Archivierter Artikel vom 19.10.2012, 23:38 Uhr
Berlin

Kuba: Arme „Perle der Karibik“

Kuba gilt als „Perle der Karibik“. Die Insel verzaubert mit traumhaften Stränden, verwitterten Prachtbauten und US-Straßenkreuzern aus den 1950ern. Das hat Charme für Touristen, aber nicht unbedingt für die Bürger: Die Insel ist bitterarm.

Kuba: Paradies mit Nachgeschmack
Kuba: Paradies mit Nachgeschmack
Foto: DPA

Der Revolutionär Fidel Castro hatte 1959 den von den USA unterstützten Diktator Fulgencio Batista verjagt. Danach verhängte Washington eine Wirtschaftsblockade, die immer noch gilt. Die großzügige Hilfe der kommunistischen Sowjetunion endete mit deren Untergang im Jahr 1991.

Der deutsche Naturforscher Alexander von Humboldt (1769-1859) verglich die Form des Landes mit einem „Krokodil im Meer“. Auf dieser 1200 Kilometer langen „Echse“ leben heute 11,1 Millionen Menschen, ein buntes Gemisch von Weißen, Mischlingen und Schwarzen. Mit 110 860 Quadratkilometern ist die Antilleninsel ungefähr so groß wie Bayern und Baden-Württemberg zusammen.

Wie Staat und Gesellschaft wird auch die Wirtschaft zentral von der Kommunistischen Partei gelenkt. Unter Raúl Castro, der 2008 die Macht von seinem Bruder Fidel übernommen hat, kontrolliert das Regime trotz einiger Reformen weiterhin alle Aktivitäten. Dazu zählt auch die Tourismusbranche. 2011 kamen 2,7 Millionen Urlauber, unter ihnen fast 100 000 Deutsche.

Das durchschnittliche Monatseinkommen der Kubaner liegt bei nur 15 Euro. Um der Armut zu entfliehen, bessern viele ihr Einkommen mit Schwarzarbeit und Überweisungen von Verwandten aus Übersee auf, manche sogar mit Prostitution. Eine große kubanische Exilgemeinde lebt in den USA, vor allem in Florida.