Archivierter Artikel vom 10.10.2012, 23:30 Uhr

Die wichtigsten Themen: Darum ging es beim Zweiten Vatikanischen Konzil

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil begannen vor 50 Jahren grundlegende Reformen in der katholischen Kirche. Mehrmals kamen Bischöfe und Kardinäle aus aller Welt zwischen Oktober 1962 und Dezember 1965 in Rom zu Beratungen zusammen. Im Ergebnis verabschiedeten die Konzilsväter insgesamt 16 Dokumente.

Mit dem Zweiten Vatikanischen Konzil begannen vor 50 Jahren grundlegende Reformen in der katholischen Kirche. Mehrmals kamen Bischöfe und Kardinäle aus aller Welt zwischen Oktober 1962 und Dezember 1965 in Rom zu Beratungen zusammen. Im Ergebnis verabschiedeten die Konzilsväter insgesamt 16 Dokumente. Das waren die wichtigsten Themen:

  • Kirchenverständnis: Ein Schlüsseldokument ist die Dogmatische Konstitution über die Kirche („Lumen gentium“). Nach dem darin beschriebenen neuen Kirchenverständnis ist die Kirche „das pilgernde Volk Gottes“, in dem jeder Einzelne Mitverantwortung trägt. Das Dokument stellt auch klar, dass „jene Menschen nicht gerettet werden“ könnten, die in die katholische Kirche „nicht eintreten oder in ihr nicht ausharren wollten“.
  • Liturgie: Mit der Konstitution über die heilige Liturgie („Sacrosanctum concilium“) reformierte das Konzil den Gottesdienst. Um die Kirche „den Notwendigkeiten unseres Zeitalters besser anzupassen“, feiern die Priester die Messe nicht mehr mit dem Rücken zum Kirchenvolk. Das für viele unverständliche Latein wurde weitgehend durch die jeweiligen Landessprachen ersetzt.
  • Ökumene: Um „die Einheit aller Christen wiederherstellen zu helfen“, bestimmte das Konzil mit dem Dekret über den Ökumenismus („Unitatis redintegratio“) das Verhältnis zu anderen christlichen Konfessionen neu. Die Ökumene, der Dialog mit Protestanten und Orthodoxen, wurde so einfacher möglich. Die Konzilsväter verkündeten, bei „besonderen Anlässen“ sei es „erwünscht, dass sich die Katholiken mit den getrennten Brüdern im Gebet zusammenfinden“.
  • Zölibat: Das Konzil hielt im Dekret über Dienst und Leben der Priester („Presbyterorum ordinis“) an der Ehelosigkeit der Geistlichen als „in vielfacher Hinsicht dem Priestertum angemessen“ fest. Der Zölibat bleibe darum „allen, die die heilige Weihe empfangen sollten, als Gesetz auferlegt“. Das Konzil mahnte alle Priester, die „in freier Entscheidung nach Christi Vorbild den Zölibat auf sich genommen haben, (...) treu in diesem Stand auszuhalten“. Laiengruppen und einige Bischöfe hatten eine Debatte über verheiratete Priester angeregt, Papst Paul VI. eine Diskussion über den Zölibat auf dem Konzil aber als „nicht opportun“ abgelehnt.