Archivierter Artikel vom 31.08.2012, 08:00 Uhr
Berlin

Abschied von der Glühbirne

Noch ist Zeit für einen Hamsterkauf: Die Lagerbestände der 25- und 40-Watt-Glühlampen werden weiterhin angeboten. Von heute an werden aber keine Modelle mehr produziert, die eine höhere Leistung als 10 Watt haben. Die Alternativen sind Energiespar- und Halogenlampen sowie LEDs. Wir beantworten die wichtigsten Fragen.

Woran erkennen Kunden die Helligkeit der Energiesparlampen?

Die Glühbirne – von Experten als Glühlampe bezeichnet – wurde nach der Wattzahl ausgesucht. Bei Energiesparlampen ist dieser Wert geringer. Für einen Vergleich gibt es eine Faustformel: Die Leuchtstärke der Glühlampe durch vier geteilt ergibt die Wattzahl der Energiesparlampe, erklärt Erhard Bülow, Energieberater der Verbraucherzentrale Berlin. Eine Energiesparlampe mit 15 Watt ist also ungefähr so hell wie eine 60-Watt-Glühbirne. Aber die Wattzahl wird nach und nach von den Verpackungen verschwinden. Denn die Helligkeit von Energiesparlampen wird in Lumen (ln) angegeben.

Wer die 25-Watt-Lampe adäquat ersetzen will, greift zu einer energiesparenden Lampe mit 200 Lumen (7 Watt). Die 40-Watt-Lampe wird Bülow zufolge mit einer Lichtleistung von 400 Lumen (9 Watt) ersetzt, die 60-Watt-Glühbirne mit 700 Lumen (15 Watt) und das 75-Watt-Modell mit 1000 Lumen (20 Watt). Die Helligkeit einer 100-Watt-Glühbirne entspricht der einer Energiesparlampe mit 1400 Lumen (23 Watt).

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Welches Energiesparmodell leuchtet wie die Glühbirne?

Die Lichtfarbe wird als Farbtemperatur in Kelvin (K) angegeben. 2700 bis 3300 Kelvin schaffen ein warmes Weiß, das dem Licht der Glühbirne entspricht. Das sei die richtige Stärke fürs gemütliche Wohnzimmer, findet Bülow. Mit 4000 Kelvin werde die Arbeitsfläche in der Küche in ein neutrales Weiß getaucht. Tageslichtweiß und damit so hell wie in einem Büro werde es mit 6000 Kelvin.

Im Treppenhaus, im Keller oder im Bad sollte darauf geachtet werden, dass die Birne schnell hell wird, erläutert Franziska Müller von der Deutschen Umwelthilfe in Berlin. „Beträgt die Anlaufzeit laut Verpackung 15 Sekunden, heißt das, dass in 15 Sekunden 60 Prozent der Helligkeit erreicht sind.“ Neben diesem Wert empfiehlt sie, auf die Schaltfestigkeit der Modelle zu achten – gerade dort, wo das Licht oft an- und ausgeknipst wird.

Wie lang halten Energiesparlampen?

Energiesparlampen ohne Vorwärmfunktion leuchten rund 6000 Stunden, erläutert die Initiative EnergieEffizienz der Deutschen Energie-Agentur (dena) in ihrem Internetratgeber. Das wäre etwa fünfmal so lang wie eine Glühlampe. Mit Vorwärmfunktion können sie auf bis zu 15.000 Betriebsstunden kommen. Gerade für Lampen, die häufig ein- und ausgeschaltet werden, sollten Modelle mit Vorheizfunktion genommen werden. LEDs leuchten rund 15.000 Stunden.

Sind Energiesparlampen gefährlich?

Energiesparlampen enthalten geringe Mengen giftigen Quecksilbers. Der aktuelle Grenzwert liegt bei 3,5 Milligramm. Ab 2013 sind nur noch 2,5 Milligramm erlaubt. Zum Gesundheitsrisiko werden die Lampen erst, wenn sie im angeschalteten Zustand zerbrechen und das heiße Quecksilber verdampft. Um auf Nummer sicher zu gehen, sollte man Lampen mit Splitterschutz kaufen. Alternativen sind Lampen, die Quecksilber in gebundener Form oder überwiegend Amalgam enthalten. Bei ihnen ist die Quecksilbermenge, die im Falle eines Bruchs austritt, geringer.

Was tun, wenn eine Lampe zerbricht?

Das Umweltbundesamt empfiehlt, sofort zu lüften. Alle Personen und Haustiere sollten für eine Viertelstunde das Zimmer verlassen. Die Bruchreste sollten dann bei geöffnetem Fenster entsorgt werden. Mit einem angefeuchteten Papiertuch gehe das am besten, rät die Initiative EnergieEffizienz. Die Scherben werden luftdicht in einer Plastiktüte verpackt. Wichtig: Energiesparlampen, LEDs und Halogenlampen müssen zu Sammelstellen gebracht werden. Die Sammelstellen listet die Deutsche Umwelthilfe im Internet auf.