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Bad Kreuznach

Werner-Beisiegel-Gedächtnislauf: Laufliga-Stars und IGS-Schüler fehlen spürbar

Christoph Erbelding

Ein Blick nach links, einer nach rechts, danach stellte Gregor Wurdel eine Frage, die vielen Leichtathleten beim 16. Werner-Beisiegel-Gedächtnislauf auf der Zunge lag. „Wo sind denn eigentlich die ganzen Stars aus der Laufliga?“, wollte Wurdel, der gerade nach seinem Zehn-Kilometer-Lauf im Ziel angekommen war, wissen.

Weniger Starter als im Vorjahr – dennoch war beim Zehn-Kilometer-Lauf des LC 80 einiges los.  Foto: Michael Ottenbreit
Weniger Starter als im Vorjahr – dennoch war beim Zehn-Kilometer-Lauf des LC 80 einiges los.
Foto: Michael Ottenbreit

Bei seinem Bruder Stefan wusste er es natürlich. Der amtierende Vizemeister der Laufliga hatte für den Bonn-Marathon gemeldet. „Aber wo sind die Rücks? Wo ist Benjamin Oertel?“, wunderte sich Gregor Wurdel, immerhin selbst Siebter der Laufliga im vergangenen Jahr, weiter. Sie alle und noch einige andere fehlten bei der traditionellen Veranstaltung auf der Strecke unter dem Rotenfelsmassiv zwischen Bad Münster und Niederhausen. Das sorgte dafür, dass die Teilnehmerzahl nicht ganz so stark ausfiel wie in den vergangenen Jahren.

Etwas ratlos standen denn auch Michael Landvogt, der Vorsitzende des ausrichtenden LC 80 Bad Kreuznach, und Pressesprecherin Christine Langer im Zielbereich. Sie begannen mit der Analyse des Beisiegel-Laufs schon, während einige Sportler in den Kilometer-Disziplinen 5, 10 und 21,1 (Halbmarathon), den drei Hauptläufen, noch auf der Strecke ihr Bestes gaben. „Es ist schwierig zu sagen, woran es liegt, dass diesmal deutlich weniger Läufer mit dabei waren“, sagte Langer zur Meldezahl 252 – so viele Leichtathleten waren zu Ehren Werner Beisiegels auf die Strecke gegangen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte der LC 80 noch 327 Läufer begrüßt. Ein Argument fiel Christine Langer dann doch ein: „Die Gruppe der IGS Sophie Sondhelm hat in diesem Jahr gefehlt. Sie ist beim Seppel-Kiefer-Lauf im März noch mitgelaufen, diesmal war sie nicht dabei. Das sind immer etwa 40 Läufer.“ Es gab schon Jahre, da hatten die IGSler für beide große Veranstaltungen in Bad Kreuznach im Frühjahr gemeldet. Eventuell war den Gesamtschülern diesmal die Lust an einem zweiten Lauf vergangen, nachdem sie sich beim Seppel-Kiefer-Lauf am 18. März durch Schnee und Eis hatten kämpfen müssen.

Der Werner-Beisiegel-Lauf hingegen profitierte in diesem Jahr von traumhaften Bedingungen. Der strahlende Sonnenschein lud fast schon dazu ein, sich auf die Strecke zu stürzen und das schöne Rotenfels-Panorama zu genießen. „Organisatorisch hat alles gepasst, auch wenn die Organisation eigentlich auf mehr Teilnehmer ausgerichtet war“, betonte LC-80-Chef Landvogt. „Wir haben auch gutes Wetter bestellt“, fügte er schmunzelnd hinzu. Dann wurde er etwas ernster. „Mit der Teilnehmerzahl können wir natürlich nicht zufrieden sein. Da wir von den Läufern, die da sind, eigentlich immer zu 99 Prozent positive Rückmeldungen bekommen, kann es nur darüber gehen, dass wir uns über den Termin noch mal Gedanken machen müssen“, sagte Landvogt.

