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Betzdorf

City-Night in Betzdorf: Christian Noll fährt mit doppelter Motivation zum Heimsieg

Jonas Wagner

Christian Noll hörte gar nicht mehr auf zu grinsen. Umringt von seinen Teamkollegen hatte der 28-Jährige zunächst minutenlang den Applaus des Publikums genossen, ehe er mit einem beherzten Schritt die oberste Stufe des Podests bestieg. Platz eins beim Heimrennen, bei der Betzdorfer City-Night – darauf gönnte sich der Lokalmatador nach der Siegeszeremonie erst einmal einen großen Schluck aus dem riesigen, randvoll gefüllten Bierglas. Als „ganz besonders“ bezeichnete der Mann aus Wölferlingen die Momente ganz oben im Fokus der Flutlichter und der vielen Zuschauer, die zum Teil nur wegen ihm gekommen waren. Die Hoffnungen auf einen Heimsieg hatten auf Nolls Schultern geruht, Druck hatte er deshalb aber nicht verspürt: „Da ist man eher doppelt motiviert.“

Auf die Räder, fertig, los: Beim Hauptrennen der Betzdorfer City-Night mussten die Fahrer die 900-Meter-Runde gleich 70 mal zurücklegen.  Foto: R. Brühl
Auf die Räder, fertig, los: Beim Hauptrennen der Betzdorfer City-Night mussten die Fahrer die 900-Meter-Runde gleich 70 mal zurücklegen.
Foto: R. Brühl

Mit dem Erfolg im Hauptrennen des Abends schloss sich für Noll auch irgendwie der Kreis. Zwei Jahre zuvor war er bei der City-Night überraschend auf den dritten Platz gefahren – seither erlebt der Vorzeigefahrer des RSC Betzdorf einen beeindruckenden sportlichen Aufstieg. Im Trikot des Team Kern-Haus schöpft Noll seit 2017 nach und nach sein ganzes Potenzial aus, fuhr dabei zahlreiche Siege und Podestplätze heraus. Aber immer in seinem Hinterkopf: Die Betzdorfer City-Night. „Das war immer mein Ziel, hier einmal zu gewinnen“, sagte der sichtlich erleichterte Sieger.

Sein Vorhaben unterstrich der Publikumsliebling bereits früh im Rennen der A- und B-Klassen-Fahrer. „Unsere Taktik war, in einer Gruppe herauszufahren“, erklärte Noll. Schon nach vier der insgesamt 70 Runden auf der engen, anspruchsvollen und 900 Meter langen Strecke durch das Betzdorfer Zentrum suchte er die Flucht nach vorne. Zunächst nur zu zweit, später dann zu viert dominierte das Ausreißerfeld das Rennen. Mit dabei auch Nolls Teamkollege Lennart Klein. „Es war gut, dass er noch mit vorne war“, sagte Noll, der sich mit der Führungsgruppe einen üppigen Vorsprung herausfuhr und nach 42 Runden zum Hauptfeld aufschloss. Drei Runden vor Schluss gewährte die Rennjury den vier Ausreißern dann freie Fahrt – mit dem besten Ende für den Mann mit der Nummer zwei auf dem Rücken.

Hinter der Ziellinie reckte Noll die Fäuste nach oben, während der Organisator und RSC-Vorsitzende Markus Grigat in Euphorie verfiel und meinte: „Mehr geht ja gar nicht.“ Etliche Stunden Arbeit steckten die zahlreichen Helfer mal wieder in die Organisation des Events. Dass es letztlich einen solchen Erfolg gibt, das wünsche sich jeder Verein, sagte Grigat. „Christians Sieg ist das i-Tüpfelchen.“ Im Zielbereich umarmte der Vorsitzende seinen Schützling, klopfte ihm auf die Schultern und beglückwünschte ihn zu einem Sieg, der laut Grigat vor heimischem Publikum gleich doppelt so viel zähle.

Nolls Erfolgsgeschichte blieb aber nicht die einzige an diesem Abend der bereits 16. Auflage des Radrennens. Auch die anderen Fahrer des RSC Betzdorf gerieten ins Rampenlicht – einmal durch gute Leistungen, ein anderes Mal eher unfreiwillig. Da wäre zum Beispiel Melanie Eckhardt, die sich nach Babypause zurückmeldete und anerkennenden Applaus von den Zuschauern für Platz zehn bekam. Oder Maximilian Ferger, der in der C-Klasse auf dem eigentlich undankbaren vierten Rang landete, als Lokalmatador aber dennoch mit aufs Treppchen durfte. Und nicht zuletzt Jan-Peter Will, der erstmals an den Start ging, von Kettenproblemen vorzeitig gebremst wurde, aber dennoch mit leuchtenden Augen sagte: „Es war so, wie ich es mir vorgestellt habe.“ Auch das sind die Geschichten der City-Night in Betzdorf. „Dieses Rennen sucht einfach seinesgleichen in der Region“, sagte ein zufriedener Grigat.

Als der RSC-Vorsitzende dann mit seinem Helfern spät am Abend schon mitten in den Abbauarbeiten steckte, marschierte Christian Noll nach einem für ihn perfekten Rennen in Feierlaune in die Betzdorfer Nacht. „Das eine oder andere Bier wird jetzt sicher noch getrunken“, kündigte der glückliche Sieger an und verschwand.

Von unserem Mitarbeiter Jonas Wagner

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