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Kommentar: CDU sollte in der Causa Mauss noch einmal in sich gehen

Werner Mauss ist als eiskalter Typ bekannt. Jemand, der höchst manipulativ sein kann, der menschliche Schwächen gnadenlos ausnutzt, der keinerlei Emotionen zeigt, wo anderen Schweißströme über die Stirn rinnen.

Dietmar Brück kommentiert.
Dietmar Brück kommentiert.
Foto: Jens Weber

Dietmar Brück 
zur Rolle der 
CDU in der 
Spendenaffäre

Nur so kann man sich in eine Verbrecherbande einschleichen, um sie von innen hochgehen zu lassen. Nur mit diesen besonderen Fähigkeiten traut man sich zu den Guerilleros in den kolumbianischen Dschungel. Menschen wie Werner Mauss wissen sich zu tarnen und zu schützen. Und sie tun selten etwas ohne ein ausgeprägtes Eigeninteresse.

Mauss als selbstloser Wohltäter?

In der neuerlichen CDU-Spendenaffäre wird von den Christdemokraten ein ganz anderes Bild des Ex-Superagenten gezeichnet. Offenbar ist er zum selbstlosen Wohltäter geworden. Jahrelang soll er die CDU in seiner Hunsrücker Wahlheimat, zufällig die stärkste politische Kraft vor Ort, unerkannt unterstützt haben. Dabei nutzte Mauss sogar das Kennwort Nolilane, eine Briefkastenfirma, die ihm seit 1997 zugerechnet wird und die offenbar formaler Eigentümer seiner weitläufigen Residenz samt Reitstall ist. Für Mauss' Verhältnisse verzichtete er somit fast auf jegliche Verschleierung.

Dennoch beteuert die CDU wieder und wieder, dass sie nie auf die Idee kam, dass Mauss hinter den finanziellen Gaben steckte, die sie über den Mauss-Anwalt Hansen mit dem Hinweis auf die Mauss-Firma Nolilane erreichten. Bei allem Respekt gegenüber den rheinland-pfälzischen Christdemokraten: Das klingt entweder nach unglaublichem Dilettantismus oder nach einer komplett unglaubwürdigen Ausrede. Die CDU sollte noch einmal in sich gehen. Vielleicht findet sie zu einer überzeugenderen Version der Ereignisse. Möglicherweise ist hier aber auch weitere interne Aufklärungsarbeit zu leisten.

Julia Klöckner sollte aus der Deckung kommen

Hilfreich wäre zudem, wenn CDU-Parteichefin Julia Klöckner allmählich mal aus der Deckung käme. Sie ist von der Bildfläche verschwunden wie zeitweise Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) in der Verkaufspleite um den Flughafen Hahn. Politiker, die im Erfolgsfall nicht groß genug in den Medien glänzen können und bei unangenehmen Themen die zweite Reihe als Kugelfang vorschicken, tragen wenig zur Glaubwürdigkeit ihres Berufsstandes bei. Auch das lehrt die Mauss-Affäre.

Kommentar
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