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    Heine: Ironman prägt für den Rest des Lebens

    Der Ironman Hawaii strahlte in Schwarz, Rot und Gold: Titelverteidiger Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange strahlten auf dem Siegerpodest, dahinter komplettierten Andi Böcherer auf Rang fünf und nicht zuletzt Boris Stein aus Eitelborn auf Position sieben das überragende Ergebnis aus deutscher Sicht. Doch die Ironman-Weltmeisterschaft auf der Pazifikinsel wird nicht nur von den unfassbaren Leistungen der Profis geprägt. Das Gros der gut 2000 Teilnehmer bilden die Altersklassenathleten, die sogenannten "Agegrouper". Einer von ihnen war in diesem Jahr Timo Heine, der für "Die Mannschaft" aus Hachenburg startet und seine Elternzeit nutzte, um zum vierten Mal Hawaii zu erleben.

    Timo Heine
    Timo Heine
    Foto: Harald Kohlhaas

    Wie fühlt es sich an, am "Tag der Deutschen" Teil des Ironman Hawaii 2016 zu sein?

    Natürlich freut man sich sehr, dass die Jungs alle so weit vorne gelandet sind, weil gerade wir Athleten wissen, wie viel Arbeit und Disziplin hinter so einer Leistung steckt. Allerdings überwiegt die Freude über die eigene Leistung.

    Wie unterscheiden sich die Leistungen von Profis und Amateuren?

    Die Profis leben Triathlon 24 Stunden lang 365 Tage im Jahr. Wir Altersklassenathleten müssen/dürfen unsere Leidenschaft für den Sport mit anderen schönen Dingen wie Familie, Arbeit und anderen Interessen teilen. Deshalb ist für mich die Leistung eines Athleten, der die Quali geschafft hat und hier nach 14 Stunden ins Ziel läuft, höher einzuschätzen als die Leistung der Profis.

    Wie schwer fällt es, nach dem Trubel, den Kona in den Tagen vor dem Rennen erlebt, selbst auf Wettkampfmodus zu schalten?

    Den Rummel kann man genießen und erleben – oder man kann ihn umgehen. Ich habe mich dem Rummel etwas entzogen.

    Das Rennen beginnt mit der Schlacht im Wasser. Wie haben Sie das Schwimmen erlebt?

    Durch meine Erkältung im Vorfeld bin ich von hinten losgeschwommen. Der Schlacht bin ich somit entgangen. Ich habe sie aber schon dreimal erlebt – das schmerzt schon sehr. Ich bin das aber aus der Triathlon-Bundesliga gewöhnt. Im Wasser habe ich mich schon nur treiben lassen und bin nach 1:10 Stunde an Land gekrabbelt. Normalerweise geht’s 10 bis 15 Minuten schneller.

    Die Radstrecke gilt immer als eine der härtesten der Welt. Wie sind Sie mit der Hitze und dem starken Wind von der Seite umgegangen?

    Ich habe mich fünf Wochen auf Maui auf die Hitze einstellen können, habe im Allgemeinen aber auch wenig Probleme mit Rennen bei extremen Temperaturen. Bei der Getränkeaufnahme dürfen keine Fehler gemacht werden. Da verzeiht die Insel nichts. Der Wind war in diesem Jahr nicht so extrem, wie ich es hier schon erlebt habe. Das harte an der Radstrecke ist für mich die Monotonie. Ich kenne keine Radstrecke beim Ironman, die für den Kopf so anstrengend ist. Auf dem Rad fehlte auch jeglicher Druck, sodass ich schon relativ früh ans Aufgeben gedacht habe. So bin ich die Strecke im 30er-Schnitt gefahren, was bei mir eher ein normales Trainingstempo darstellt. Ich habe mich gut ernährt und viel getrunken und wollte dann auf den ersten Kilometern beim Laufen sehen, ob ich mir noch einen kompletten Marathon zutrauen kann.

    ...was Ihnen gelungen ist.

    Die letzten 26 Kilometer bestanden aus Wandern und sehr langsamem Laufen. Von der großen Zehe bis in die letzte Haarspitze tat alles weh, aber das ist Teil des Spiels. Vor acht Jahren war ich über drei Stunden schneller und die Schmerzen waren die gleichen, nur bloß schneller vorbei. Nach 41 Kilometern biegt man schließlich auf den Alli Drive ab und genießt die letzten Meter bis ins Ziel. Die Schmerzen sind für einen kurzen Augenblick vergessen. Die Erlebnisse während meines bisher "langsamsten" Ironman waren einmalig und prägen gewaltig. Jetzt darf ich noch etwas mehr als eine Woche das schöne Wetter und die Insel genießen und die Eindrücke vom Rennen verarbeiten.

    Die wenigsten Menschen sind in der Lage, zwölfeinhalb Stunden körperliche Höchstleistung zu vollbringen. Wie haben Sie das Ziel erreicht?

    Mit der Erkenntnis, dass eine Erkältung im Vorfeld doch mehr PS gekostet hat als vermutet. Aber ich bin sehr froh, das Ding trotzdem in 12:30 Stunden durchgezogen zu haben. Und mein Traum, mal bei Sonnenuntergang das Natural Energy Lab runterzulaufen, ist dabei auch "zufälligerweise" erfüllt worden. Ein Wahnsinnsgefühl und emotional sehr ergreifend.

    Der Ironman Hawaii war für Sie das Ziel einer längeren Reise mit Frau und Kind. Gibt es so kurz nach dem Rennen schon neue Ziele?

    Nach so einer langen Zeit im Wettkampfmodus fällt eine große Last ab. Der Kopf ist im Ziel sehr leer. Man fühlt nur eine große Dankbarkeit, die einem der Körper mitteilt, dass es nun endlich vorbei ist. Emotional wird einem erst in den Tagen nach dem Wettkampf bewusst, was man da wieder zu leisten imstande war. Ein Ironman prägt einen für den Rest des Lebens. Wenn du so etwas schaffst, was sich eigentlich keiner vorstellen kann, dann schaffst du andere Herausforderungen des Lebens erst recht.

    Das Gespräch führte unser Redakteur Marco Rosbach

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