Archivierter Artikel vom 11.06.2017, 17:03 Uhr
Kirchberg

Was das Fahrrad mit dem Hunsrück zu tun hat

Mit seiner Laufmaschine erfand Karl Drais 1817 die Urform des Fahrrads. Was aber die wenigsten wissen: Einen Teil seiner Kindheit verbrachte der spätere Forstmeister im Hunsrück. Vom fünften bis zum neunten Lebensjahr lebte er mit seiner Familie in Kirchberg.

Ein bisschen Hunsrücker: Karl Drais
Ein bisschen Hunsrücker: Karl Drais

Der kleine Karl Friedrich wurde 1785 in eine privilegierte Welt geboren. Bei seiner Taufe in Karlsruhe waren Markgraf Karl Friedrich und dessen Gemahlin Friderike Amalie Prinzessin von Hessen-Darmstadt als Taufpaten sowie der gesamte badische Hof als Taufzeugen anwesend. 1790 zog die Familie des Hof- und Regierungsrates Carl Wilhelm von Drais von Sauerbronn aus dem Badischen in die Wohnung des Freiherrn von Koppenstein in der Badischen Gendarmerie am Kirchberger Markplatz. In Kirchberg wurde der junge Freiherr vom evangelischen Pfarrer Johann Heinrich Schneyder privat unterrichtet. Als sich 1794 die französischen Truppen dem Hunsrück näherten, brachte sich die Familie auf der rechtsrheinischen Seite in Sicherheit.

Karl Friedrich besuchte die private Forstlehranstalt seines Onkels Friedrich Heinrich Georg von Drais in Pforzheim, studierte später Baukunst, Landwirtschaft und Physik in Heidelberg. 1810 wurde er badischer Forstmeister ohne Forstamt und vom Dienst freigestellt, um seiner Tätigkeit als Erfinder nachzugehen. Drais, der seinen Adelstitel später ablegte, entwickelte unter anderem eine Schreibmaschine für Noten, eine Schnellschreibmaschine mit 16 Buchstaben und vierrädrige „Muskelkraftwagen“. Seine Laufmaschine, die später auch Draisine hieß, war eine Alternative zu Pferdewagen. Er testete zudem damals schon bekannte, fußgetriebene Fahrzeuge auf Schienen. Auch sie wurden nach ihm benannt. ank