Archivierter Artikel vom 11.06.2014, 07:55 Uhr
Bonn

So kann man sich vor den Gefahren schützen

Unwetter mit Sturm, Starkregen, Hagelschlag und Blitzeinschlägen bergen viele Gefahren. Und nicht jeder weiß, wie er sich richtig verhält und wo er am besten Schutz sucht.

Sommer-Gewitter
Ein Sommergewitter kann sehr stark sein. Wird dabei das Haus beschädigt, kommt die Wohngebäudeversicherung dafür auf.
Foto: Uwe Zucchi – DPA

Von Claudia Mayer

Wo kann man am besten Schutz finden? Was empfiehlt sich nicht?

In einer Stadt können öffentliche Gebäude, U-Bahn-Stationen oder auch Bushäuschen Schutz bieten. „Bushäuschen sind in der Regel fest verankert und somit recht sicher“, sagt die Sprecherin des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK) Ursula Fuchs. Aber: „Es gibt nicht die ideale Lösung.“ Parks und freie Flächen sind unsicher, bei heftigen Stürmen sind große Hallen ebenfalls nicht empfehlenswert. Wenn weit und breit kein geeigneter Unterschlupf in der Nähe ist, empfiehlt das BKK, sich bei Gewitter hinzuhocken – am besten in einer Mulde.

Und wenn man draußen ist, wenn das Unwetter beginnt?

Der Weg zum Unterschlupf sollte schnellstmöglich zurückgelegt werden. Fahrradfahrer sollten ihr Rad abstellen, allein schon wegen der Blitzgefahr. Auch Regenschirme bleiben aus diesem Grund besser geschlossen. Fußgänger sind vor Sturm geschützter, wenn sie nah an Häuserwänden vorbeigehen. Herunterfallende Dachziegel, Fassadenteile oder andere Bauteile können allerdings gefährlich werden. Daher: „Sich immer mit wachen Augen fortbewegen“, betont Fuchs. Hohe Türme, Masten, Überlandleitungen sollten auf jeden Fall gemieden werden. Notfalls in ein Taxi steigen: Im Auto ist man zumindest vor Blitzeinschlägen sicher.

Was macht die Nähe von Bäumen so gefährlich?

Bei Gewitter sollten Bäume gemieden werden. Auch bei Sturm geht eine Gefahr von Bäumen aus: Sie können umknicken, oder auch Äste brechen ab. „Die häufigste Ursache für umknickende Bäume oder aus der Krone brechende Äste ist der Wind“, erklärt Stefan Befeld, Sprecher des Landesbetriebs Wald und Holz in Nordrhein-Westfalen.

Wie ist jetzt die Situation in den Wäldern?

„Nach einem schwerem Sturm oder Gewitter hängen häufig noch viele losgebrochene Äste in den Baumkronen, oder es stehen Bäume schief, die nicht ganz entwurzelt wurden“, erläutert Stefan Befeld von „Wald und Holz“. „Diese Äste oder eben ganze Bäume können dann beim nächsten Gewitter, aber auch schon bei leichtem Wind unvermittelt herabfallen.“ Die Behörde warnte vor dem Betreten von Wäldern in den Unwettergebieten. Im Vergleich zu Stürmen in früheren Jahren sind die Schäden in den Wäldern Nordrhein-Westfalens aber diesmal geringer.

Wie kann es zu so heftigen Hitzegewittern kommen wie jetzt in Nordrhein-Westfalen?

Dazu müssen mehrere Bedingungen vorhanden sein, wie es beim Deutschen Wetterdienst heißt. Eine wichtige Voraussetzung ist demnach eine große Temperaturdifferenz zwischen den hohen Luftschichten und dem Boden. Außerdem muss die Luftfeuchtigkeit hoch sein. Vor einem Hitzegewitter wird die feuchte Luft am Boden von der Sonne aufgeheizt, steigt nach oben und kühlt ab. In mehreren Kilometer Höhe bilden sich Wolken, in denen elektrische Spannung entsteht, die sich plötzlich entladen kann – es gewittert. Je größer der Temperaturunterschied zwischen Boden und hohen Luftschichten ist, desto heftiger wird das Gewitter. Allerdings sind die Gewitter laut Meteorologen schwer vorhersagbar – während in einem Stadtteil Keller volllaufen, kan es in einem anderen Stadtteil keinen Tropfen geben.