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    Bad Kreuznach

    Ein Quereinsteiger mit dem Blick für Talente

    Es ist kalt im Bad Kreuznacher Salinental, die Regentropfen prasseln auf die Nahe nieder, das Wasser steht hoch, der Strom ist in Bewegung. Florian Schlegel ist an diesem Vormittag alleine am Salinenwehr, dem Ort, der so etwas wie sein Büro geworden ist in den vergangenen Wochen, und es wäre ihm lieber, er hätte noch ein wenig Gesellschaft. „Jetzt ein Training absolvieren. Das wäre es“, sagt der 42-Jährige. Er weiß aber, dass das nicht geht in diesem Moment. Denn dafür müssten die vier Kanuslalom-Talente da sein, für die Schlegel seit dem 1. Juli als Trainer am Bundesnachwuchsstützpunkt verantwortlich ist.

    Das Salinenwehr ist so etwas wie sein Büro: Florian Schlegel formt als hauptamtlicher Trainer die größten Kanu-Talente an der Nahe. Foto: Christoph Erbelding
    Das Salinenwehr ist so etwas wie sein Büro: Florian Schlegel formt als hauptamtlicher Trainer die größten Kanu-Talente an der Nahe.
    Foto: Christoph Erbelding

    Die Slalomkanuten könnten dann durch die Torstangen fahren. Schlegel würde ihnen Anweisungen geben, Lob verteilen, vielleicht auch mal Kritik üben. Aber daraus wird nichts. Das Quartett ist nicht da. Es ist 11 Uhr. Die Schule läuft. Das hat natürlich Vorrang. Da können die Bedingungen auf der Nahe so gut sein wie sie wollen. Also muss Schlegel auf die Einheit mit seinen Schützlingen verzichten.

    Aus Ulm ist der 42-Jährige im Juli nach Bad Kreuznach gekommen, um das Traineramt am Olympiastützpunkt zu übernehmen. Er betreibt diese Aufgabe hauptamtlich. Sein Beruf ist es also, die Ambitioniertesten unter den jungen Slalomkanuten an der Nahe noch besser zu machen. Dafür hat er seine Heimat verlassen, wenngleich er derzeit noch pendelt und oft nach Ulm zurückkehrt. Schlegel kümmert sich nun um das Training der Bad Kreuznacher Talente Joshua Dietz (17), Felix Schmidt (17), Fiona Kaletka (17) und Maxi Dilli (16). Er arbeitet mit ihnen im Wasser oder im Fitnessraum, fährt auf Lehrgänge und nicht zuletzt auf Wettkämpfe. Das alles ist im Zeitraum zwischen April und Oktober angesetzt. So lange geht eine Saison. Die wiederum muss in den übrigen Monaten vorbereitet werden, eine weitere Aufgabe, die auf Schlegel demnächst zukommen wird. Er hält dafür regen Kontakt zu den drei Bad Kreuznacher Vereinen RKV, KSV und VfL.

    In Ulm war Schlegel selbst als Slalomkanute aktiv. Er hat den Sport leistungsbezogen betrieben, an deutschen Meisterschaften teilgenommen, „und da war auch mal ein zweiter Platz dabei“, wie sich Schlegel erinnert. „Die ganz großen Erfolge waren es dann aber doch nicht.“ Nicht so wie bei Christian Bahmann, seinem Vorgänger als Trainer am Stützpunkt in Bad Kreuznach, der sogar bei Olympischen Spielen gefahren ist, 2004 in Athen Platz vier im Zweier-Canadier erreicht hat, gemeinsam mit seinem in Bad Kreuznach geborenen Partner Michael Senft. Ein Jahr später holten sie sogar WM-Gold.

    Aber wegen irgendwelcher Erfolge als Fahrer haben der Deutsche Kanu-Verband, der Landesverband, der Landessportbund Rheinland-Pfalz und der Olympiastützpunkt Schlegel ohnehin nicht nach Bad Kreuznach geholt. Die Arbeit des 42-Jährigen als Trainer in Ulm, die er ehrenamtlich geleistet hatte, stand im Fokus. Schlegel, der seine Karriere als Fahrer mit 19 Jahren beendet hatte, ist ausgebildeter Industriekaufmann, war über Jahre im Außendienst eines Betriebes tätig. Er hatte da zwar auch mit Sport zu tun, weil er sich um Fahrradprodukte kümmerte, einmal als Kanutrainer zu arbeiten, und zwar so, dass er davon leben kann, das schien lange Zeit aber doch weit weg. Nach seiner aktiven Karriere hatte Schlegel Kanu-Gruppentouren organisiert und sich weiter in seinem Verein, bei den Ulmer Kanufahrern, engagiert. Als sich dort die Talente Ole und Janosch Unseld in den Vordergrund paddelten, übernahm Schlegel das Coaching. Er machte seine C- und B-Trainer-Scheine. Und er machte sich mit der Entwicklung der beiden Nachwuchssportler über Ulm hinaus einen Namen. Das brachte ihn letztlich für die Arbeitsstelle in Bad Kreuznach ins Gespräch.

    Wie sehen die Ziele des Trainer-Quereinsteigers aus? Auf der einen Seite will sich Schlegel individuell um die Sportler kümmern, „auf der anderen geht es darum, dafür zu sorgen, dass der Standort des Bundesstützpunktes in Bad Kreuznach auch weiterhin eine Zukunft hat“. Bad Kreuznach selbst hat er übrigens schon erkundet – und zwar, wie sollte es auch anders sein, bei einer Stand-up-Paddeltour. „Ich kann mir nicht vorstellen, irgendwann mal in einer Stadt zu leben, in der es keinen Fluss gibt“, sagt Florian Schlegel über seine Passion für Gewässer. Da ist er in Bad Kreuznach gut aufgehoben. Die Nahe kann die Donau sicherlich ersetzen.

    Von unserem Redakteur Christoph Erbelding

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