt die GSW zwei Millionen Euro für die Sanierung in die Hand. "Das ist doch das, was EU-Verordnungen, was unsere Gesellschaft fordert. Dass es energiesparende Wohnungen werden, in denen die Menschen sich wohlfühlen."

    Die Miete von maximal 7,50 Euro pro Quadratmeter werde nicht erhöht, versichert er. Im Gegenteil: Durch die energetische Sanierung könnten die Nebenkosten sogar geringer werden.

    Ortsvorsteherin verweist auf höhere Wohnqualität.

    "Das ist doch hier günstigeres Wohnen als bei der stadtnahen, gemeinnützigen Wohnbau", stellt Ortsvorsteherin Sabine Flegel fest und verweist auf die höhere Wohnqualität nach der Sanierung. Auch sie versucht, die Aufgebrachten zu beruhigen und zu erklären, dass Leitungen, die komplett erneuert werden, nun mal vorübergehend abgestellt werden müssten. "Da muss man jetzt halt durch." Tatsächlich gebe es zwischen 7 und 18 Uhr kein Trinkwasser. Infos dazu seien aber auch ausgehängt worden, erklärt der GSW-Mann, der sich sichtlich bemüht, die Gemüter zu beruhigen. Er verweist auf eine provisorische Wasserzapfstelle für die Bewohner am Kellergeländer an der Westseite und versichert: Die Sanitärcontainer werden ab Montag, 14. Oktober, betriebsbereit sein. Gerster räumt die eine oder andere Kommunikationspanne ein, gelobt aber Besserung. Deshalb sei er ja vor Ort.

    Und das Baubüro für Beschwerden und Anfragen sei direkt im Haus und stets besetzt. "Wir sind natürlich auch für Mietminderung für die Zeit der Sanierungsarbeiten offen", erklärt er. Das müsse allerdings individuell ausgehandelt werden und sei jedem unbenommen. Auch müssten die Mieter derzeit keine Kündigungsfristen wahren.

    In Härtefällen siedele die GSW Mieter auch vorübergehend um. Doch daran habe an der Finther Landstraße kein Interesse bestanden, sagt Gerster. Das sieht Werner Fleig lautstark ganz anders und behauptet das Gegenteil.

    Mainzer Rhein-Zeitung
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