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Neuwied

Neuwied liefert Straubing drei packende Sätze

Christoph Hansen

Die Volleyballerinnen des VC Neuwied haben ihr Heimspiel in der 2. Bundesliga Süd gegen den Tabellenführer NawaRo Straubing mit 1:3 (22:25, 22:25, 25:21, 7:25) verloren. Soweit die Fakten und Zahlen eines denkwürdigen Spiels in der Sporthalle des Rhein-Wied-Gymnasiums in Neuwied, hinter dem sich für die Deichstadtvolleys mit Blick auf die Zukunft eine interessante Perspektive aufzeigt. Sie ist allerdings auch verbunden mit den Risiken, die aufgrund sportlicher Leistungen oft genug geweckt werden.

Leicht hatte es der klar favorisierte Tabellenführer NawaRo Straubing drei Sätze lang nicht, den VC Neuwied in dessen Halle zu besiegen. Hier steht ein Block des VCN mit Lilli Werscheck (von rechts) und Lena Overländer so gut, dass Straubings beste Spielerin, Carina Aulenbrock (Nr. 11) nicht punkten kann.  Foto: Jörg Niebergall
Leicht hatte es der klar favorisierte Tabellenführer NawaRo Straubing drei Sätze lang nicht, den VC Neuwied in dessen Halle zu besiegen. Hier steht ein Block des VCN mit Lilli Werscheck (von rechts) und Lena Overländer so gut, dass Straubings beste Spielerin, Carina Aulenbrock (Nr. 11) nicht punkten kann.
Foto: Jörg Niebergall

„Wir sind unfassbar glücklich, dass wir hier gewonnen haben. Neuwied hat uns gewaltig gefordert. Die Mannschaft war toll eingestellt und hatte ein fantastisches Publikum hinter sich“, zollte Straubings Trainer Benedikt Frank den Gastgeberinnen nach dem Spiel gehörigen Respekt. Diese Einschätzung erhält noch mehr Gewicht, weil Franks Mannschaft schon in dieser Saison das Ziel Aufstieg in die Bundesliga ausgerufen hat. Frank stellte unmissverständlich klar: „Ja, wir wollen aufsteigen.“ Sportlich ist der VC Offenburg ein gleichwertiger Konkurrent, den Straubing – bei derzeit einem Punkt Vorsprung in der Tabelle und einem mehr ausgetragenen Spiel – am 10. März noch in eigener Halle empfängt. Wirtschaftlich und organisatorisch wird den Niederbayern die 1. Bundesliga eher zugetraut.

Wie steinig der Weg nach oben sein kann, mussten die Gäste in Neuwied erfahren. Trainer Frank hatte das Training im Wochenverlauf voll auf das Spiel beim Team von VCN-Trainer Bernd Werscheck zugeschnitten. „Wir haben die Intensität erhöht und den Umfang etwas reduziert. Alle Spielerinnen sind fit“, konnte der NawaRo-Trainer zufrieden feststellen.

Das war drei Sätze lang in Neuwied auch nötig und wurde im vierten Abschnitt zum entscheidenden Faktor. Denn schon das Ergebnis des vierten Satzes von 7:25 aus Neuwieder Sicht lässt erahnen, dass die Deichstadtvolleys konditionell einbrachen. Dies war dem Elan, dem Engagement und der Leistung des VCN-Teams bis dahin geschuldet. Angefeuert von knapp 300 begeisterten Zuschauern hielten sie im ersten und zweiten Satz bis in die Endphase hinein mit und holten sich sogar den dritten völlig verdient zum 1:2-Satzanschluss. Im dritten Abschnitt führten die Deichstadtvolleys von Beginn an und überließen Straubing nicht eine einzige Führung. Nur drei Mal, zum 1:1, 11:11 und 14:14, glich der Spitzenreiter zwischenzeitlich aus.

