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    SV Weiersbach trennt sich von Oliver Koerdt

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    Nach zweieinhalb Jahren wurde Oliver Koerdt als Trainer des Bezirksliga-Letzten SV Weiersbach entlassen. 
Foto: Joachim Hähn
    Nach zweieinhalb Jahren wurde Oliver Koerdt als Trainer des Bezirksliga-Letzten SV Weiersbach entlassen.
    Foto: Joachim Hähn

    "Coach erreicht Team nicht mehr"

    Er erklärt auch, wie es zum Entschluss zur Kündigung von Koerdt kam. "Die sportliche Situation ist der entscheidende Grund." Der SV Weiersbach ist Tabellenletzter der Bezirksliga. "Wir hatten die Befürchtung, dass wir bereits im Winter derart abgeschlagen am Tabellenende stehen, dass wir dann schon faktisch abgestiegen wären", sagt Werle weiter. "Wir wollten uns nicht vorwerfen lassen, nicht alles versucht zu haben, um die Klasse doch noch zu halten."

    Der SVW-Vorstand sah nur in der Trainerentlassung einen Hebel, um die Situation noch zu ändern. "Alle Spieler sollen bei Null anfangen", hieß es aus dem Vorstand. Der hatte außerdem festgestellt, dass der Coach die Mannschaft nicht mehr erreiche und auch umgekehrt das Team keinen Draht mehr zur Mannschaft habe. "Das stimmt", bestätigt SVW-Vorsitzender Günther Decker auf NZ-Nachfrage.

    Allerdings betonen alle SVW-Vorstandsmitglieder, dass Koerdt lange erstklassige Arbeit geleistet habe. "Nach der Ära Martin Mayer hat es bei uns so ausgesehen, als könnte alles zusammenbrechen", berichtet Werle. Tatsächlich zog der SVW vor zweieinhalb Jahren durchaus in Erwägung nicht für die Bezirksliga zu melden und in der Kreisklasse zu spielen. "Das hat Oliver Koerdt mit unglaublichem Einsatz verhindert und deshalb sind wir ihm auch zu großem Dank verpflichtet", sagt Werle voller Anerkennung. "In dieser Saison haben wir aber festgestellt, dass in vielen Spielen nur eine Kleinigkeit zum Erfolg fehlte. Diesen Tick will der Verein nun versuchen, durch den Trainerwechsel heraus zu kitzeln."

    Werle sieht eigene Fehler

    Leicht gemacht hat sich der SVW die Entscheidung sicherlich nicht. "Eine Trainerentlassung in der Bezirksliga ist ungewöhnlich", gibt Werle zu und gesteht auch Fehler ein: "Wir hätten mit dem Trainer gar nicht erst in die neue Saison gehen dürfen, dann wäre es ein sauberer Schnitt gewesen." Allerdings war es so, dass im November der alte SVW-Vorstand um den Vorsitzenden Gerd Hoffmann Koerdts Engagement verlängert hatte. "Ich habe das als Schriftführer mitgetragen", stiehlt sich Werle nicht aus der Verantwortung, sagt aber auch: "Der neue Vorstand ist in gewissem Sinne jetzt der Leidtragende und hat sich natürlich in der Pflicht gesehen, den Entschluss des alten Vorstandes beizubehalten. Aber die Probleme haben wir schon in der vergangenen Runde gesehen und deshalb wäre es sicher besser gewesen, eine Trennung vor der Saison herbei zu führen." Jetzt freilich sah sich der SVW zum Handeln gezwungen: "Auch wir Vorstandsleute sind in keiner einfachen Situation. Der Verein hat einen hohen Stellenwert, und ob wir einige gute Spieler halten können, wenn wir absteigen, ist für mich zweifelhaft. Deshalb haben wir letztlich eine Person geopfert, um das große Ganze nicht in Frage zu stellen", sagt Werle.

    Andere Vorstandsmitglieder hingegen sind freilich der Meinung, dass ein Abstieg gar nicht so schlimm sei, wie Chef Decker auf Nachfrage bestätigt. Auch ist man sich beim SVW durchaus darüber im Klaren, dass viele Probleme mit der grundsätzlichen Qualität der Spieler zu tun haben. Auch Werle meint: "Wir gehören zum unteren Drittel der Bezirksliga. Mehr ist für uns nicht drin." Bei möglicherweise vier Absteigern ist das natürlich bereits eine Ausgangssituation, die einen Fall in die Bezirksklasse wahrscheinlicher macht als das Halten der Bezirksliga.

    Der geschasste Koerdt jedenfalls hat wenig Verständnis und sagt: "Ich bin maßlos enttäuscht. Dass der Verein eine solche Maßnahme ergreift, kann ich aufgrund der sportlichen Situation zwar nicht akzeptieren, aber vielleicht noch begreifen. Absolut nicht in Ordnung allerdings war die Art und Weise." Tatsächlich stand die Entlassung Koerdts bereits am vergangenen Samstag, einen Tag vor der Auswärtspartie des SVW in Disibodenberg fest. Trotzdem coachte Koerdt das Team dort noch bei der 1:4-Niederlage. Von seinem Aus als Trainer erfuhr er erst am Montag. "Wir hatten unsere Interimslösung erst am Samstag unter Dach und Fach und wollten dann in so kurzer Zeit bis zum Spiel keine Unruhe in die Mannschaft bringen", begründete der SVW-Vorstand sein Handeln, das Decker auf Nachfrage bestätigte.

    Koerdt besitzt B-Lizenz

    Einen bemerkenswerten Denkanstoß gab Koerdt noch: "Ich frage mich, ob das Trainergeschäft mit seinen Lizenzen und Fortbildungsmaßnahmen Sinn macht, wenn die Vereine den ausgebildeten Übungsleiter durch Trainer ohne Lizenz ersetzen." Koerdt selbst hat gerade erfolgreich an einer Fortbildungsmaßnahme der DFB-B-Lizenz in Edenkoben teilgenommen. Laut DFB-Trainerausbildungsverordnung ist er damit höher qualifiziert als die allermeisten Coaches im Kreis Birkenfeld, die zumeist Inhaber des C-Scheins sind.

    Noch nicht geklärt sind zwischen Koerdt und dem SVW die finanziellen Folgen der Trennung. "Das ist ein schwebendes Verfahren, dazu möchte ich mich nicht äußern", sagt Koerdt, während es aus dem Vorstand heißt: "Das sind vereinsinterne Dinge. Wir werden eine Lösung finden." In der Bundesliga ist in solchen Fällen üblich, dass entlassene Trainer wie Oenning beim HSV entweder bis Vertragsende weiterbezahlt werden oder eine Abfindung erhalten.

    Sascha Nicolay

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