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Bad Breisig

SG Bad Breisig: Niedergang mündet in Abmeldung

Marcus Pauly

So ganz überraschend kommt der Schritt nicht, aber trotzdem muss man sich erst einmal an den Gedanken gewöhnen: Die SG Bad Breisig hat ihre Fußballmannschaft vom Spielbetrieb abgemeldet. Womit unter den Niedergang der vergangenen Jahre ein unschöner Schlusspunkt gesetzt wäre. Geht es nach dem Verein, soll es aber nur ein vorläufiger Schlusspunkt sein.

Der Zusammenhalt ist dahin: Nach dem erneuten Abstieg hat sich die Mannschaft von Spielertrainer Jacques Daoud (Mitte) zum größten Teil in alle Richtungen zerstreut. Es blieben nicht genügend Spieler, um für die nächste Saison in der B-Klasse zu melden. Foto: Vollrath
Der Zusammenhalt ist dahin: Nach dem erneuten Abstieg hat sich die Mannschaft von Spielertrainer Jacques Daoud (Mitte) zum größten Teil in alle Richtungen zerstreut. Es blieben nicht genügend Spieler, um für die nächste Saison in der B-Klasse zu melden.
Foto: Vollrath

Für den Augenblick aber gilt: Nach dem dritten Abstieg in Folge hat die SG keine Mannschaft mehr zusammenbekommen, weshalb der Verein keine Meldung für die B-Klasse abgegeben hat. Nachdem die abgelaufene Saison für die Bad Breisiger in der Kreisliga A auf dem letzten Platz mit gerade einmal neun Punkten und 24:112 Toren aus 26 Spielen zu Ende gegangen ist, fiel die Mannschaft von Trainer Jacques Daoud zum größten Teil auseinander.

„Wir haben alles versucht. Aber viele Spieler wollten woanders hin. Vielleicht hätte es noch gereicht, aber das wäre zu riskant gewesen“, berichtet Abteilungsleiter Michael Lüdtke. Schon in der vergangenen Sommerpause nach dem ebenfalls schon deprimierenden Abstieg aus der Bezirksliga hatte es ein großes Gehen und Kommen gegeben. Neun Spieler verließen die SG, elf kamen, darunter einige zuvor vereinslos.

Überhaupt sind die Probleme nicht neu bei der SG Bad Breisig, die noch vor sieben Jahren als Oberligist die klassenhöchste Mannschaft im Kreis Ahrweiler stellte. Gründliche Kaderwechsel gerieten fast schon zu sommerlichen Ritualen. Ein festes Mannschaftsgerüst konnte sich so kaum ausbilden.

Schwerer aber noch wiegt nach Ansicht von Lüdtke ein weiterer Umstand: „Die vergangenen Jahre gab es in der Abteilung bis auf ganz wenige Ausnahmen kaum noch jemanden, der sich engagiert hat. Es gab zwar viele, die es besser wussten, aber niemanden, der sich auch dafür einsetzen wollte.“ So fühlte sich der Abteilungsleiter immer mehr allein gelassen.

„Es stimmt“, bestätigt der Vereinsvorsitzende Guido Ernst: „Es hat an der nötigen Manpower gefehlt.“ Um diese mangelnde Personalkraft wieder zu erlangen, habe man im Verein alle Mitglieder angeschrieben und zu einer Versammlung eingeladen, um die Probleme anzugehen. „Aber das hat kein Ergebnis gebracht“, so Ernst. Ein Teufelskreis: eine Mannschaft mit wenig bekannten Gesichtern, wenig Engagement und Herzblut beim Verein, zudem eine mangelnde oder nur schwach ausgeprägte Jugendarbeit (zum Saisonausklang hatte die SG keine A-, B- und C-Jugend im Spielbetrieb) – diese Gemengelage produziert wenig Interesse bei Zuschauern und Spielern.

Hinzu kommt, dass es nie gelungen war, die Kräfte in Bad Breisig und Umgebung einmal zu bündeln. Überlegungen dazu gab es zuletzt 2016, als eine Bad Breisiger Kooperation (damals Bezirksliga) mit der SpVgg Burgbrohl (zu der Zeit noch Oberliga) im Raum stand. Angesichts der schwierigen Situation, in der sich zu diesem Zeitpunkt beide Vereine schon befanden, war der sportliche Nutzen durchaus unsicher gewesen. Doch vielleicht hätte es sich in der Bündelung der ehrenamtlichen Kräfte und in der Jugendarbeit ausgezahlt. Allein wird es schwer für einen Verein. Das hat sich mittlerweile auch die SpVgg Burgbrohl gesagt, die mit dem SC Wassenach eine SG eingegangen ist. „Wir müssen und werden jetzt auf unsere Jugend setzen, immerhin haben wir rund 140 Jugendliche im Verein“, betont Ernst. Wobei er anfügt: „Natürlich ist es auch da ein Problem der handelnden Personen.“ Oder besser: derjenigen, die nicht handeln und sich nicht engagieren wollen.

Unabhängig davon gibt es schon jetzt Bestrebungen, im nächsten Jahr wieder eine Männermannschaft zu melden. „Daran arbeiten wir“, versichern Ernst und Lüdtke.

Von unserem Redakteur Marcus Pauly
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