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Mendig

Mendig/Bell gewinnt das Derby gegen Andernach

Trotz des 3:2 (1:0)-Heimsieges der SG Eintracht Mendig/Bell gegen die SG 99 Andernach wollte an der Mendiger Brauerstraße keine wirkliche Derbystimmung aufkommen. Die beiden Fußball-Rheinlandligisten boten den rund 300 Zuschauern zwar fünf Tore, die Emotionen kochten aber nur selten hoch. Nach der dritten Niederlage in Serie zeigte sich Andernachs Trainer Franz Josef Kowalski alles andere als einverstanden mit der Darbietung seiner Mannschaft.

Ein seltenes Bild: Mendigs Linksfuß Sebastian Mintgen hat mit rechts abgezogen – und der Ball landet Sekundenbruchteile später im Andernacher Gehäuse.  Foto: Andreas Walz
Ein seltenes Bild: Mendigs Linksfuß Sebastian Mintgen hat mit rechts abgezogen – und der Ball landet Sekundenbruchteile später im Andernacher Gehäuse.
Foto: Andreas Walz

Die erste Spielhälfte im Junkers-Proff-Stadion war geprägt von willigeren Gastgebern mit mehr Spielanteilen, die jedoch zunächst beim letzten Pass oftmals zu ungenau und überhastet agierten. Auf der Gegenseite lauerte die Elf aus der Bäckerjungenstadt vornehmlich auf Kontersituationen und kamen durch Jan Hawel (3.) und Trainersohn Kevin Kowalski (32.) zunächst zu den besseren Chancen. Dennoch wurden die Besucher den Eindruck nicht los, dass die Gäste das Lokalduell nicht als solches annehmen wollten, was auch Andernachs Trainer Kowalski bestätigte: „Wir hatten uns vorgenommen, den nötigen Derbycharakter einzubringen, davon war aber nichts zu sehen. Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden.“

Tor mit dem schwächeren Fuß

Belohnt für ihren Einsatz wurden in der 36. Minute hingegen die Vulkanstädter. Malte Wedemeyer bediente, nur zaghaft bedrängt, Sebastian Mintgen mit einem Schnittstellenpass, der Rückkehrer vollendete vor Torhüter Lukas Weis mit seinem schwächeren rechten Fuß zum 1:0.

Nach dem Seitenwechsel investierten wiederum zunächst die Hausherren mehr und hatten durch Wedemeyer (46.) und John Rausch (48.) gute Gelegenheiten, die Führung auszubauen. Wie schon in den vorherigen Spielen sollte sich das Auslassen der Möglichkeiten rächen, denn ein perfekt getretener Freistoß von Daniel Kossmann landete in der 50. Minute im Winkel des Mendiger Gehäuses.

Fortan hatten die Gäste ihre beste Phase, die mit einem Mendiger Konter in der 71. Minute jedoch abrupt endete. Der eingewechselte Cem Celik bediente Geburtstagskind Damir Mrkalj, der einen trockenen Rechtsschuss ins lange Eck folgen ließ. Zehn Minuten später stand erneut Mrkalj im gegnerischen Strafraum goldrichtig und erhöhte auf 3:1.

Die vergangenen Resultate haben aber offenbar Spuren in Mendig hinterlassen, denn nach dem 2:3-Anschlusstreffer von Max Hilt (85.) keimte bei der SG 99 nicht nur neue Hoffnung auf, sondern bei den Gästen schlich sich jetzt die Angst ein, wieder ein sicher geglaubtes Spiel aus der Hand zu geben. Mit vereinten Kräften und einem sicheren Schlussmann überstand die Eintracht die hektischen Schlussminuten. „Nach einem solchen Spielverlauf am Ende mit drei Punkten dazustehen, tut uns einfach mal gut. Wir haben gut gegen den Ball gearbeitet und in Matthias Strahl und Jeset Akwapay zwei clever agierende Sechser gehabt, die den Ausschlag für den Erfolg gegeben haben“, urteilte Mendigs Trainer Cornel Hirt. Sein Andernacher Kollege Kowalski ging dagegen hart mit seiner Mannschaft ins Gericht. „Offensiv haben wir kaum Gefahr ausgestrahlt, was daran liegt, dass einige wichtige Spieler zurzeit nicht in Form sind, von denen wir abhängig sind. Zudem sind anderen private Termine wichtiger – und so sind wir nun mal nicht Rheinlandliga-tauglich.“

SG Eintracht Mendig/Bell: Nett, Berg, Schlich, Jenke, Ibragimov, Strahl, Akwapay, Rausch (90. Bianco), Mintgen (88. Tiede), Wedemeyer (69. Celik), Mrkalj.

SG 99 Andernach: Weis, Heider, Schmitz, Begen, Unruh (87. Hildebrandt), Urbatzka (80. Zeneli), Nix, K. Kossmann, D. Kossmann (62. Hilt), Kowalski, Hawel

Schiedsrichter: Sebastian Nicolay (Cochem).

Zuschauer: 300.

Tore: 1:0 Mintgen (36.), 1:1 Daniel Kossmann (50.), 2:1, 3:1 Mrkalj (71., 81.), 3:2 Hilt (85.)

Von unserem Mitarbeiter

Jan Müller

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