40.000
Aus unserem Archiv
Mainz

Drogenhandel und Misshandlung: "Terrorgnom" unter Verdacht

Selbst im virtuellen Raum kann man sich nicht verstecken. So verfolgten die Beamten die Spur eines 35-Jährigen, der mit einem Freund wegen Körperverletzung und Drogenhandels auf der Anklagebank sitzt, ins Internet.

Foto: Thorben Wengert / pixelio

Mainz – Selbst im virtuellen Raum können sich Verdächtige vor der Polizei nicht verstecken.

So verfolgten die Beamten die Spur eines 35-Jährigen, der mit einem gleichaltrigen Freund wegen Körperverletzung und Drogenhandels auf der Anklagebank sitzt, sogar ins Internet. Dort soll der Mann mit dem Spitznamen "Terror-Andie" oder "Terrorgnom" unterwegs gewesen sein. Das berichtete zumindest eine Beamtin am Freitag der 3. Strafkammer des Mainzer Landgerichts.

Die beiden Angeklagten waren ihr zufolge schon vor der Internetrecherche längere Zeit im Visier der Polizei. Im Februar und März gab es mehrere Fahrzeugkontrollen und Wohnungsdurchsuchungen. Dabei wurden unter anderem Schreckschusspistolen, Messer, Schlagstöcke und Drogen bei den Männern gefunden.

Wie bereits berichtet, sollen die Angeklagten einen 24-jährigen Bekannten auf einer Wiese am Kasteler Rheinufer mit Gürteln und Messern schwer misshandelt haben. Als Hintergrund der Tat werden ein Beziehungsstreit und Drogengeschäfte gehandelt. Die zwei Angeklagten bestritten, den 24-Jährigen, der beide als Täter beschuldigt, verprügelt zu haben. Angesichts der Aussagen des Opfers und einer Rechtsmedizinerin, die "unzählige Verletzungen" am Körper des Opfers dokumentiert hatte, wirken die Einlassungen der Angeklagten – auch für das Gericht – einigermaßen absurd.

Nachdem der erste Verhandlungstag ganz im Zeichen der Misshandlung stand, konzentrierte sich die 3. Strafkammer am Freitag auf die mutmaßlichen Drogengeschäfte. Folgt man den Aussagen mehrerer Zeugen – darunter ein geständiger Drogendealer aus Mommenheim -, dann haben beide zumindest mit Amphetamin gehandelt. Der 26-jährige Dealer aus Mommenheim berichtete etwa, dass er einem Angeklagten im zweiten Halbjahr 2011 mehrere Drogenpakete zwischen 50 und 200 Gramm verkauft habe – immer auf Kommission. Anfang 2012 scheint dann der zweite Angeklagte den Mommenheimer als Drogenlieferanten abgelöst zu haben. So berichtete es zumindest ein befreundetes Pärchen. Die Angeklagten bestreiten, dass sie mit Drogen gehandelt hätten. Nur für den Eigenverbrauch wollen sie sich mit leichten Drogen eingedeckt haben.

Wie das Gericht den Fall bewertet, dürfte am Mittwoch, 12. September, deutlich werden. Für diesen Tag wird das Urteil erwartet. Arbeitslos wird die Kammer nach dem Urteil übrigens nicht. Die Ermittlungen der Polizei in diesem Komplex reichen für mehrere Prozesse. "Da ist noch so das eine oder andere Verfahren offen", betonte der Vorsitzende Richter Reinhold Koch. be

Mainz
Meistgelesene Artikel
Anzeige
Wetter in Mainz und Region
Dienstag

4°C - 17°C
Mittwoch

5°C - 18°C
Donnerstag

8°C - 23°C
Freitag

9°C - 21°C
Sporttabellen
Radball

Alle Sportarten, alle Ligen, alle Plätze im Überblick

News aus Ihrer Region - Lokalteil wählen
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach