Archivierter Artikel vom 15.12.2013, 14:10 Uhr
Koblenz

Vergleich: DHL-Fahrern geht es vergleichsweise gut

15 Euro brutto die Stunde: Der Verdienst von Alexander Gilewitsch ist bei DHL nicht die Regel – aber auch keine Ausnahme. „Im Vergleich zu den Mitbewerbern auf dem Paketzustellmarkt geht es den Leuten von DHL vergleichsweise gut“, erklärt Sigurd Holler, Verdi-Gewerkschaftssekretär für den Bereich Logistik in Rheinland-Pfalz.

Von Annette Hoppen

Allerdings: Wie seine Mitbewerber – darunter UPS, GLS, DPD und Hermes – arbeitet auch DHL mit Subunternehmen. „Und da verdienen die Fahrer dann manchmal weniger als 5 Euro die Stunde“, erklärt der Gewerkschafter. Bei DHL ist der Prozentsatz der Bezirke, die an Subunternehmen vergeben werden dürfen, jedoch gedeckelt.

Er liegt nach Auskunft von Verdi bei maximal 10 Prozent. Insbesondere bei GLS und Hermes sehe das ganz anders aus. „Da werden 100 Prozent des Geschäfts über Subunternehmer abgewickelt“, weiß Holler. Die Folge sind laut Verdi miserable Arbeitsbedingungen, 14-Stunden- Arbeitstage etwa, bei denen am Ende noch nicht einmal 1200 Euro Lohn auf dem Gehaltszettel stehen. Als das „schwärzeste Schaf der Branche“ bezeichnet Holler GLS, ein Unternehmen, das zur englischen Post gehört.

Dort gibt es weder Betriebsräte noch Tarifvereinbarungen, auch nicht für von GLS direkt angestellten Mitarbeiter. Zumindest die sind bei Hermes über Betriebsräte organisiert und profitieren von Tarifverträgen. Bei den Subunternehmen von Hermes sieht es nach Angaben von Sigurd Holler ähnlich schlecht aus wie bei GLS. Bei UPS sind nach Erfahrungen der Gewerkschaft etwa 30 Prozent der Fahrer über Subunternehmer angestellt.

Auch die verdienen wesentlich weniger Geld als die Kollegen, die ihr Gehalt direkt von UPS beziehen – und müssen oft deutlich länger arbeiten. Wer als Paketauslieferer sein Gehalt direkt von DHL bezieht, erhält einen Einstiegslohn von 11,13 Euro die Stunde bei einer Arbeitswoche von 38,5 Stunden. „Allerdings verdienen unsere Mitarbeiter im Schnitt wesentlich mehr.

Je länger ein Mitarbeiter bei uns tätig ist, umso mehr verdient er. Wir haben auch aus unserer Behördenzeit noch Beamte als Mitarbeiter, die wieder eine ganz andere Gehaltsstruktur haben“, betont Heinz-Jürgen Thomeczek von der Pressestelle des Unternehmens.