40.000
Aus unserem Archiv
Kastellaun

Kastellaun/Simmern ist der klare Derbysieger

Die HSG Kastellaun/ Simmern hat das erste Hunsrück-Derby in der Handball-Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar klar für sich entschieden: Kastellaun schlug den Lokalrivalen SG Gösenroth/Laufersweiler mit 30:22 (15:11) und nistete sich im Tabellenmittelfeld ein. Aufsteiger Gösenroth steht nach der neunten Niederlage im elften Spiel weiter auf einem Abstiegsplatz. Die SG erwies sich nur gut 20 Minuten als konkurrenzfähig in Kastellaun.

Andi Zigelis (in Rot) verwandelte alle seine Siebenmeter und traf insgesamt zwölfmal beim 30:22-Derbysieg der HSG Kastellaun/Simmern vor 520 Zuschauern. Dem Gast SG Gösenroth/Laufersweiler um seinen besten Torschützen Florin Nicolae (sieben Treffer) blieb nur die Statistenrolle. Fotos: B&P Schmitt
Andi Zigelis (in Rot) verwandelte alle seine Siebenmeter und traf insgesamt zwölfmal beim 30:22-Derbysieg der HSG Kastellaun/Simmern vor 520 Zuschauern. Dem Gast SG Gösenroth/Laufersweiler um seinen besten Torschützen Florin Nicolae (sieben Treffer) blieb nur die Statistenrolle. Fotos: B&P Schmitt
Foto: B&P Schmitt

Den größten Applaus der 520 Zuschauer bei der Vorstellung der Spieler bekam natürlich HSG-Legende Georg Wetstein. „Hier vor so vielen Zuschauern einzulaufen, war schon toll, die Show vor dem Spiel war bundesligareif“, sagte der nimmermüde 48-Jährige, der aufgrund einiger Fragezeichen bei Kastellaun (letztlich konnten alle ran) in den Oberliga-Kader berufen wurde. „Als der Trainer mich gefragt hat, ob ich helfe, hat mich das sehr geschmeichelt“, sagte Wetstein. Er kam aber nicht zum Einsatz. „Ich bin froh, dass ich nicht spielen musste“, lachte der Oldie. Trainer Axel Schneider meinte: „Das war kein Marketing-Gag. Schorsch wäre gegen die offensive Abwehr der Gösenrother eine sehr gute Option gewesen, wenn es nicht gelaufen wäre.“

Großer Jubel bei den Spielern der HSG Kastellaun/Simmern nach dem Derby-Triumph gegen Gösenroth – und mittendrin war HSG-Legende Georg Wetstein (Vierter von links). Der 48-Jährige wurde in den Kader berufen, kam aber nicht zum Einsatz.
Großer Jubel bei den Spielern der HSG Kastellaun/Simmern nach dem Derby-Triumph gegen Gösenroth – und mittendrin war HSG-Legende Georg Wetstein (Vierter von links). Der 48-Jährige wurde in den Kader berufen, kam aber nicht zum Einsatz.
Foto: B&P Schmitt

Aber es lief bei Kastellaun. „Das war ein richtig schönes Spiel der Mannschaft“, lobte Wetstein: „Das ist eine tolle Truppe mit den vielen 18-Jährigen.“ Kastellaun begann von der ersten Minute wie fast immer mit vier A-Junioren – alle drückten dem Spiel ihren Stempel auf. Torwart Luca Korbion hielt erneut klasse, Bastian Wendling verteidigte im Mittelblock bis zu seiner dritten Zeitstrafe (54.) bärenstark und Laszlo Gilanyi führte klug Regie. „Ein Riesenspiel von Lalo, er hat mit seinen Ansagen die Gösenrother Abwehr in Bewegung gebracht“, lobte Schneider. Nur Rechtsaußen Patrick Hess fiel etwas aus der Reihe, weil er 14 Sekunden vor der Halbzeitsirene im Rückwärtsfallen Gösenroths Stefan Hermann über den Haufen rannte. Ein spektakuläres Foul, für das Hess wenig konnte, die Rote Karte für ihn war aber gerechtfertigt.

Was dann passierte, war symptomatisch für das Gösenrother Spiel: Der Gefoulte Hermann trat zum Siebenmeter an und scheiterte an Kastellauns Ersatzkeeper Julian Kölsch, der wieder unter Beweis stellte, dass er in solchen Momenten ein goldenes Händchen hat. Es war der dritte verworfene Siebenmeter der Gäste im ersten Durchgang. „Siebenmeter müssen in so einem Spiel rein“, kritisierte Gösenroths Kapitän Daniel Koch. Statt 14:15 stand es aus SG-Sicht nach 30 Minuten 11:15.

Was in den fünf Minuten nach der Pause passierte, ließ die Miene von Gäste-Trainer Igor Domaschenko versteinern. In Überzahl kassierte Gösenroth zwei Gegentore, zwei weitere Fehler ließen die Kastellauner bis zur 35. Minute auf 19:11 davonziehen. Die frühe Entscheidung in einem anfänglich ausgeglichenen Derby. In den ersten gut 20 Minuten – bis zum 8:8 (18.) – war Gösenroth auf Augenhöhe und spielte im Angriff sogar gefälliger als die Gastgeber.

