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    RL9 – Der leichte Weg zum Ruhm

    Der polnische Torjäger in Diensten des FC Bayern darf sich jetzt mit einem Bachelor-Titel schmücken. Thema der Abschlussarbeit: er selbst.

    Sven Sabock kommentiert.
    Sven Sabock kommentiert.

    Sven Sabock über den Studenten Robert Lewandowski

    Fußballern eilt mitunter der Ruf voraus, nur im Hier und Jetzt zu leben. Ein bisschen trainieren, von Spiel zu Spiel denken, zwischendurch das süße Leben genießen – und am Ende des Monats voller Freude einen Blick auf die Kontoauszüge werfen. Wer denkt da schon daran, dass die Profi-Karriere ein jähes Ende nehmen kann oder selbst ohne tragische Verletzung im Anschluss an die Laufbahn noch 30 Jahre des Erwerbslebens anstehen?

    Lobenswert daher, dass sich etliche Berufskicker nicht nur darauf verlassen, in Anerkennung ihrer langjährigen Verdienste um den Klub später vom Verein übernommen zu werden. Sei es als Repräsentant, Fan-Beauftragter oder U 13-Trainer. Nein, nicht erst seit Loriot wissen wir, dass ein Diplom was eigenes ist, etwas, das man in der Hand hat. Es muss ja nicht unbedingt ein Jodel-Diplom sein, zumal das Ganze heute Bachelor heißt. Auch bei Robert Lewandowski ist offenbar schon vor langer Zeit der Entschluss gereift, sich neben seiner eigentlichen Tätigkeit als Torjäger ein zweites Standbein aufzubauen. Naheliegend, dass er Sportmanagement als Fach auserkoren hat – und nun endlich, nach zehn Jahren Büffeln, an der Universität Warschau einen akademischen Abschluss erworben hat. Zu seiner Ehrenrettung sei angemerkt, dass Lewandowski im Gegensatz zu manchem Endlos-Studenten zwischendurch in den Strafräumen Europas beruflich arg eingespannt war.

    Nun sind Scheine und Klausuren das eine, die krönende Abschlussarbeit das andere. Nicht selten wird dabei der Versuch unternommen, mittels empirischer Untersuchungen eine Banalität zur bedeutungsschwangeren Erkenntnis reifen zu lassen. Lewandowski hat sich mit derlei wissenschaftlichen Anstrichen erst gar nicht lange aufgehalten, sondern ein Elaborat mit bemerkenswert schlichtem Titel verfasst. „RL9. Der Weg zum Ruhm“, heißt das Werk.

    RL9 steht für die Initialen und die Rückennummer des Verfassers, und auch der Rest ist leicht verständlich: Lewandowski hat der Einfachheit halber eine Arbeit über Lewandowski geschrieben und damit die Prüfer an der Universität zu wahren Begeisterungsstürmen hingerissen. Gleich dreimal gab's die Bestnote für die Autobiografie, wobei der zuständige Sportprofessor Marek Rybinski während der Laudatio betonte, „dass niemand einfach so einen Bachelor bekommt“. Ach ja: Die hohen Herren waren während der Zeremonie in den polnischen Nationalfarben Rot und Weiß gewandet, nachdem der berühmte Absolvent seinem Land tags zuvor beim 4:2 gegen Montenegro mit dem Tor zum 1:0 zu Ruhm, Ehre und der Qualifikation zur WM 2018 in Russland verholfen hatte. Läuft also für Lewandowski, der sich selbst als Volksheld noch um seine Altersvorsorge kümmert, sollten die Millionen aus München demnächst aufgebraucht sein.

    Ganz anders steht es dagegen um die Gemütslage bei seinem Arbeitskollegen Arturo Vidal. „Der Krieger“, wie der Chilene in seiner Heimat genannt wird, kann im kommenden Sommer einen ausgedehnten Urlaub antreten, weil der Südamerika-Meister die WM-Teilnahme verpasst hat. Vidal selbst war wegen einer Sperre vorzeitig zurück zum FC Bayern zitiert worden und erlebt nun aus der Ferne mit, wie sich nach dem 0:3 in Brasilien Spott und Häme über die Nationalelf ergießen.

    Nicht genug damit, dass die wiederholten Trinkgelage diverser Spieler vor den Trainingseinheiten öffentlich werden, holt den Verband nun ein Einspruch ein, der zwar erfolgreich war, aber auch fatal. Die kuriose Geschichte in Kurzform: Die Chilenen bekamen im Oktober des Vorjahres nach dem 0:0 in Bolivien drei Punkte zugeschrieben, weil beim Gegner ein Akteur nicht spielberechtigt war. Dumm nur, dass im gleichen Urteil auch Mitbewerber Peru trotz eines 0:2 gegen Bolivien ein Sieg zugesprochen wurde – und Peru deshalb nun vor Chile steht.

    Vielleicht nutzt Vidal die freie Zeit ja auch, um die berufliche Zukunft zu ordnen. Es muss ja nicht gleich ein Bachelor-Studium sein. Als mögliche Alternative böte sich in seinem Fall die Eröffnung eines Tattoo-Studios an.

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