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Koblenz

25 Jahre Pagemakerz: Mit großen Rockhits zurück in die Zukunft

Sie haben mit den Scorpions, Nena und BAP gespielt – das gelingt nicht vielen Coverbands. Ob sie an diesen Erfolg anknüpfen können, wird sich zeigen, die Pagemakerz lassen jetzt ihr Herzensprojekt wieder aufleben.

Lange Bandgeschichte, teils neue Gesichter – die Pagemakerz 2017 (von links): Herbert Piel, Robin Lindner, Korinna Lindner, Wolfgang Lucke, Julia Ip und Jörg Peter Herrmann.
Lange Bandgeschichte, teils neue Gesichter – die Pagemakerz 2017 (von links): Herbert Piel, Robin Lindner, Korinna Lindner, Wolfgang Lucke, Julia Ip und Jörg Peter Herrmann.
Foto: Pagemakerz

Wie es sich anfühlt, in einer Band zu spielen, deren Geschichte älter ist als man selbst? „Beeindruckend, es ist eine Ehre“, sagt Robin Lindner und macht große Augen. Vielleicht, weil er genau jetzt von der Zukunft träumt. „Ich denke schon, dass wir das Zeug haben noch mal richtig durchzustarten“, meint der 22-jährige Schlagzeuger.

Dass das die Musiker um ihn können, haben sie schon einmal bewiesen. Zumindest drei von ihnen: die 1992er-Gründungsmitglieder der Pagemakerz. Sie spielten in den 90ern als Vorband der Scorpions, als Anheizer für Jethro Tull, gleich mehrfach für die Bühnengröße BAP, mit Nena, Guildo Horn und vielen anderen. All das haben sie als regionale Coverband geschafft. Beachtlich, kommen doch viele nicht über Stadtfestauftritte oder Geburtstagsfeiern hinaus.
Nach neun Jahren Pause wollen die Pagemakerz nun zurück auf die Bühne – und gern wieder regelmäßig Konzerte spielen. 25 Jahre nach ihrer Gründung kehren sie dafür in veränderter Besetzung an einen Ort zurück, der für sie eine Art Keimzelle der Bandgeschichte wurde: das Café Hahn.

Einmal im Jahr haben sie in dem Gülser Kleinkunstklub Rock-Medien-Partys gefeiert, weil die Pagemakerz genau das ursprünglich sind – eine Band aus Medienfachleuten, die Firmenband der Rhein-Zeitung. „Unser damaliger Stellvertretender Chefredakteur Horst Schilling wollte eine Jazzkombo gründen. Wir haben die Idee umgesetzt, nur etwas anders“, erinnert sich Gitarrist Jörg Peter Herrmann augenzwinkernd.

Rock schlägt Jazz

Gejammt wurde zum ersten Mal im Café Hahn – mit viel zu vielen Leuten. „Aber keiner wollte Jazz spielen“, sagt Herrmann. Rock war die Formel, auf die sich alle einigen konnten. Als Top-40-Band bezeichnen sich die Musiker, ihre Begeisterung gilt legendären Gruppen wie Pink Floyd, den Rolling Stones oder AC/DC. Und jetzt soll dieses Erfolgsrezept noch einmal aufgehen. „Wir wollen zum Jubiläum an unsere Geschichte erinnern. Wenn sich daraus mehr ergibt, wäre es natürlich schön“, sagt Herrmann. Was die Pagemakerz in seinen Augen immer ausmachte? Der handgemachte Sound. „Heute ist es unwahrscheinlich einfach, Songs zu covern. Viele Bands greifen auf Unterstützung aus der digitalen Konserve zurück. Wir nicht. Der Krach, der vorn raus kommt, ist authentisch“, sagt Gründungsmitglied und Gitarrist Herbert Piel zum Banderfolg mit einem Schmunzeln.

Die Pagemakerz spielen am 10. November, 20 Uhr, im Café Hahn. Karten kosten am Abend 19 Euro (18 Euro im Vorverkauf). Tickets sind unter www.cafehahn.de erhältlich. Weitere Infos zur Band gibt es online unter www.ku-rz.de/pagemakerz

Authentizität und Spaß sind die zwei Dinge, auf die die Pagemakerz Wert legen. Und die sie schon damals beflügelten: „Viele Wochenenden spielten wir zwei Auftritte pro Tag. Das war Wahnsinn. Als einzige regionale Band haben wir es zudem bis auf die Loreley geschafft und dort sogar Autogramme gegeben“, begeistert sich Piel. Er und Herrmann erinnern sich gern an diese Zeit. Wehmütig seien sie aber nicht, auch wenn sie die Art, Musik zu machen, vielleicht ein wenig vermissen: „Wenn ich überlege, dass wir früher noch Songs auf dem Plattenspieler gehört haben, um Akkorde und Texte rauszuhören, ist es schon verrückt, dass es heute nur eine Suchanfrage im Internet braucht, um einen Song in unzähligen verschiedenen Versionen bis ins kleinste Detail aufgeschlüsselt zu bekommen“, meint Herrmann.

Verjüngungskur für die Band

Mit den Zeiten ändern sich auch die Geschmäcker: Indem sie junge Leute in die Band holt, will die Kombo ihr Repertoire aufpeppen, nicht stehen bleiben. Deshalb ist neben Schlagzeuger Lindner auch eine junge Keyboarderin dabei. Standesdünkel oder ältere Vorrechte gebe es in dieser Mehrgenerationenkonstellation aber nicht. „Wir sind alle gleichberechtigt. Wir arbeiten sehr harmonisch und produktiv miteinander. Wir müssen nicht ehrwürdig vor der Geschichte erstarren“, sagt Lindner, der selbst noch in einem Bluesduo aktiv ist. Eine Sache, die Spaß macht, nennt er das Projekt Pagemakerz und ist sich darin mit den Gründungsmitgliedern einig. „Mir hat mal ein Veranstalter gesagt, dass man einfach merkt, dass wir Spaß haben. Unsere Begeisterung hat sich immer auf das Publikum übertragen, das war der Punkt“, meint Piel.

Der Spaß ist der eine rote Faden, den die Band auch 2017 fortspinnen will, dass nach wie vor eine Frau an der Spitze steht, ist der andere. „Das hat sich einfach immer so ergeben, und wir sind gut damit gefahren“, erklären Herrmann und Piel. Die aktuelle Sängerin ist die Mutter von Schlagzeuger Lindner, der bei der Rhein-Zeitung arbeitet. Neben ihm ist nur Herrmann dem Medienhaus noch aktiv verbunden, das strikte Konzept der Firmenband hat sich überholt, die Leidenschaft an der Musik nicht. Auf frische Weise wollen die Pagemakerz nun ihre Geschichte fortschreiben, erklärt Herrmann. „Was die Zukunft auch bringt, wir sind bereit.“ mes

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