40.000
  • Startseite
  • » Sport
  • » Regionalsport
  • » Regionalsport extra
  • » Cochem/Zell
  • » Carina Bungard will in Kanada Hindernisse überwinden
  • Aus unserem Archiv
    Ulmen

    Carina Bungard will in Kanada Hindernisse überwinden

    In dieser Woche finden im kanadischen Ontario in der Nähe von Toronto die Welttitelkämpfe im Obstacle Course Racing (OCR), einem extremen Hindernislauf, statt. Mitmachen wird auch die 29-jährige Carina Bungard aus Ulmen. Neben der Einzelwertung startet sie mit Ludmilla Hertle aus Heilbronn und Nicole Biolik aus München auch im Team Deutschland.

    Unter anderem zu Hause in Ulmen trainiert Carina Bungard für die Welttitelkämpfe in Kanada in dieser Woche. Am Donnerstag startet sie in dem extremen Hindernislauf in Ontario. Foto:  Alfons Benz
    Unter anderem zu Hause in Ulmen trainiert Carina Bungard für die Welttitelkämpfe in Kanada in dieser Woche. Am Donnerstag startet sie in dem extremen Hindernislauf in Ontario.
    Foto: Alfons Benz

    Was das Trio drauf hat, zeigte es bereits Anfang Juli im niederländischen Flevonice, als sie vor Tausenden von Zuschauern Europameister wurden (die RZ berichtete). Wie kommt die junge Eifelerin, in deren Leben Sport schon immer eine wichtige Rolle spielte und die derzeit beruflich weltweit in Robinson Clubs als Personal Trainerin arbeitet, nun zu diesem Extremsport? „Eigentlich komme ich ja vom Langlauf. Während eines Sportstipendiums in den USA von 2014 bis 2016 habe ich aber schnell gemerkt, dass ich trotz intensiven Trainings nicht schneller werde“, erinnert sich die Sportlerin.

    Als Jugendliche schnürte sie die Laufschuhe für ihren Heimatverein SV Ulmen und die Gerolsteiner LGV. Den größten Erfolg errang sie 2004 mit der Bronzemedaille im Team über 3x10 Kilometer bei der Deutschen Meisterschaft in Siegburg. Ihre Bestzeiten über 10 Kilometer (38:55 Minuten) und 5000 Meter (18:56 Minuten) datieren auch aus dieser Zeit.

    Dass sie das Laufen aber nicht ganz verlernt hat, bewies die ehemalige LGV-Läuferin erst vor kurzem als Siegerin beim Eifelsteiglauf in Gerolstein. Im Jahr 2010 nahm sie erstmals beim Strongman Run am Nürburgring teil, fand darin so viel Spaß und startete danach regelmäßig mit dem siebten Platz aus 2013 als bestem Ergebnis. Dann machte sie ein Kumpel auf den „Strong Viking“ am 7. Mai 2016 im hessischen Wächtersbach aufmerksam. „Hier gelten strengere Regeln. Schafft man ein Hindernis nicht, muss man in die Strafrunde. Hinter Ludmilla Hertle wurde ich Zweite und schaffte damit die Quali für die EM in Nimwegen. Ich hatte richtig Blut geleckt“, erzählt Bungard. In Nimwegen lief es aber nicht rund. „Das Wasserhindernis habe ich nicht geschafft. Ich war wohl zu klein und erreichte einfach nicht die Seile zum Rüberschwingen. Das hat mich wahnsinnig geärgert“, berichtet sie weiter. Der Ärger war deswegen besonders groß, weil sie so nach hammerharten und nicht ganz ungefährlichen 18 Kilometern und 3:47 Stunden ohne das von allen Startern so begehrte blaue OCR-Armband ins Ziel gekommen war. „Dieses Band erhält man vor dem Start an den Arm. Für die Meisten ist es mehr wert als eine Medaille. Schafft man ein Hindernis nicht, ist man mit einer Zeitstrafe zwar weiter im Wettkampf, aber das Band wird abgeschnitten und der Traum ist geplatzt“, erklärt Bungard die Regel.