Doch diese Energieleistung, die Neuwied phasenweise auf Augenhöhe mit dem Aufstiegskandidaten agieren ließ, sorgte im vierten und entscheidenden Satz für einen in dieser Form nicht erwarteten, bei Kenntnis der Umstände jedoch nachvollziehbaren, Absturz des VC Neuwied. Mehrere Spielerinnen der Heimmannschaft hatten grippegeschwächt im Wochenverlauf nicht trainieren können. Mitte des dritten Satzes musste Trainer Bernd Werscheck seine Tochter Lilli, die bis dahin famos gespielt hatte, aber nun völlig entkräftet war, vom Feld nehmen. Auch Lena Overländer, die am Wochenende zuvor in Winterberg Deutsche Meisterin im Snow-Volleyball geworden war und nach dieser Leistung in der Kälte im Wochenverlauf das Bett hüten musste, war lange nicht bei 100 Prozent. Zudem war Sabine Hoffmann erst Stunden vor dem Spiel von einem zehntägigen Aufenthalt in Indien zurückgekehrt und quasi fast vom Flughafen in die Sporthalle gekommen.

„Wir hatten im vierten Satz nichts mehr entgegenzusetzen“, aber wir haben drei Sätze lang klasse gespielt“, kommentierte Bernd Werscheck nach dem Spiel. Seinem Trainerkollegen Frank versprach er: „Wir werden in Offenburg gewinnen. Straubing will, Straubing muss in die Bundesliga.“

Ganz weit weg ist Neuwied sportlich nach zu Ende gehenden drei Jahren in der 2. Bundesliga Süd nicht von den Spitzenteams. Die Leistungen des VCN haben allerdings auch bei anderen Vereinen Begehrlichkeiten nach Spielerinnen der Deichstadtvolleys geweckt, wie der VCN-Trainer bestätigte. Will heißen: Auch in Neuwied muss viel getan werden, um das Erreichte zu stabilisieren und auszubauen. Etabliert sind und zu einem selbst von den Topklubs geachteten Konkurrenten entwickelt haben sich die Deichstadtvolleys mittlerweile. In den kommenden Monaten wird sich erweisen, ob es den Verantwortlichen gelingt, die Mannschaft personell weiterzuentwickeln, den Spielerinnen ihr Tun, das weit mehr als reine Freizeitbeschäftigung geworden ist, (semi)professionell zu gestalten, die Trainingsbedingungen zu optimieren und nicht zuletzt den wirtschaftlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen so auszuweiten, dass Leistungsvolleyball in Neuwied mittel- und vielleicht sogar langfristig vorstellbar ist. Zu wünschen ist es ihnen. Das Neuwieder Publikum, so viel hat nicht erst das Spiel gegen Straubing gezeigt, lechzt förmlich danach.

VC Neuwied: Kamarah, Jana Schäbitz, Werscheck, Overländer, Legcevic, Henning, Lea Schäbitz, Hoffmann, Hellmann.

NawaRo Straubing: Schmitt, Markovic, Stöhr, Aulenbrock, Weiss, Stehling, Markt, Liebschner, Schweiger, Müller.

Schiedsrichter: Thomas Schäfer (Walzbachtal) und Armin Springer (Oberderdingen). – Zuschauer: 289.

Spielfilm, 1. Satz: 0:3, 1:7, 5:10, 6:11, 11:13, 12:14, 13:15, 15:20, 18:21, 20:22, 21:24, 22:25. 2. Satz: 0:1, 1:2, 4:2, 5:7, 8:8, 9:9, 11:11, 12:13, 14:14, 15:15, 16:17, 17:18, 18:19, 20:21, 22:25. 3. Satz: 1:0, 4:2, 5:3, 6:4, 7:5, 10:7, 11:11, 13:12, 14:14, 18:16, 19:17, 22:19, 23:20, 25:21. 4. Satz: 0:7, 1:8, 3:18, 4:24, 7:25.

Von unserem Redakteur Christoph Hansen
Volleyball (ABCK)
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