Archivierter Artikel vom 30.04.2013, 07:00 Uhr

Stadtreise: Vom Fischmarkt über die Rollschuhbahn bis zur Kulturfabrik

Die Liste der Veranstaltungsorte in der Hansestadt ist lang. Zu vielen davon gibt es spannende Geschichten zu erzählen.

Frühschoppen am Hafen: Die Fischauktionshalle

Direkt am Hamburger Fischmarkt steht die Altonaer Fischauktionshalle, in der früher Fisch versteigert und gehandelt wurde. Heute wird Fisch dort nur noch gegessen – auf Veranstaltungen wie etwa beim Frühschoppen nach dem Fischmarkt jeden Sonntagvormittag. Das denkmalgeschützte Gebäude von 1895 steht direkt am Elbufer. Das kann auch mal nass werden: Bei Hochwasser steht es regelmäßig unter Wasser.

Skandinavische Tradition: Die Seemannskirchen

Die skandinavischen Seemannskirchen sind Kirche, Gemeindeund Kulturhaus in einem: Anlaufpunkt für Seeleute und für Reisende aus dem Norden. Und sie sorgen für interkulturellen Austausch mit den Hamburgern. Vier Seemannskirchen gibt es in der Stadt: eine dänische, eine schwedische, eine skandinavische und eine finnische.

Sie liegen dicht beieinander, direkt bei den Landungsbrücken. Das ganze Jahr hindurch vermitteln sie Traditionen des jeweiligen Landes. So gibt es in der finnischen Kirche auch eine ganzjährig geöffnete Sauna. Beliebt ist auch der jährliche Weihnachtsmarkt, der parallel in den vier Kirchen seinen Platz findet.

Dänische Seemannskirche
Dänische Seemannskirche

Pirouetten im Park in der City: Die Rollschuhbahn Wallanlagen

Mitten in der Innenstadt kann man in Hamburg im Sommer Rollschuh und im Winter Schlittschuh fahren. Die Bahn in den Wallanlagen im zentralen Park „Planten un Blomen“ ist mit 4300 Quadratmetern die größte Schlittschuhbahn unter freiem Himmel in Europa. Sie wurde 1971 gebaut und zwischendurch zwar renoviert, dennoch ist das Markenzeichen ihr 70er-Jahre- Charme.

Der Spielbudenplatz mit Markt
Der Spielbudenplatz mit Markt

Außergewöhnliche Marktfläche: Der Spielbudenplatz

Der lang gestreckte Platz, auf dem einer der vier Eröffnungsgottesdienste gehalten wird, liegt mitten auf der Reeperbahn. Schon vor 200 Jahren ließen sich im Herzen von St. Pauli Künstler und Gaukler nieder und errichteten ihre Spielbuden. Inzwischen stehen rundherum feste Gebäude: Theater, Kneipen, Szeneklubs und Sexshops. Der offene Platz mit zwei großen fahrbaren Bühnen ist Veranstaltungsort für Konzerte, Flohmärkte und auch mal eine Demo. Und für den Nachtmarkt: Wie auf einem normalen Wochenmarkt werden dort immer mittwochs Biogemüse und Dinkelbrot, frischer Fisch und Käsespezialitäten neben Espresso und Würstchen unterm Sonnenschirm angeboten – allerdings von 16 bis 23 Uhr (im Winter bis 22 Uhr).

Fabrik für Kreative: Kampnagel

Die Bezeichnung Kulturfabrik ist doppeldeutig: In den Hallen in Hamburg-Winterhude wurden von 1875 an Großmaschinen hergestellt, vor allem Hafenkräne. Heute wird dort Kultur fabriziert: Theaterfestivals, Lesungen und Partys stehen auf dem Programm. Außerdem gibt es ein eigenes Kino, Café und Restaurant. Kampnagel ist nach eigener Auskunft Deutschlands größte freie Bühne.

An der Grenze zum Freihafen: Das ehemalige Hauptzollamt

Hauptsächlich Kaffee, Tee, Gewürze, Teppiche und Tabak wurden im Hamburger Hafen umgeschlagen, bis 1984 wurden die Waren im Hauptzollamt an der Kornhausbrücke, am Eingang zur Speicherstadt (und jetzt auch zur Hafencity), verzollt. Heute informiert in dem historischen Gebäude von 1900 das Deutsche Zollmuseum über vergangene Zeiten. Außerdem wird das Gebäude gern als Lokalität für große Feiern und Feste genutzt.

Kaiserliches Postamt: Der Hühnerposten

Das massive Gebäude in der gleichnamigen Straße liegt direkt hinter dem Hamburger Hauptbahnhof. Eröffnet vom Kaiser 1907, war es für die Post fast 100 Jahre lang die Verbindung zwischen den Bahngleisen und den Straßen der Stadt. Bis 1997 wurden dort Briefe und Pakete, die mit dem Zug in die Stadt gebracht wurden, sortiert und verteilt. Das denkmalgeschützte Gebäude ist heute Veranstaltungsort und beherbergt die Zentralbibliothek und das Goethe- Institut.

Garten für jedermann: Der Stadtpark

Genug Platz für den großen Abschlussgottesdienst gibt es im Stadtpark im Stadtteil Winterhude. Ursprünglich war das Gelände Jagdrevier eines Geschäftsmannes, wurde aber 1914 zum Volkspark umgestaltet. Auf der Freilichtbühne treten den Sommer über Bands und Musiker auf. Über allem thront das 60 Meter hohe Planetarium, 1915 aus einem Wasserturm erbaut.

Das Planetarium im Stadtpark
Das Planetarium im Stadtpark

Von Julia Reiss