„Wir haben danach nicht mehr das gespielt, was wir vorhatten“, ärgerte sich SG-Mann Koch: „Wir hätten die Partie gerne länger offen gehalten. Das war kein schöner Abend für uns.“ Auch Domaschenko sah in der Phase kurz vor und nach dem Kabinengang den „entscheidenden Moment“. Auch der erfahrene Trainer hatte daran seinen Anteil, er musste sich zwei Fragen gefallen lassen: Warum wechselte er so früh und so oft durch? Warum stellte er sein Abwehrsystem nicht um? „Ich habe 14 Mann in Kader, ich wollte immer frischen Wind bringen, auch um Kraft zu sparen für die zweite Hälfte“, antwortete Domaschenko auf Frage eins. Zu Frage zwei meinte Domaschenko: „Wir haben sehr offensiv gedeckt im 3-2-1. Trotzdem haben wir 16 Tore aus dem Rückraum kassiert. Das ist schwach.“

Warum er das Abwehrsystem nicht frühzeitig umstellte, blieb Domaschenkos Geheimnis. Die Kastellauner freute das. Die offensive Abwehr der Gösenrother hebelten sie ein ums andere Mal mühelos aus. „Du musst so eine Deckung in Bewegung bringen, kreuzen, immer Dampf auf die Abwehr machen, dann findest du die Lücken“, sagte HSG-Trainer Schneider: „Das haben wir klasse umgesetzt.“ Domaschenko sah andere Gründe für die Niederlage und belegte das: „Kastellaun hatte eine Trefferquote von 73 Prozent, wir von 53 Prozent. Außerdem haben sie alle ihre sieben Siebenmeter reingemacht. Das war der Unterschied.“

Vor allem ein Mann behielt immer die Nerven auf Kastellauner Seite: Andi Zigelis warf zwölf Tore, darunter waren die angesprochenen sieben Siebenmeter. Der frühere litauische Nationalspieler liebt diese Spiele vor voller Halle: „Ich habe den Jungs vorher gesagt: So ein Derby wird im Kopf entschieden. Meine Mitspieler haben super gespielt, jeder wusste, um was es geht und alle haben auf den Trainer gehört.“ Vor allem Zigelis, der ab und zu auch mal etwas im Clinch mit Schneider liegt. Gegen Gösenroth nicht. „Andi war klasse, er hat toll für die Mannschaft gekämpft“, lobte Schneider seinen besten Torschützen – ohne ihn hervorzuheben: „Wir haben als Team richtig gut funktioniert, kein Einzelkämpfertum gezeigt. Jeder hatte seinen Anteil am Erfolg, das freut mich besonders.“

Für Gösenroth wird es nun immer schwerer im Abstiegskampf, am Sonntagabend muss in Sohren gegen Völklingen ein Heimsieg her. Kastellaun kann die kommenden Wochen ruhiger angehen, obwohl Schneider warnt: „Wenn es drei Absteiger gibt, ist ab Tabellenplatz neun jeder gefährdet.“ Zigelis ist nun schon das dritte Jahr in Kastellaun und weiß: „Wir starten immer ganz gut in die Saison, aber im Winter holen wir keine Punkte. Das müssen wir jetzt ändern, dann ist ein guter Mittelfeldplatz am Ende drin.“

Sein Trainer Schneider blickte nicht so weit in die Zukunft, er genoss lieber den „wunderschönen“ Abend: „Mein Kollege Igor hat vor dem Spiel von einem historischen Ereignis gesprochen. Für uns war es das auch, das war extraklasse, der Einlauf vor dem Spiel Gänsehaut pur. Ich denke, wenn ich in 15 Jahren mit Schorsch Wetstein bei einem Schoppen zusammensitze, dann werden wir uns an diesen 11. November erinnern.“ Die Gösenrother werden diesen Tag schnell vergessen wollen.

Von unserem Redakteur Michael Bongard

HSG Kastellaun/Simmern - SG Gösenroth/L. 30:22 (15:11)

Kastellaun: Korbion, Kölsch – Gilanyi (2), Spreda (2), Wendling, Zigelis (12/7), Hess (1), Walb (7), Helaoui (3), Faust (2), Röckendorf (1).

Gösenroth: Olivier, J. Schneider – D. Scherschlicht (2), L. Schneider (1), Nicolae (7/2), Koch, Saam, Conrath (1), Reuter, Löwen (6), S. Hermann (2), Domaschenko (1), M. Friedrich (2/1).

Schiedsrichter: Stephan Frank und Axel Stolle (beide HV Vallendar).

Zuschauer: 520.

Spielfilm: 3:4 (10.), 8:8 (18.), 12:9 (24.), 15:11 (Halbzeit); 19:11 (35.), 23:17 (46.), 28:20 (55.), 30:22 (Endstand).

Besonderheiten: Rot für Hess (Kastellaun) wegen Foulspiels (30.) und Rot für Wendling (Kastellaun) wegen dritter Zeitstrafe (54.).

Nächste Aufgabe für Kastellaun: am Samstag (19.30 Uhr) in Mundenheim; für Gösenroth: am Sonntag (17 Uhr) in Sohren gegen Völklingen.

Handball (LJD)
Meistgelesene Artikel
Fußball Männer
Fußball Frauen
Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

im Rheinland

- Westerwald

- Mittelrhein/Mosel

- Rhein-Lahn

im Südwesten

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Fußball Mix
Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

Jugendfußball

- im Rheinland

- im Südwesten

Fußballpokale

Hallenfußball

 späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

Sport-Lokalteile
wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
  • Regionalsport
  • Newsticker
  • Lokalticker