Archivierter Artikel vom 15.01.2013, 09:18 Uhr
Koblenz

Turbo-Netz für Koblenz: Wenn die Telekom ernst macht, rollen überall die Bagger

Kommt das geplante Glasfasernetz der Telekom, dann rollen ab 1. April überall in Koblenz die Bagger. Denn innerhalb eines halben Jahres werden dann auf einer Länge von 62 Kilometern Leitungen verlegt und dafür zum Teil zeitgleich in allen beteiligten Stadtteilen viele Bürgersteige aufgebuddelt.

Wenn die Telekom-Maßnahme spruchreif wird, dann werden in weiten Teilen der Stadt, wie hier in der Löhrstraße in Richtung Bahnhof, die Bürgersteige aufgerissen, um Glasfaserleitungen zu verlegen. Innerhalb eines guten halben Jahres soll dann schon alles erledigt sein.
Wenn die Telekom-Maßnahme spruchreif wird, dann werden in weiten Teilen der Stadt, wie hier in der Löhrstraße in Richtung Bahnhof, die Bürgersteige aufgerissen, um Glasfaserleitungen zu verlegen. Innerhalb eines guten halben Jahres soll dann schon alles erledigt sein.
Foto: Reinhard Kallenb

Betroffen sind die Bewohner der Alt- und Innenstadt, des Oberwerths, Teile von Lützel, der Goldgrube, aus Moselweiß und der Karthause. In jedes Haus werden dort von der Telekom dann Anschlüsse gelegt. Spätestens zum 1. März entscheidet sich, ob das ehrgeizige Ziel der „Glasfaser-Pilotstadt“ erreicht wird. Denn die Telekom hat ihre Investitionen an die Bedingung geknüpft, dass in den definierten Stadtteilen mindestens 10 Prozent der Kunden einen superschnellen Breitbandanschluss buchen und es ausreichend viele Hausbesitzer gibt, die ihr Haus an das neue Netz anschließen lassen.

Ob es dazu kommt, kann die Stadt jetzt noch nicht wissen – aber geplant werden muss bereits. Denn die Arbeiten müssen im Fall eines positiven Bescheids zwischen dem 1. April und Ende Oktober erfolgen. Das ist die Vorgabe. Die Telekom lässt dann in diesem guten halben Jahr alle Bürgersteige auf einer Breite von 60 Zentimetern aufreißen. So viel Platz wird benötigt, um die Rohre zu verlegen, in die die Glasfaserkabel hineingeblasen werden.

„Die Restbreite machen wir dann selbst“, sagt Walter Gombert, der Leiter des Koblenzer Tiefbauamts. Denn nie mehr wird sich vermutlich die Gelegenheit bieten, so verhältnismäßig günstig komplette Stadtteile mit neuen Bürgersteigen zu versehen. Die Pläne liegen in der Schublade, neun Baustellen wird es parallel geben, um die Arbeiten in der vorgegebenen Zeit überhaupt zu schaffen.

In vielen Gegenden kommt die Bautätigkeit wie gerufen (wenn es denn klappt), weil die Bürgersteige dringend sanierungsbedürftig sind. In anderen ist es eigentlich nicht nötig. Zum Beispiel in der ja noch neuen Löhrstraße müsste es nicht sein, dass aufgerissen wird – aber das kann sich die Stadt eben nicht aussuchen. Vorsorge getroffen hat man lediglich bei den neuen Bürgersteigen rund um den Zentralplatz – dort sind Leerrohre eingelegt worden, sodass die Glasfaserkabel ohne Probleme unter der Erde verschwinden können. Ausgestattet werden die Bürgersteige dann mit einem praktischen Verbundpflaster.

Von unserer Redakteurin Doris Schneider