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    Nach dem Abpfiff: Was die Kleinen die Großen lehren

    Es muss nicht immer von Vorteil sein, zu den vermeintlich großen Nummern im deutschen Fußball zu gehören. Weil sich die klangvollen Namen der Branche zumeist über eine glorreiche Vergangenheit definieren, werden die Erfolge von einst in der Gegenwart eher zum Fluch denn zum Segen.

    Sven Sabock kommentiert.
    Sven Sabock kommentiert.

    von Sven Sabock

    Ob Hamburger SV, Hertha BSC, Schalke 04 oder VfB Stuttgart: Diese vier Vereine verkörpern in diesen Tagen manchen Traditionsklub, bei dem Anspruch und Wirklichkeit in krassem Gegensatz stehen. Das krampfhafte Bestreben, bloß nicht im Mittelmaß zu verkümmern, führt nicht selten in die falsche Richtung.

    Aktionismus prägt das Handeln, die Verantwortlichen werden getrieben von den Ergebnissen. Drei Spiele ohne Sieg reichen, eine Krise erklären zu müssen, an deren Ende der Trainer gehen muss. Derlei Szenarien wiederholen sich erfahrungsgemäß mindestens einmal im Jahr, weshalb die stets propagierte Kontinuität als maßgeblicher Faktor des Erfolgs ein frommer Wunsch bleibt.

    Dabei wären all jene, die sich für größer halten, als sie sind, gut beraten, von den Kleinen zu lernen. Die zeigen uns wieder einmal, dass es nicht schaden kann, sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren: den Fußball.

    Siehe der FC Augsburg. Jahr für Jahr gelten die bayerischen Schwaben als Top-Kandidaten, wenn es darum geht, einen Absteiger zu benennen. Seit nunmehr vier Spielzeiten widerlegt der FCA die Experten und ist stattdessen auf dem besten Weg, sich zu einer festen Größe in der Liga zu etablieren. Selbst der Abgang von Außenstürmer Andre Hahn bringt die Elf von Trainer Markus Weinzierl nicht von ihrem Weg ab. Gestützt auf eine klare Struktur, ist sein Team vor allem in der heimischen Arena eine Macht geworden.

    Gegen den SC Paderborn – auch so ein widerspenstiger Außenseiter in der Liga – gab's den vierten Heimsieg in Folge. Konsequenz: ein bemerkenswerter siebter Platz und ein solides Polster auf die rote Zone der Tabelle. „Ich würde mir wünschen, dass die Kleinen weiter für Furore sorgen“, sagt Weinzierl.

    Neben einer Spielidee, die auf nimmermüder Laufbereitschaft und mutiger Vorwärtsverteidigung basiert, liegt bei Klubs wie dem FCA, Mainz 05 oder auch dem SC Freiburg die Ruhe in der Kraft. Während bei den Rheinhessen Trainer Kasper Hjulmand nach Aus im DFB-Pokal und Europa League eine stabile Mannschaft geformt hat, deutete im beschaulichen Breisgau vieles darauf hin, als würde nun der personelle Aderlass der vergangenen zwei Jahre Wirkung zeigen. Aber nichts da. Auch saisonübergreifend zwölf Spiele ohne Sieg haben in Freiburg nicht zu Hektik geführt.

    Die Badener wissen darum, dass sie in der Liga stets am Abgrund wandeln, und haben deshalb gelernt, ihre Ängste zu kontrollieren. Hinzu kommt, dass dort in Christian Streich ein unprätentiöser Trainer wirkt, der im Tun und seiner Außenwirkung für Bodenständigkeit steht. Nicht der schlechteste Begleiter in der Parallelwelt Bundesliga. Der Coach scheut sich auch nicht davor, öffentlich seine Arbeit zu hinterfragen und Fehler einzuräumen. Der Lohn für derlei reflektiertes Handeln sind das Weiterkommen im Pokal und nun zwei Siege in Folge in der Liga.

    Der SC Freiburg ist damit seine Sorgen nicht los, aber spätestens nach dem 2:0 gegen Schalke wieder im Geschäft. Typisch Streich, dass er den Sieg nicht zu hoch hängen wollte: „Die Schalker hatten ja auch ein Europapokalspiel hinter sich.“

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