Archivierter Artikel vom 30.03.2012, 19:00 Uhr
London/Stanley

Das Leben auf den Falklands – very british

Die Telefonzellen sind genauso rot wie die Briefkästen. Die Häuser stehen schön geordnet in Reihe und in den Pubs gibt es Quizabende zum Zeitvertreib. Das Leben der 3.000 Einwohner der Falkland-Inseln im Südatlantik ist so britisch wie das ihrer Landsleute im Mutterland.

London/Stanley – Die Telefonzellen sind genauso rot wie die Briefkästen. Die Häuser stehen schön geordnet in Reihe und in den Pubs gibt es Quizabende zum Zeitvertreib. Das Leben der 3.000 Einwohner der Falkland-Inseln im Südatlantik ist so britisch wie das ihrer Landsleute im Mutterland.

Die Ortschaften unterscheiden sich auf den ersten Blick kaum von den Dörfern und Städtchen in Großbritannien – sieht man einmal von den Pinguin-Kolonien ab, die an den falkländischen Küsten brüten.

„Das Klima ist rau und die Landschaft eintönig“, sagt Jan Cheek. „Aber wir finden es schön“, fügt die 63-Jährige hinzu, die dem achtköpfigen Parlament auf den Falklands angehört. Trotz der nur 3.000 Einwohner lege die Falkland-Regierung besonderen Wert auf Bildung. „Viele unserer jungen Leute studieren im Ausland, oft in Großbritannien. Und die meisten haben dann das Gefühl, sie wollen ihrer Heimat wieder etwas zurückgeben“, sagt Cheek.

Wirtschaftlich leben die Falkländer vorrangig vom Agrarsektor. Schafzucht, vor allem aber Fischfang ernähren die Menschen. Die Fischerei macht 60 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in Höhe von knapp über 100 Millionen Pfund (rund 117 Millionen Euro) aus. Die Hoffnungen liegen auf der Ölindustrie, die sich die Ausbeutung von bis zu 60 Milliarden Barrel (je 159 Liter) Erdöl erhofft.

Logistisch sind die Falkländer weitgehend abgeschnitten. 200 Meilen von der argentinischen Küste entfernt, sind sie vor allem auf die wenigen Flugverbindungen angewiesen, wollen sie die kleine Inselgruppe verlassen. Einmal alle zwei Wochen startet eine Militärmaschine in Richtung Großbritannien, einmal pro Woche geht ein Flugzeug nach Chile.