Nun ist es nicht so, dass die Stimmung beim Lauf darunter gelitten hätte, dass insgesamt knapp 80 Starter weniger dabei waren. Das Konzept, die Halbmarathon-Läufer früher auf die Strecke zu schicken, damit sie in etwa zeitgleich mit den Fünf- und Zehn-Kilometer-Athleten ankommen, hat sich bewährt und sorgte wieder für eine muntere Zusammenkunft der großen Läuferfamilie im Zielbereich. Nur die Spitzenläufer mussten nach dem Ende ihrer Performance auf ein Bad in der Menge verzichten, konnten das aber verschmerzen, schließlich war es bei ihnen um starke Zeiten und weniger darum gegangen, Jubelstürme zu genießen. Die reinen Hobbyläufer hingegen liefen einer Masse von Menschen sozusagen in die Arme. Eine besondere Motivation war das für sie auf den letzten Metern.

Für Bernd Hipp galt das nicht. Er hatte als stärkster Halbmarathon-Läufer ein einsames Rennen hingelegt. „Die ganz starke Konkurrenz war diesmal nicht dabei“, sagte der Starter des RC Michelin, der nach 1:20:42,84 Stunden im Ziel ankam. „Ich bin es eigentlich gewohnt, dass vor oder hinter mir jemand schnauft, aber das war diesmal anders. Eine richtige Spitzenzeit war so nicht möglich, da ich niemanden hatte, der mich gezogen hat. Aber dafür, dass ich nach einer Verletzung erst wieder seit vier Wochen im Training bin, bin ich dennoch zufrieden.“ Als schnellste Frau über die 21,1 Kilometer kam Anne Eifler (Triathlon-Team Rhein-Nahe, 1:35:07,47) im Ziel an.

Auf der Zehn-Kilometer-Strecke, auf der Punkte zu holen waren für die Bad Kreuznacher Laufliga, erlebte derweil Gregor Wurdel in Abwesenheit der ganz großen Konkurrenten eine unliebsame Überraschung. Er trat – natürlich ungewollt – den Beweis an, dass auch erfahrene Läufer nicht davor gefeit sind, Fehlentscheidungen zu treffen. „Ich bin es zu schnell angegangen“, sagte der Läufer des TuS Monzingen, der sich letztlich mit Rang sieben abfinden musste. Wurdel deutete im Ziel dann auf eine Gruppe von Läufern und sagte voller Hochachtung: „Die alten Hasen haben mir gezeigt, wie es geht.“ Er meinte damit unter anderem Andreas Heimel (TV Waldstraße Wiesbaden), der als Gesamtsieger in 36:00,21 Minuten logischerweise auch seine Altersklasse (M45) gewann. Bei den Frauen setzte sich Stephanie Gilfrich-Schneider (USC Mainz, 41:07,93) durch.

Über die fünf Kilometer gaben unterdessen die Bad Kreuznacher ein ganz starkes Bild ab. Bei den Männern wurde Raimund Krzywik (VfL Bad Kreuznach, 19:33,87) Dritter hinter Anas Belfqih (17:33,20) und Joel Simon (17:35,14; beide USC Mainz). Der Gewinner krönte somit seine Beisiegel-Premiere mit einem Sieg. „Ein schöner Lauf auf einer schönen Strecke. Mein Trainer legt fest, wo ich starte, aber ich würde gerne wiederkommen“, sagte der 14-jährige Belfqih. Er würde wohl wieder auf das dominierende Frauen-Trio der LF Naheland Bad Kreuznach treffen. Anna Berwanger (21:53,35), Sharon Heath-Schug (22:31,25) und Jana Eisenbrandt (23:23,49) feierten einen Dreifach-Sieg. „Es hat Spaß gemacht“, sagte Heath-Schug stellvertretend für die starken Bad Kreuznacherinnen.

Von unserem Redakteur Christoph Erbelding

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