    Und der Traum ging bis jetzt noch nicht in Erfüllung. Ein wenig Trost erfuhr sie danach beim Strongman Run im Juli im österreichischen Flachau, den sie gewann. Die nächste Chance auf das blaue Band hat sie nun am Donnerstag beim WM-Einzellauf in Kanada. Und dafür hat sie hart trainiert. „Eine spezielle Vorbereitung auf ein einzelnes Rennen ist kaum möglich, weil jeder Parcours anders ist. Da kann ein gezieltes Krafttraining schon mal für die Katz sein“, benennt sie Schwierigkeiten in der Vorbereitung.

    Fleißig trainiert hat sie auch zu Hause in Ulmen an Seilen und Ringen auf dem Balkon und mit einem 20 Kilogramm schweren Sandsack im Nacken ist sie die Straße vor ihrem Haus hochgelaufen. „Da haben die Nachbarn schon gestaunt und bestimmt gedacht, was macht die Verrückte denn da“, muss sie schmunzeln. Ihre Kraftübungen kommen vor allem dem Team zu Gute. Hier übernimmt sie den Kraftteil, Hertle den Speedabschnitt und Biolik muss bei den Kletterhindernissen ran. „Die Mischung im Team stimmt in diesem perfekten Mix. Wir waren zuletzt sogar schneller als die besten deutschen Männer“, sieht Bungard dem WM-Wettkampf durchaus optimistisch entgegen. „Mit dem Team ein Platz auf dem Podium – das wäre fantastisch. Und im Einzel will ich den Parcours schaffen und das endlich mit dem blauen Band am Arm bis ins Ziel“, beschreibt die Sportlerin, die jetzt für die Landauer Running Company startet, die Erwartungen für diese Woche.

    „Mit dem Team weit vorne zu landen, wird nicht leicht werden. Die USA schickt Profisportler ins Rennen, die sogar von den hohen Preisgeldern leben. Im Einzel ist Lindsay Webster meine Favoritin“, wagt die Eifelerin schon mal einen Tipp für das Einzelrennen. Aber egal auf welchem Platz sie letztendlich gewertet wird, auf dem Zielfoto soll das blaue OCR-Band an ihrer Hand zu sehen sein.

    Von unserem Mitarbeiter
    Alfons Benz

    Ursprünge des OCR liegen in militärischer Ausbildung

    Als Extrem-Hindernislauf – beziehungsweise Obstacle Course Racing (OCR) – werden Läufe bezeichnet, bei denen verschiedenartige Hindernisse zu überwinden sind. Seine Ursprünge hat er in der militärischen Ausbildung mit Hindernisbahnen. Beim OCR werden Ausdauer, Kraft, Beweglichkeit, Schnelligkeit, Geschicklichkeit, Balance und Koordination gefordert.

    Zudem unterbrechen die Hindernisse ständig den Laufrhythmus auf der Naturstrecke. Unterschieden wird zwischen Pflichthindernissen (bei Nichtbewältigung Disqualifikation) und optionalen Hindernissen (bei Nichtbewältigung eine Strafe). Hindernisse können Bäche und Flüsse, die zu durchwaten oder schwimmen sind, Klettergerüste, Seilklettern, Kriechstrecken oder Labyrinthe, sein. alb

    Regionalsport extra (D)
    Meistgelesene Artikel
    Fußball Männer
    Fußball Frauen
    Neuzugang Yuko Aizawa (links; rechts kommt Mitspielerin Angelika Weber einen Schritt zu spät) steuerte zwei Treffer für den SC 13 zum 4:0-Sieg gegen den MSV Duisburg II bei. Foto: Vollrath

    im Rheinland

    - Westerwald

    - Mittelrhein/Mosel

    - Rhein-Lahn

    im Südwesten

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Fußball Mix
    Kapitän Tim Schulz (links) bemühte sich mit seinen Betzdorfer Mitspielern zwar, doch auch gegen Elversberg reichte es am Ende nicht.

    Jugendfußball

    - im Rheinland

    - im Südwesten

    Fußballpokale

    Hallenfußball

     späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?Wohin am späten Heiligabend? In welcher Kneipe feiert es sich nach der Bescherung besonders gut?

    Regionalsport Mix
    Sport-Lokalteile
    wissenlinz,neuwiedremagenmontabaurandernach,mayenkoblenzdiezbademszellsimmernbirkenfeldkirn,badsobernheim,meisenheimbadkreuznach
    • Regionalsport
    • Newsticker
    • Lokalticker