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Mainz

Entdeckungsreise durch die Museen

Kein Rekord, aber trotzdem ein Erfolg: Mit mehr als 10.000 Besuchern ziehen die Veranstalter der Museumsnacht eine positive Bilanz. Trotz des mittlerweile fast schon traditionell schlechten Wetters, war die Besucherzahl stabil.

Mainz – Es scheint mittlerweile ein ungeschriebenes Gesetz: Wenn die Mainzer Kultureinrichtungen und Museen eine Nacht lang ihre Pforten öffnen, dann öffnet auch der Himmel seine Schleusen. So auch in diesem Jahr: Pünktlich zum Start der Museumsnacht fing der Regen an.

Ein paar Besucher, die bei dem Wetter wahrscheinlich lieber trocken vor dem heimischen Fernseher Fußball schauten, hat die ansonsten so erfolgreiche Kulturveranstaltung einbüßen müssen. Dennoch ließen sich mehr als 10.000 Besucher von dem Wetter nicht abschrecken und feierten ausgelassen ihre Museumsnacht, teils bis in die frühen Morgenstunden – bei der Abschlussparty auf den Kupferbergterrassen.

Auffällig in diesem Jahr: Wegen des Wetters waren kaum Leute auf den Straßen unterwegs, in den Museen war es daher deutlich weniger hektisch, da die Besucher länger an einem Ort blieben. Das belegen auch die Zahlen: Massiv ging die Zahl der Einzelbesucher zurück. Zählten die großen Häuser, etwa das Landesmuseum oder das Naturhistorische Museum in den vergangenen Jahren 40.000 bis 50.000 Besucher, waren es in diesem Jahr rund 20.000 weniger. Im Schnitt, so Kulturreferent und Organisator Jan Kittel, haben die Leute in der Nacht nur drei Einrichtungen besucht.

Die Kulturschaffenden waren dennoch zufrieden und freuten sich über die entspannte Atmosphäre. In den meisten Museen, Galerien und Ateliers hieß es: "Ein bisschen weniger Leute als im vergangenen Jahr, aber trotzdem genug." Premiere bei der Museumsnacht feierte die ehemalige Sektkellerei Kupferberg – Werksmuseum und Kelleranlagen wurden von Besuchern geradezu bestürmt.

Der Glasperlenmacher Torben Barthelmie aus dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum (RGZM) hatte es besonders hart getroffen. Konnte er im vergangenen Jahr noch im Innern des RGZM seine Perlen fertigen, musste er in diesem Jahr unter einem Zelt im Schlosshof stehen. Doch er nahm es gelassen: "Letztes Jahr flog hier ein Zelt aus dem Hof komplett weg. Dagegen ist das heute ein Kinderspiel." Über mangelnde Besucher konnte er sich nicht beschweren. Seine teils knallbunten von Hand gemachten Perlen lockten nicht nur History-Fans an seinen Stand, sondern auch viele Kinder.

Dass die Museumsnacht keine Veranstaltung ist, in der man sich in Ruhe mal eine Ausstellung anschauen kann, ist nichts Neues, doch wer dieses Jahr den Hauptpreis für die beste Mitmach-Aktion verdient, ist das Naturhistorische Museum: Es gab hier unter dem Motto "Südamerika entdecken" nicht nur grandiose chilenische Bratwürste und Fleischspieße, sondern drei charmante Latinos zauberten Cocktails. Und wer genug davon getrunken hatte, der konnte sein tänzerisches Talent beim Salsa-Workshop im Museumsfoyer unter Beweis stellen. Dass die Deutschen neben den beweglichen Latino-Tänzern in Sachen Hüftschwung dabei ziemlich alt aussahen, war in dieser Nacht egal. Andrea Wagenknecht

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